Der traumhafte Saisonsverlauf von Philipp Buhl


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Drei Weltklasse-Siege!
 

Und mit Silbermedaillen

bei WM und EM

vorzeitig und souverän

Olympianorm erfüllt.

(Zusammenfassender Bericht)

 

 

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Einem Saisonsverlauf, den man sich erfolgreicher nicht wünschen kann, packt Philipp Buhl nochmals eine satte Erfolgsportion oben drauf. Er gewinnt bei der EM in Dänemark die Silbermedaille. Mit diesem jüngsten Toperfolg und dem Vize-Weltmeister vor knapp drei Wochen sicherte sich der Allgäuer nun vorzeitig das Olympiaticket für Rio de Janeiro 2016. „Ein tolles Gefühl!“, gibt Deutschlands Aushängeschild im Hochleistungssegeln zu erkennen.
Die Olympia-Teilnahmeberechtigung schon vor dem dritten und letzten Kriteriumswettkampf in trockenen Tüchern zu haben, stellt den einen Part von Buhls bisheriger 2015-Erfolgsgeschichte dar. Der andere Teil glänzt nicht weniger edel: Gold bei den ISAF Sailing Worldcups in Miami (USA) sowie Weymouth (England) und Sieg bei der Weltklasseregatta auf Palma de Mallorca. Kein deutscher Laser-Segler hat eine solche Erfolgspalette jemals auch nur annähernd gepackt und schon gar nicht in so konzentrierter Form. Und mit diesem Erfolgspaket ist Buhl in diesem Jahr auch weltweit Spitzenreiter und unter den absolut besten Laser-Athleten voll etabliert.

Nun kann sich der Sonthofener auf den verbleibenden Wegabschnitt nach Rio konzentrieren, auf seine ersten Olympischen Spiele, sein bislang höchstes Ziel.

 

(Zu Kingston [WM], Aarhus [EM], Rio de Janeiro [Olympia], 03.08.2015 (Text und Bilder: Friedl Buhl))

 
Vor vier Jahren war die Olympiaqualifikation für Buhl von zähem und Nerven beanspruchendem Kämpfen gekennzeichnet. Am Schluss hat infolge der in Perth (Australien) misslungenen WM  seine schwerste Niederlage gestanden: Olympiateilnahme ade – Rivale Simon Grotelüschen hatte es geschafft!
Dagegen schien während der aktuellen Olympiaausscheidung alles ganz schmerzlos, unspektakulär und schnell zum Erfolg zu führen. Doch der Schein täuscht auch: Schnell, ja - schmerzlos, nein. Zielstrebiges hartes Training, strenge Fokussierung in Verbindung mit Verzicht auf vieles und während der Quali-Kriteriumswettkämpfe (WM und EM) teils extreme mentale Belastungen, nicht zuletzt auch aufgrund hoher externer Erwartungshaltungen. Mentale Beanspruchungen sind besonders bei Seglern aufgrund der langen Wettkampfdauer von zehn bis zwölf Wettfahrten über fünf bis sechs Tage ungewöhnlich hoch. Es kommt nicht allein auf mentale Stärke an, sondern auch auf die Ausdauer in dieser Hinsicht.

Druckverstärkend wirkte für Buhl, dass er für die WM und EM nicht nur ein gutes Abschneiden mit Blick auf Olympia im Sinn hatte. Als Europameister von 2012, WM-Dritter 2013 und WM-Vierter 2014 wollte der in der Weltspitze zwischenzeitlich voll Etablierte natürlich wieder auf das Podium. Und dies möglichst ganz nach oben.

Bei der diesjährigen WM in Kingston (Kanada) war Buhl zunächst auf Medaillenkurs: Dritter, dann Zweiter und am dritten Tag nach sechs Races Führender. Doch dann lief es plötzlich nicht mehr optimal und in der zehnten und zwölften Wettfahrt schlichen sich auch Fehler ein. Buhl rutschte nach hinten. Eine Medaille wurde unwahrscheinlicher. Erst in letzter Stunde, im finalen Rennen, sicherte sich Buhl mit einem großartigen Wettfahrtsieg doch noch die Silbermedaille.
Sein Olympia-Rivale Tobi Schadewaldt (Hamburg) konnte mit einer Platzierung anfangs zweites Drittel im 158 Boote (aus 63 Nationen) starken Teilnehmerfeld nicht für die Qlympiaqualifikation punkten.

