IDM-2015: Ein kleinerer Vize folgt zwei großen

 
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(Gesamtbericht)

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Bei der Deutschen Laser-Meisterschaft auf dem Bodensee segelte Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt auf den zweiten Rang.

Er hat sich damit bei den Meisterschaften (Vize bei WM und EM) offensichtlich komplett auf die Silbermedaillen eingeschossen. Den Titel holte sich erstmals Lukas Feuerherdt vom Segelclub Mardorf. Bronze gewann. Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein "Müritz").

 

(Friedrichshafen / Bodensee, 01./04.10.2015 (Text und Bilder: Friedl Buhl))

Die IDM am Bodensee hatte es in sich. Oder zutreffender gesagt, sie hatte nicht in sich, was man für eine Segelregatta am dringendsten benötigt und erhofft: Wind. Von acht geplanten Wettfahrten kamen trotz stundenlangem Windabwarten und mehreren abgebrochenen Fleet-Wettfahrten nur vier zustande. Ein Streichergebnis gab es somit auch nicht. Gerade unter diesen Umständen wäre es wichtig gewesen. Will man es kritisch betrachten, dann waren auch die Windverhältnisse für die gewerteten Wettfahrten zu dürftig. Sie verliefen nämlich durchwegs bei 0 bis max. 2 Beaufort. Mit richtigem Segeln hatte dies – abgesehen vom abschließenden Medalrace - nur bedingt zu tun. Richtig und Verständlich ist natürlich, dass Veranstalter bzw. Wettfahrtleiter ihr aufwändig vorbereitetes Event zustande bringen wollten und alle, auch die grenzwertigen Möglichkeiten dafür genutzt haben.

Neben den schlechten Noten für den Wind gibt es auch gute zu verteilen. Neuer Deutscher Meister wurde nicht Topfavorit Philipp Buhl. Den Titel holte sich kein Unbekannter aber doch eher ein seglerischer Außenseiter. Lukas Feuerherdt vom Segelclub Mardorf heißt der neue Deutsche Laser-Meister. Ohne Zweifel ist er sehr gut gesegelt. Buhl, der auch im Medalrace den Punktrückstand gegen ihn nicht mehr vollständig ausgleichen konnte, musste sich mit dem Vize zufrieden geben. Buhl ist trotzdem gut gesegelt, auch wenn man annehmen darf, er müsste das für diese nach seinen Maßstäben deutlich untergeordnete Regatta mit links für sich entscheiden. Es ist eben wesentlich auch eine Frage der äußeren Bedingungen, wie im Segelsport das komplexe Können auch tatsächlich ausgespielt werden kann.

Schon zehn Sekunde vor dem Startschuss zur ersten Wettfahrt konfrontierte Buhl ein Hemmnis mit nachhaltiger Wirkung. Ein Penalty der Jury, verbunden mit einem 720 °-Strafkringel, vermasselte ihm den Start total. Der nun Zeit- und Abwindgeschädigte konnte diese Wettfahrt trotz der massiven Handicaps als Sechster beenden. Zur Berechtigung dieser Strafe deutete Buhl auf Nachfrage an: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sie unberechtigt war.“ Für ihn landeten bereits Punkte im Eimer, die ihm am Ende fehlen sollten. Buhl zeigte im weiteren Verlauf der Regatta keine Blößen. Bei allen wegen Windabflauen abgebrochenen Bewerben war er vorne dabei. Auch die Ergebnisse aller gewerteten Wettfahrten (2., 4. 1.) waren okay. Weniger okay war sein nur siebter Platz beim Medalrace bei strömendem Regen (Feuerherdt Achter). Buhl hätte noch zwei Plätze zwischen sich und seinen Hauptkonkurrenten segeln müssen. Dann hätte er einmal mehr den Deutschen Titel in der Tasche gehabt.

Dies musste für Buhl, der sich nach strenger Saison in der Regenerations- und Wettkamp-Ruhezeit befand, wohl nicht dringend sein. Und unter anderem schon deshalb ist auch die letzte Konsequenz und Bereitschaft zum harten Einsatz nicht voll präsent. Entsprechend lässig und gönnerisch hat Buhl den Ergebnisendstand hingenommen. Er Hat sich für den neuen Deutschen Meister und seinen gleichzeitig größten seglerischen Erfolg offenherzig gefreut.

Wenn das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei.“ stimmt, wenn es auch im Fall von Philipp Buhls Erfolgen dieses Jahres zutreffen sollte – dann ... J. Der zweifache Deutschlands Segler des Jahres wurde heuer Vize-Weltmeister, Vize-Europameister und neuerdings auch Deutscher Vize-Meister, und er gewann zudem drei Weltklasse-Regatten. Die Weltcups in Miami, Weymouth und die traditionsreiche „Trofeo Princesa Sofia“ vor Palma de Mallorca. Großartiger geht es eigentlich nur im Traum. Mit Blick auf’s Sprichwort fragt man sich, was die bisherige Glanzsaison sonst noch in petto haben könnte. Man darf gespannt sein.

Endergebnisse 

 
 

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Nachfolgende die Tagesberichte
 

1. Tag (Do., 01.10.15): Race 1

Kein ungewöhnlicher Einstieg - Erinnerungen

Heute hatte er keine Chance. Während er in den letzten Tagen noch voller Power war, brach er ausgerechnet heute und überaus pünktlich zum Beginn der Segel-Meisterschaft jämmerlich zusammen. So ist es eben nicht selten, wenn man ihn braucht und sich  ihn wünscht, den lieben Wind.  Die Lokalthermik setzte sich heute wider Erwarten durch. Aber dies leider nur als zarte wackelige Seebrise und somit für das Seglerherz ebenso jämmerlich, wie der über die letzten Tage überzeugende Nordostwind die Segler heute im Stich ließ.

