Laser Weltmeisterschaft - das Highlight 2015!

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Kanada als

große Herausforderung

für Philipp Buhl

(Tagesberichte)

 
 
 
 
 
 
 
 
   
* 1. Tag:  Zum Auftakt beeindruckend aufgetrumpft >>>
* 2. Tag:  Buhl setzt Erfolgskurs fort >>>
* 3. Tag: (Keine Wettfahrten wegen zu schwachem Wind)
* 4. Tag:  Buhl segelt ins gelbe Trikot >>>
* 5. Tag: (Keine Wettfahrten wegen zu schwachem Wind)
* 6. Tag:   Wettkampf-"Maschinerie" läuft nicht rund >>>
* 7. Tag:  Mit furiosem Schlusskampf doch noch zum Happy End >>>
 
 

veol 300

 

Nun ist es soweit – sie steht vor der Tür bzw. die Segler vor ihr: Die „2015 Laser Standard Men – World Championship“. Über langen Zeitraum ist beim Athleten ein Wettkampf dieses Kalibers, das Saisons-Highlight schlechthin, im Fokus. Zunächst aus weiter Ferne im Visier. Dann zunehmend in Sichtweite. Schließlich tief spürbar und druckaufbauend präsent. Wenn in der letzten Vorphase alles darauf zusteuert, dreht sich bei den Sportlern innerlich wie äußerlich, und dies auch bei ihren unmittelbaren Helfern, alles um’s gute bis bestes Gelingen. Das Erzielen des gesetzten Erfolges ist für viele der Teilnehmer von großer Bedeutung.

Philipp Buhl darf man wohl zur Sorte der Hochziel-Setzer zählen. Er ist etablierter Teil der Weltelite. Einer wie er könnte selbstverständlich nicht zufrieden sein, bei der WM der härtesten olympischen Segelklasse nur gut mit von der Partie gewesen zu sein. Nein – er will viel mehr. Wenn man betrachtet, was er alles schon erreicht hat, erscheint sein hoher Anspruch wie selbstverständlich. Allein in diesem Jahr erkämpfte der Sportsoldat für Deutschland drei Goldmedaillen (in USA, Spanien und England). Dies von vier Weltklasse-Events. Im Eiltempo avancierte er auf die dritte Position der Weltrangliste. Mehr kann man realistisch gar nicht erreichen wollen. Der Sonthofner kann gelassen und mit gehobenem Selbstbewusstsein in Kingston / Kanada in die WM-Segelwettkämpfte steigen.

Blicken wir kurz acht Jahre zurück. Damals schaffte der 17-jährige Allgäuer den internationalen Durchbruch: Zweifacher Goldmedaillengewinner bei der Junioren-Europameisterschaft (JoEM) und sechs Wochen später JoWM-Bronzemedaillengewinner. Diesen Jugend-WM-Erfolg erzielte der Segler vom Alpsee in Kingston / Kanada. Nun kommt der zwischenzeitlich Erwachsene und leistungssportlich gereifte Segel-Athlet mit einem deutlich gehobenen Anliegen an den Ort schöner und wach gebliebener Erinnerungen zurück. Das Segelrevier auf dem Ontariosee am Kopf des riesigen St. Lawrence River sowie der für die Spiele von 1976 gebaute „Portsmouth Olympic Harbour“ und der ausrichtende Segelclub CORK, sind Buhl also vertraut. Dies sollte positiv und mit Wiedersehensfreude auf ihn wirken.

Etwa 30 der enormen Zahl von 159 Startern aus 63 Nationen können durchaus einen Podiumsplatz erringen. Und unter dieser Elite stellt sich die Frage: Wie wird der neue Weltmeister heißen.

