Laser World Championship 2016

Philipp Buhls wichtigster Test vor Olympia - und es gilt, WM-Metall von 2015 zu verteidigen

(Tagesberichte)

Am heutigen Donnerstag, 12.05.16, um 13 Uhr lokaler Zeit (nach unserer Zeit [MEZ] um 20 Uhr wird an der pazifischen Westküste vor Mexiko das erste Vorbereitungssignal für die Laser-Weltmeisterschaft ertönen. Deutschland, oder etwas detaillierte gesagt, das Allgäu ist mit zwei bzw. einem Athleten beim nunmehr bedeutsamsten Event vor den Olympischen Spielen vertreten: Philipp Buhl mit seinem Nationalmannschaft-Trainingspartner Theodor Bauer.

Mit Philipp Buhl ist kein geringes Kaliber am Start. Der vor rund zehn Tagen frisch gekrönte Weltcupgewinner von Hyeres trägt den Status des Vize-Weltmeisters. Man muss keine besondere Phantasie aufbringen, und doppelt nicht, wenn man den Sonthofner kennt, um seine Zielsetzung zu erahnen. Für ihn wird es ganz sicher auch ein bedeutsamer Test, wenn er nochmals mit der geballten Weltelite bei einem Wettkampf dieser Kategorie zusammentrifft.

Am Start sind 114 Athleten. Gesegelt werden nicht weniger als 14 Wettfahrten in sieben Tagen.

Videoclip-Laser_WM

(Nuevo Vallarta / Pazifikküste, Mexiko, 12./18.05.2016  (Text: Friedl Buhl))

WM, 1. Tag (Do., 12.05.) Qualifying-Races 1 und 2

Solider Anfang mit tollen Momenten

Das erste Rennen beendet er als Dritter, obwohl er die erste Luvmarke „nur“ als etwa Zehnter rundete. Das Ziel zählt ihn im zweiten Race als Zwölften, trotz Führung am Ende der Startkreuz. Welch eigenartige und interessante Gegensätzlichkeiten.

„Es wäre viel, viel mehr drin gewesen“, urteilte Philipp Buhl mit Blick vor allem auf die zweite Wettfahrt. Die Führung büßte er nach der Startkreuz wegen einer Strafentlastung (720°-Kringel) ein. Buhl musste über zehn Boote an sich vorbeiziehen lassen. Solche Vorgänge kommen im Booteknäuel besonders während der ersten Luvmarken-Passage, wo es oftmals heiß hergeht, einfach vor. „Was mich aber sehr ärgert, ist die gelbe Flagge auf dem Vorwindkurs.“, äußerte Buhl. Das kostete ihm erneut Positionen, die er bis dahin schon wieder herausgekämpft hatte. Erneut also ein 720°-er und erneut ein Positionsrückschlag. Im Ziel dann trotz 1440° Drehungen, was vier Wenden und vier Halsen an Ort und Stelle entspricht, noch ein zwölfter Rang. Das ist einerseits super und vermittelt Vielversprechendes für den Fall, wenn Wettfahrten wieder auf dem direkten Weg ablaufen.

Während seiner Seglerzeit hatte Buhl wie vergleichbare Athleten auch wohl mehrere Jury-Strafen hinzunehmen. Manchmal ärgerte er sich darüber und manchmal auch sehr. Dann schien das ein Zeichen dafür zu sein, dass die Strafen aus seiner Sicht sehr grenzwertig oder vielleicht auch zu unrecht gegeben wurden. Berufssegler auf diesem Level können sehr sicher einschätzen, was erlaubt ist und was nicht. Bei einzelnen Juryleuten gibt es in dieser Hinsicht nicht ganz selten auch größere Zweifel. Ob das hier zutraf, …? Letztlich egal wie.

Fakt ist, der siebte Platz des Sonthofners im Gesamtfeld von zwei groß dimensionierten Laser-Flotten passt, ist auch bei hohen Ambitionen noch voll im grünen Bereich. Die innere Kampfeinstellung stimmt. Alle weiteren leitungsbestimmenden Komponenten lassen keine Wünsche offen.