Für Philipp war dies heute nicht das Problem. Er passiert das Ziel nach einer außergewöhnlich langdauernden und heute einzigen Wettfahrt - man auf denersten Blick wohl sagen -  als nur Sechster. Dieser nicht berauschende Regatteinstieg errinnert etwas an die Kieler Woche von 2014, die er - nebenbei erwähnt - mit dem einmaligen Gold-Hattrick gekrönt hat. Damals hatte Philipp gleich in der ersten und dann auch noch in der zweiten Wettfahrt von der Jury jeweils eine gelbe Flagge-Strafe erhalten. Für ihn sonst eher eine seltene Angelegenheit. Heute war Philipp noch früher und zum denkbar ungüngstigsten Zeitpunk im Fokus der Jury: 10 Sekunden vor dem Startschuss musste er auf einen Penalty reagieren. Ein völlig misslungener Start hätte nicht toller verzögert, als die nun fälligen 720 °-Strafkringel, währenddessen seine Konkurrenten bereits munter loszogen. Trotzdem schaffte der kräftig Abwindgeschädigte bei zudem schwachem und launischem Bodenseelüftchen  noch den sechsten Platz.

Es ist richtig, wenn die Jurys und Wettfahrtleitungen nicht nur auf der Ebene hochrangiger internationaler Regatten Strenge und Konsequenz walten lassen, sondern auch bei kleinen Events. Man darf nun gespannt sein, wie es mit dem Durchsetzungsvermögen gegen Wettfahrtregelverstöße in den nächsten Tagen bestellt ist.

Zwischenergebnisse nach Race 1

 
 
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2. Tag (Fr., 01.10.15): Race 2 und 3

Es bleibt spannend!

Egal wie die das Rennen um den Laser-IDM-Titel ausgeht, der Shootingstar der ersten Halbzeit heißt Lukas Feuerherdt (Segelclub Mardorf). Kein anderer des 34-köpfigen Laser-Feldes vermochte dem Topfavoriten aus dem Allgäu über die erste und die weiteren zwei Leichtwindwettfahrten heute so nachhaltig Paroli bieten und ihn sogar  konsequent im Schach halten. Feuerherdt führt klar und Philipp Buhl macht es spannend. Der Vizeweltmeister ist weiterhin in der Angriffsposition und muss zunächst vor allem den Mardorfer im Visier behalten. Mit ordentlichen Einzelplatzierungen (2., 4.) segelt Buhl sich vom gestrigen sechsten auf den zweiten Platz vor. Ihm folgt Alexander Ebert (Seglergemeinschaft am Müggelsee). Buhls zeitweiser Trainingspartner und Nationalmannschafts-Mitglied, Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein "Müritz"), musste seine gestrige Führung abgeben und rutscht auf Rang sechs ab.

Um Spannung besteht also gewiss keine Sorge. Und die Chancen auf drei oder gar vier weitere Wettfahrten am Samstag stehen mit Blick auf die zu erwartenden Windverhältnisse nicht schlecht.

Zwischenergebnisse nach Race 1 bis 3

 
 
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3. und 4. Tag (Sa. und So., 02./03.10.15): Race 4 und Medalrace

Kein IDM-Titel, sondern den Vize für den Vize-Weltmeister

Vordringliches Randthema war auch am dritten Tag der sehr spärliche Wind. Was am Vormittag überraschend recht vielversprechend begann, endete alsbald mit zügigem Abflauen und schließlich einem Wettfahrtabbruch. An die 100 Boote durften wieder zurück an Land. Eineinhalb Stunden später signalisierte die Wettfahrtleitung erneut Auslaufen, um eine zaghaft aufkommende Thermikbrise eventuell schnell nutzen zu können. Aber der Wind wollte einfach nicht. Erneut ein Start und wiederholt ein Abbruch auf etwa halbem Kurs. Philipp Buhl wäre jedesmal bestens im Rennen gelegen. Nach stundenlangem Windabwarten auf dem Wasser gelang dann doch noch eine vollständige Wettfahrt bei Schwachwind, der großteils unter der Mindestwindstärke von 4 Knoten (ca. 1 Beauffort) lag. Das Race gewann Philipp. Sein Hauptgegner Lukas Feuerherdt (Segelclub Mardorf) wurde Dritter. Buhl verblieb, zwar mit etwas geschmälertem Rückstand, auf dem zweiten Rang des Zwischenergebnisses. Bis auf das Medalrace am Folgetag war die IDM gelaufen. Vier weitere geplante Wettfahrten und auch das Streichergebnis (erst ab fünf Fleetraces) fielen dem Bodenseewindchen zum Opfer.

Philipps letzte Chance war nun noch das Medalrace am Folgetag. Ausnahmsweise gab es mehr Wind, schwach mittelmäßigen. Doch es wollte nicht klappen. Philipp bezwang zwar Feuerherdt, doch nicht deutlich genug. Philipp, nur Siebter, benötigte ein um zwei Positionen besseres Resultat. Dann hätte er Silber in Gold verwandelt und den Titel statt den Vize mit nach Hause genommen.

Der amtierende Vize-Welt- und Vize-Europameister und nun auch noch Deutsche Vizemeister ließ keinerlei Enttäuschung erkennen. Warum auch! Er und die Seglerwelt weiß, welch sehr viel höhere Hürden er heuer bravorös bezwungen hat. Nun freute er sich gönnerisch für den neuen und erstmaligen Deutschen Meister im Laser, Lukas Feuerherdt, der sehr gut gesegelt ist und sich glücklich über seinen größten Erfolg fühlte. Die Bronzemedaille gewann Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein "Müritz"). 

Endergebnisse nach Race 4 plus Finale 

 
 
 
 
   

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