 

   ast 190 105

 

     sap 200

 

 

     stg

 

Kingston / Lake Ontario, Kanada, 02./08.07.2015  (Text und Bilder: Friedl Buhl)

1. Tag (Do., 02.07.15): Qualifying Races 1 und 2

Buhl trumpft zum Auftakt kräftig auf

Er ist es cool angegangen! Hat sich von den typischen Problemeinflüssen in sehr bedeutsamen Situationen nicht beeinflussen lassen. Außer, ich will … Philipp Buhl hat gleich mit Spielbeginn beeindruckend aufgetrumpft und einen sehr guten persönlichen Auftakt verwirklicht. Mit einem Wettfahrtsieg im ersten Rennen und einem 2. Platz in der zweiten Wettfahrt, kann man das wohl so sagen.

Der Allgäuer liegt damit an dritter Stelle, punktgleich mit dem zweitplatzierten Juan Ignacio Maegli (Guatemala). Der Australier Matthew Wearn ist um einen Punkt vorne.

 Ergebnisse nach 2 Wettfahrten

 
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all out 150

 

 

 

               scai 100  

 

             

 

2. Tag (Fr., 03.07.15): Qualifying Races 3 und 4

Buhl setzt Erfolgskurs fort

Philipp Buhl belässt es nicht bei sinem fabelhaften Einstieg in die WM-Serie. Es gelang ihm heute am zweiten Tag, diesmal bei schwachem Wind erneut eine der besten Tagesleitungen abzuliefern. Buhl eröffnete das Tages-Wettkampfgeschehen wieder mit einem Sieg.

In der zweiten Wettfahrt wurde es sehr mühsam. „Das war eine Quälerei.“, meine der Sonthofener. Er rundete erst als etwa Zwanzigster die erste Luvmarke. Doch dann machte er in der Aufholjagt das schier Unmögliche wahr. Im Ziel verbuchte Buhl dann doch den erstaunlich guten fünften Platz. Dieser wurde zum Streichergebnis.

Damit verbesserte er seine Zwischenposition vom dritten auf den zweiten Platz, und dies punktgleich mit Führenden Juan Ignacio Maegli aus Guatemala. Der bis dato erstplatzierte Matthew Wearn (Australien) rutsche schwungvoll nach hinten auf Position 7. Sein Nationenkollege Tom Burton (Weltranglistenerster) kämpfe sich heute mit der besten Tagesleistung in die Spitzengruppe, auf Rang drei. Buhl und Maegli führen auch das beste Bruttopunktekonto.

Ergebnnisse nach 4 Wettfahrten

 
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             konsail 100 100

 

 

 

       seg serv 120 35

 

 

 

3. Tag (Sa., 04.07.15): Keine weiteren Races

Wegen zu schwachem Wind konnten heute keine weiteren Wettfahrten gesegelt werden.

 
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4. Tag (So., 05.07.15): Qualifying Races 5 bis 7

Buhl segelt ins gelbe Trikot

Erneut schwacher Wind auf dem WM-Revier vor Kingston. Doch etwas mehr wie gestern, so dass heute Wettfahrten möglich waren. Aufgrund von Wünschen seitens der Segler verschob die Wettfahrtleitung das Kursareal etwa 1 km gen Westen, um die Windbeeinflussung durch die Insel Simcoe zu verringern. Dies erforderte für die letzten drei Races der Qualifying-Serie ein flexibles Umdenken der strategischen Konzepte.

Philipp Buhl kam mit den teils andersartigen Leichtwindsituationen, die auch allgemein sehr schwierig zu kalkulieren sind, gut zurecht. Er belegte die Plätze 15 (wurde zum neuen Streichergebnis), 5 und 7. Der Sonthofner konnte damit seine Zwischenbilanz verbessern und darf sich für den Start in die Goldfleet-Rennen auf das gelbe Trikot des WM-Führenden freuen.

Punktgleich mit ihm hat sich Nick Thompson (England) auf die zweite Position vorgearbeitet. Juan Ignacio Maegli (Guatemala) behauptete sich weiterhin bis nach dem ersten Tagesrace (3.) als gesamt Bester. Doch in den folgenden zwei Wettfahrten reichten ihn Buhl und Thompson auf Platz drei zurück. Auch der Australier Tom Burton musste sich mit einer Position weiter hinten zufrieden geben.