Ergebnisse nach 1. Tag, 2 WF


WM, 2. Tag (Fr., 13.05.) Qualifying-Races 3 und 4

Unterschiede: Kletterer - Segler? Mentale Stärke hilft Philipp Buhl

Wollte man den Kletterer mit einem Segler nach zwei markanten Unterschieden vergleichen, stellte man fest: Der Kletter muss erst ein Stück nach oben, um überhaupt abstürzen zu können. Im Fehlerfall fängt ihn das Sicherungsseil und es sollte im Normalfall erneut die paar Absturzmeter nach oben und schließlich wieder weitergehen.

Der Segler kann durch eine Disqualifikation abstürzen, bevor die eigentliche Wettfahrtaktion beginnt. Er hat kein helfendes Sicherungsseil. Nur seine mentale Ausstattung steht ihm jetzt noch zur Seite, um (mehr oder weniger gut) wegzustecken und neu aufzuholen, was ihn nach unten gerissen hat.

Einen solchen Absturz musste Philipp Buhl in der ersten Tageswettfahrt erfahren und mühsam verdauen. Mühsam verdauen vor allem, weil den Absturz ein lockerer Haken verursachte – allerdings nicht bei ihm. Die Jury hat ihn während der dampfend heißen Startphase, ca. 30 Sekunden vor dem Schuss, geflaggt. Buhl war disqualifiziert. Im privaten Gedankenaustausch machte er deutlich, dass er in seinem ganzen Seglerleben noch nie eine solch extrem unrichtige Juryentscheidung erlebt habe. „ Von all den Gelben Flaggen, die ich in meinem Leben bekommen habe, war diese mit Abstand die unnötigste und mit Abstand die ungerechtfertigste.“ Warum? Ein gegenerisches Boot, das zuvor geflaggt wurde, musste rückwärts aus dem Startpulk herausdriften, blieb dabei an Buhls Mast hängen (nebenbei Regelverletzung seitens des Kanadiers). Buhl musste sich natürlich zu befreien versuchen, um ein totales und weiter übergreifendes Chaos zu vermeiden, wriggte somit auch mit dem Ruder, allerdings voll im erlaubten Bereich (nämlich zum Zwecke des Abfallen des Bootes) und wurde dafür bestraft. Es ist unglaublich, … Am Start verhalte er sich, so Buhl, immer streng im legalen Bereich, und er sei auch bei all den Hunderten von internationalen Wettfahrten (außer einmal bei einer deutschen Meisterschaft) noch nie aufgrund seines Startverhaltens von der Jury mit einem Penalty belegt worden. Sicher kein Beweis, aber doch ein sehr eindrucksvoll untermauernder Hinweis, auf korrektes Verhalten.

Buhl war also für die dritte Wettfahrt zum Ärger über eine gediegene Fehlentscheidung und zum Warten auf den Beginn der zweiten Wettfahrt verdammt. In dieser innerlich turbulenten Phase kommt das „Sicherungsseil“ zum tragen, das der Segler aber nicht hat. Er muss jetzt in erster Linie ganz alleine sich fangen und mit seiner Schadenssituation klar kommen. Mentale Stärke und Erfahrung in worst case Situationen kann ihm nun entscheidend helfen. Ansonsten droht Absturz in größere / große Tiefen. Buhl wurde zunächst vom sechsten Rang jäh auf den über 40. hinuntergerissen.

Bis zum Start in der Folgewettfahrt, nach ca. 1,5 Stunden, hat Buhl offensichtlich sein Inneres auf Ausgeglichenheit und seine Konzentration auf das nun Wichtigste frisch eingetrimmt. Er ersegelt einen hervorragenden 3. Rang. Und er verweist damit die bis dahin führende Gruppe auf die Plätze. Im Zwischenklassenment kopft er wieder an der Tür der Top Ten, landet auf Platz neun. Over all führen Tonci Stipanovic (Kroatien) vor Nick Thompson (England) und Jean-Baptiste Bernaz (Frankreich).

Ergebnisse nach 2. Tag, 4 Wettfahrten

Webseite Veranstalter


WM, 3. Tag  (Do., 14.05.) Qualifying-Races 5 und 6

Er klettert wieder, ... und wie - der Vize-Weltmeister !