IMG 7199 2 img 6960 2Eher konträr verlief die EM im dänischen Aarhus, dem zweiten Kriteriumsevent. Erst am dritten Tag kam Buhl vom zunächst bescheidenen 15. Rang und danach mit stetig guten Ergebnissen an den Podiumsplätzen an. Dann kletterte er unaufhaltsam weiter nach oben - auf den zweiten Rang und am vorletzten Tag sogar an die Spitze des Zwischenklassements. Der EM-Titel war jetzt greifbar nahe. Doch für den endgültigen Griff nach der Goldmedaille musste für die letzten beiden Wettbewerbe am Finaltag wohl alles optimal laufen. Buhls Vorsprung war nicht komfortabel – nur 1 Punkt zu den beiden Nächstplatzierten. Seine letzte Wettfahrt war sehr gut. Er segelte sich in die Führungsposition. Doch am Ende des zweiten Vorwindkurses und damit unweit vom Ziel, verpasste ihm die Jury einen Penalty (Strafe mit zweifachem Strafkringel) wegen vermeintlicher Beschleunigungsvorteile infolge von zwei zu dicht aufeinanderfolgenden und zu kraftvollen Halsemanövern. Buhl verlor zwei Positionen, wurde Dritter. Doch am verlorenen Gesamtsieg änderte diese streitbare Juryentscheidung letztlich nichts, denn Buhls vorletzte Wettfahrt war mit der achten Position einfach nicht gut genug. Rutger van Schaardenburg aus den Niederlanden segelte am Schlusstag einfach besser (3. und 1.). „Schaardenburg ist sehr stark gesegelt und hat verdient gewonnen. Ich freue mich über die Silbermedaille.“, sagte Buhl, sichtlich zufrieden mit seinem erneut großen Erfolg.

img 7367 4Mit den beiden Meisterschaftserfolgen in Kingston und Aarhus machte der zweifache Deutsche Segler des Jahres für sich den Weg nach Rio zu den XXXI. Olympischen Spielen frei. Das dritte Qualifikations-Kriterium steht zwar erst 2016 an. Jedoch hat Buhl bereits 55 Zähler auf dem speziellen Punktekonto des DSV. Kontrahent Schadewaldt erzielte mit seinem 6. EM-Rang 15 Punkte. Der Weltcup in Hyeres 2016 als drittes und letztes Kriterium kann bestenfalls noch 25 Punkte einbringen. Somit ist Buhl mit mindestens 15 Punkten gegenüber Schadewaldt im Vorsprung und folglich uneinholbar. Die endgültige Nominierung für die Spieleteilnahme erfolgt vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erst im nächsten Jahr.

Trainingspartner und Nationalmannschaftskollege Schadewaldt hat sich als großer, fairer und vor allem kollegialer Sportler erwiesen. In seinem Innern musste er wohl Gefühle von Wehmut und Enttäuschung verspüren, nachdem es trotz seines guten Aschneidens bei der EM (6.) für eine Olympiaqualifikation gegen seinen Kontrahenten nicht gereicht hat. Jedoch war nichts davon äußerlich zu erkennen. Im Gegenteil. Nach seinem Zieldurchgang, draußen auf dem Meer stieg der unterlegene Tobi aufs Boot zu Philipp um und feierte mit ihm seinen großen Erfolg (siehe Bild) und natürlich auch ihre gemeinsame Teamleistung. Man kann nur sagen: „Es ist einfach sehr schade, dass im Segelsport pro Nation und Disziplin nur ein Athlet zu den Spielen darf.“

Philipp weiß in dem Moment auch, dass er für sein Team und seine Trainings einen leistungsstarken und für sich hilfreichen Laser-Piloten an seiner Seite eventuell verlieren wird. Der deutsche Nachwuchs hat zurzeit noch größeren Abstand zum Leistungslevel der Weltspitze. „Ich hoffe darauf, dass Tobi dem Laser-Segeln doch nicht den Rücken kehrt.“, sagte Buhl. Er selbst könnte dahingehend das beste Vorbild sein. Buhl hatte – auch wenn es im Dezember 2011 bei der WM in Australien schmerzte – nicht eine Sekunde daran gedacht, wegen einer verlorenen Olympiakampagne aufzuhören. Ganz im Gegenteil. Er gab weiterhin und sogar erst recht Vollgas. Schließlich wurde der unentwegte Weiterkämpfer im olympischen Jahr sogar Deutschlands Segler des Jahres. All dies mit seiner überzeugten Auffassung, dass es im Leistungssport auch noch andere und durchaus ebenbürtige Herausforderungen, Ziele und Attraktionen wie die Olympiade aller vier Jahre gibt.

In Kürze wird sich Buhl auf die Reise nach Rio machen, um auf dem künftigen Olympiarevier zu trainieren und vom 15. bis 22. August 2015 die Aquecce Rio (Preolympic-Regatta) unter olympischen Bedingungen zu bestreiten. Hierzu lesen sie in gewohnter Weise Tagesberichte auf diesem Web. Bis demnächst.

 
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