Philipps Trainingspartner Tobi Schadewaldt fand bei der WM von Anfang an nicht den richtigen Schwung. Er erzielte heute in der letzten Tageswettfahrt mit einem sehr guten zweiten Rang sein bestes Einzelergebnis. Dies beförderte den Hamburger zwar ein mächtiges Stück nach vorne, auf den 58. Rang. Damit verpasste er aber die Qualifikation für die Goldflotte um fünf Positionen.

Für heute ist erneut mit instabilem Leichtwind zu rechnen. Dies könnte sich morgen grundlegend ändern.

Ergebnisse nach 7 Wettfahrten (Ende der Qualifying Serien)

 
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    mader 200

 

 

            max 120

  

 

 

            oakley 150

 

 

 

5. Tag (Mo., 06.07.15): Keine weiteren Races

Wegen zu schwachem Wind konnten heute keine weiteren Wettfahrten gesegelt werden.

 
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6. Tag (Di., 07.07.15): Finaleserie Races 1 bis 3 (gesamt 8 bis 10)

Wettkampfmaschinerie läuft nicht rund

Der erste Tag der Finalserie hat es für Philipp Buhl, den Träger des gelben Trikots, nicht zum Positiven in sich. Es wollte in  verschiedenen Phasen  über alle drei Wettfahrten  nicht so laufen, wie es Topergebnisse erfordern. Zweimal ist dem Sonthofener der Start misslungen. Einmal, und „Das war sehr ärgerlich.“, erklärte Buhl, habe ihm ein Frühstarter seinen Start versaut.

In der zweiten Wettfahrt ist das letzte Sekundentiming für einen Topstart nicht perfekt genug. Die Folgeschädigungen eines schlechten oder auch nur mittelmäßig guten Starts sind aufgrund von  geschwächtem  und verwirbeltem Wind von den voraus segelnden Booten enorm.  Über die Fahrstreckenlänge von etwa 1,7 km einer Startkreuz kann dieser Effekt durchaus mit bis zu 300 m Rückstand bzw. etwa 30 verlorenen Positionen oder mehr zu Buche schlagen.

Auch eine Kenterung  in einer komischen Welle muss der  Führungs-Verteidiger  überwinden. Dies gelingt ihm schnell. Trotzdem kostet die Behebung einer Kenterung  meist mehr als 10 Plätze.

Zu allem Überfluss gesellt sich zu diesen Handicaps noch ein strategischer Fehlgriff. Auf einen starken Winddreher auf der rechten Seite des Kursareals kann Buhl nicht mehr angemessen reagieren und büßt nochmals zahlreiche Positionen ein.

Nach Buhls Worten war das „… heute ein misslungener und zermürbender Tag.“ Die nur zweistelligen Platzierungen, 15., 27. und 13., kosten ihm die Führungsposition.  Für den morgigen Schlusstag muss er das gelbe Trikot an den Briten Nick Thompson abgeben. Buhl darf sich aber noch das rote Hemd des Drittplazierten überziehen. Auf die Zwei schiebt sich der Australier Tom Burton.

Noch stehen drei Wettfahrten aus, wobei nach Ausschreibungsregel am letzten Tag nach 15 Uhr kein Start-Vorbereitungssignal mehr gegeben werden darf.

Erbebnisliste nach 10 Wettfahrten leider nicht verfügbar

 
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7. Tag (Mi., 08.07.15): Finaleserie Races 4 bis 6 (gesamt 11 bis 13)

Mit furiosem Schlusskampf doch noch zum Happy End

Belastet und geschädigt von Fehlern und unglücklichen Situationen des Vortages hat Philipp Buhl für die letzten drei Races nur eines im Sinn: Beste Seglerarbeit verrichten. Topleistung erbringen, um sich nicht weiter von der Spitze zu entfernen. Wenn dies im Hochleistungssport nur so einfach ginge, wie anderswo, etwa durch Fleiß. Nein, hier geht es so nicht. In Wettkämpfen geht es ums Gelingen, um das Durchsetzen in der geballten Gruppe der Weltbesten, die in der einen Sache alle dasselbe im Visier haben.