Einen sehr zufriedenstellenden Tag konnte Vize-Weltmeister Philipp Buhl heute verzeichnen. In der ersten Wettfahrt passiert er als Vierter das Ziel. Im Zwischenklassement erfährt er mit dieser guten Platzierung eine Verbesserung um zwei Positionen auf Rang sieben.

phibuh 100 3Die sehr zuverlässig auftretende schöne Seabreeze zwischen 7 bis 13 … 15 Knoten (2 bis 4 Beaufort) Stärke zeigt täglich weitgehende Ähnlichkeiten. Jedoch präsentiert sie sich dennoch mit unterschiedlich sympathischen Gesichtern. Die Segler müssen sehr genau hinsehen – schon im Vorfeld – und sich während des Wettkampfes gekonnt hineinfühlen, was der Wind mit Ihnen wohl nächstens vor hat. Philipp Buhl erklärte: „Heute zeigte sich die Windrichtung launisch. Das war sehr schwierig. Immer wieder schwankte der Wind länger zwischen 15 bis 25 °. Man kann das Verhalten nur bedingt und nie sicher voraussehen. Dies wäre aber strategisch sehr wichtig.“

Der Allgäuer beweist einen guten Riecher für diese Situation. Nach einem gelungenen Start, erreicht er die „ewig lange Startkreuz“ (Zitat Buhl) knapp als Erster. Im Weiteren verläuft alles gut. Er belegt am Ende den dritten Rang und lieferte damit eine top Tagesleistung ab.

Damit rückt Buhl in der Overall-Wertung nach sechs Wettfahrten nochmals um eine Stufe nach vorne auf den sechsten Platz. In der Führungsgruppe ergaben sich diverse Verschiebungen. Titelverteidiger Nick Thompson verdrängt den Kroaten Tonci Stipanovic aus der Führung auf Rang drei. Jean-Baptiste Bernaz (Frankreich) sichert sich die zweite Position. Matthew Wearn (4., Austarlien) und Robert Scheidt (5., Brasilien) können ihre Ränge verteidigen, müssen aber dennoch aufgrund bescheidener Platzierungen (11. bzw. 8. In der zweiten Tageswettfahrt) etwas Federn lassen. Buhl ist den beiden mit sehr schlagkräftiger Tagesleistung nun nahe an die Fersen gerückt.

Ergebnisse nach 3. Tag, 6 Wettfahrten

Webseite Veranstalter Videoclip-Laser_WM


 WM, 4. Tag (So., 15.05.) Finalserie-Races 1 und 2 (gesamt 8)

Hürden, die Spiel und Erfolg verderben, nicht aber Buhls Motivation und Kampfgeist

Gestern erlebte er seinen ersten echten Erfolgstag, nachdem zuvor sein Verteidigungskampf um den WM-Medaillenstatus immer wieder von Pechsträhnen durchzogen war. Trotzdem hielt sich Vize-Weltmeister Philipp Buhl permanent unter den Top Ten. Gestern noch auf Platz sechs overall, muss er erneut mäßige Rückschläge verkraften.

In der ersten Wettfahrt gelang ihm der Start nicht optimal. Dieser ist auf dem mexikanischen Revier ganz besonders wichtig, weil ein Art strategisch bedingter Run, ein gnadenloses Speedrennen zur meist bevorzugten Seite stattfindet. Damit preschen Startrisiko und der Traum nach freier Fahrt an der Frontline hart aufeinander. Ein Sekundenbruchteil oder vielleicht 1 Vorsichtmeter zum Startsignal zu spät, und das war’s dann auch schon für Buhl: 25. am Ende der üppig langen Startkreuz. Das Rennen ist faktisch verspielt. Der Sonthofner schafft es dennoch, den Schaden auf ein faszinierendes Maß zu begrenzen. Mit seinem zehnten Rang im Ziel war er gemäß der Umstände mehr als zufrieden. Nicht erfreulich war natürlich ein kleiner Rückschritt in der Gesamtwertung, wo er doch entschlossen weiter nach vorne will.