Buhl beendet die erste Tageswettfahrt als 13.  Nicht sehr gut, jedoch in der leistungsstarken Goldflotte im akzeptablen Bereich. Immerhin schlägt er den führenden Engländer Thompson (25.) und zweitplatzierten Australier Burton (16.). Buhl bleibt auf dem 3. Rang  gesamt. Dies festigt zwar wieder etwas das Selbstbewußtsein, doch der erhoffte Fortschritt zurück an die Spitze blieb noch aus.

Dem folgt stattdessen ein gewaltiger Rückschlag - 48. Dieses desaströse Resultat wird wohl neues Streichergebnis und schlägt daher nur abgemildert zu Buche, doch nicht ohne Auswirkungen: Abrutschen auf die 5. Position, Netto- und vor allem Brutto-Punkte (Punktezahl inklusive Streichergebnis) schnellen kräftig nach oben. Das bedeutete, Buhl ist fortan nur mehr sehr bedingt Medaillenkandidat. Und in der nun letzten bevorstehenden Wettfahrt nochmals ein so „tolles“ Ergebnis und der Allgäuer würde  als sehr enttäuschter Top Twenty heimkehren müssen.

Buhl pendelt am Faden zwischen Absturz und Erfolg. Er ist mental aufs höchste belastet. Mehr geht kaum. Der Wind wird leichter, ist mehr drehend und somit unsicherer zu kalkulieren und viel schwieriger zu beherrschen.
Doch Buhl, der sich für das Ringen um seinen weiteren Karriere-Meilensteines stark gemacht hat, ist mit dem Glauben an sich noch nicht am Ende. Er macht das Unglaubliche und nicht für möglich gehaltene wahr: Ein Sieg zum Abschluss! Eine grandiose mentale und sportliche Leistung. Buhl gewinnt schließlich Silbermetall und wird Vize-Weltmeister im olympischen Laser 2015. Thompson belegt im finalen Rennen den 18. Rang und wird wegen seines komfortablen Punktevorsprungs aus seinem gestrigen Hochleistungstag  neuer und erstmals Laser-Weltmeister. Er nimmt dem Niederländer Nicholas Heiner (19.) die WM-Krone ab. Bronze gewinnt Burton (im letzten Race 23.).

Philipps Buhls Trainingspartner Tobi Schadewaldt hatte bei der WM das Goldfleet verpasst und belegte im Silberfleet mit guten Ergebnissen den 2. Platz, was insgesamt dem 55. Rang entspricht. Tobi und Philipp verbindet beim Training das gemeinsame Ziel: Weltklassewürdig sein und vor allem die erfolgreiche Olympiaqualifikation. In letzterem Punkt sind sie natürlich entschiedene Gegner, denn nach Reglement wird nur einer teilnehmen dürfen. Philipp ist mit seinem jüngsten Toperfolg beim Kriteriumswettkampf WM diesem Ziel ein Stück näher gekommen.

 

   

 

    las ziegel 150

 

 

 

 

           bsv 100 74

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

       dsv 140 109

 

 

 

   bw 175 76  

 

  

 

 

dsh 150

 

Weitere Links zu diesem Event:

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Liebe Leser, das war's hier auf Philipps Webseite zur Weltmeisterschaft in Kingston (Kanada).
Danke für Euer Interesse.
 
Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl
 
 

Von der Laser Weltmeisterschaft in Kingston (Kanada) herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten, meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI) und nicht zuletzt die FD-Segler, die zurzeit die IDM am Alpsee bestreiten. Allen Teilnehmern und meinem Club als Veranstalter  schöne Tage, typische Alpseewinde und viel Erfolg.

Liebe Grüße auch nach Wien und  nach Jordanien zu holario.de .

Ich freue mich auf Eure nächste Begleitung während der Europameisterschaft in Aahrhus (Dänemark) vom 19. / 24.07.2015.

 
Euer Segler
Philipp Buhl
 
 

 veol 175

 

 

 

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 Philipp Buhl eröffnet anschließend Einblicke in seine Empfindungen während wichtiger Stationen der Weltcup-Saison und danach.

Darunter ein Kommentar

(F. Buhl)

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