Buhl setzt nun für die zweite Wettfahrt alles auf eine Karte. Doch dazu will es dieses Mal das Schicksal nicht kommen lassen. 20 Sekunden noch bis die virtuelle Startlinie öffnet. Verdamm, was spielt sich in Buhls Lee ab. Ein türkisches Boot, das in der zweiten Reihe eilig noch nach einer Startlücke sucht, fädelt in Buhls Großschot ein und erhetter sich. Das war’s erneut. Dieses Mal, wie bereits am zweiten Tag, komplett fremdverschuldet. Der Start war versaubeutelt und mit keinen Mittel wieder gut zu machen. Alle waren weg, der Geschädigte eilt mehr oder weniger hoffnungslos hinterher. Statt das Register eines risikobeladenen Angriffsszenario zu ziehen, muss der Allgäuer den worst case-Schadensbegrenzungspfad einschlagen, um bestmöglich aus dem eingebrockten Schlamassel heraus zu kommen. Dies gelingt den Umständen gemäß wirklich hervorragend. Wieder macht er aus einer voll geschädigten Ausgangsposition einen noch brauchbaren elften Platz.

Beide heutigen Platzierungen sind zwar kein Desaster, jedoch führen sie den Mann mit seinen hohen Zielsetzungen wieder ein Stück vom Ziel weg. Er fällt auf den neunten Rang des Zwischenklassements zurück. Doch Buhl bleibt gelassen und hofft erneut auf wenigstens weniger unglückliche Umstände oder noch positiver: auf die berühmten Quäntchen Glück.

Ab jetzt geht es für die bessere Hälfte gesteigert zur Sache. Das Goldfleet ist formiert und leitet die Finalserie aus weiteren sechs Wettfahrten an noch drei Tagen ein. Ein Medalrace, wie bei Olympia und Weltcups, gibt es bei den Wertungsformaten bei EM und WM nicht.

Ergebnisse nach 4. Tag, 8 Wettfahrten (leider nicht präsent)

Webseite Veranstalter

Bildergalerie


WM, 5. Tag (Mo., 16.05.) Finalserie-Races 3 und 4 (gesamt 10)

Desaster- plus Topergebnis, und Buhl öffnet wieder das Tor nach vorne

Welch ein Tag, welch ein Gefühlsmix für einen Athleten, der unzweifelhaft das Zeug für einen Aufstieg bis in die aller obersten Positionen hat, mehrfach infolge unglücklicher Missgeschick wieder ein Stück hinuntergerissen wird und zu allem Überfluss gleich im ersten Goldflottenrace ein niederschmetterndes Ergebnis zu verbuchen hat. Ein 38. Rang befördert Philipp Buhl jäh von Rang neun auf dreizehn zurück. Ab der nächsten Wettfahrt kann dieses Ergebnis zwar gestrichen werden, aber auf dem Bruttokonto bleibt ihm die Belastung. Er darf sich dann keinen weiteren Patzer mehr erlauben, denn aus den sechs Bewerben der Finalserie kann nur einer gestrichen werden. Damit steigt die mentale Belastung für den zweifachen WM-Medaillengewinners noch mehr, nachdem seit der dritten Wettfahrt das Damoklesschwert wegen des zweiten Jury-Penalty (insgesamt x Gelbe Flagge, davon eine hochgradig sinnlos und ungerecht) über ihm schwebt. Eine dritte Yellow Flag würde für ihn eine erneute, aber dieses Mal nicht streichbare und somit verschärfte Disqualifikation zur Folge haben. Buhl muss also im grenzwertigen Agieren etwas vorsichtiger sein.

Was den 38. Platz bewirkte, bleibt etwas im Dunkeln. Buhl berichtet: „Es hat zunächst alles sehr gut funktioniert. Start war gut, Speed war gut. Alles hat richtig gut ausgesehen.“ Doch gegen Ende der Startkreuz kosten ihm an seiner Kursposition ungewöhnliche negative Einflüsse aus Winddreher und wahrscheinlich auch starken Strömungen „… dieses mal schier unendlich viel“, so Buhl, und weiter: „Mit Aufholen war nicht mehr viel möglich.“ Ein schwerer Dämpfer steht damit. Ähnlich erging es auffällig vielen Seglern der ersten Golfleethälfte.

Jetzt waren starke Nerven und eine stabile mentale Ausstattung gefragt. Und dies beweist er. Der erneut und soeben Geschädigte fasst sich beeindruckend schnell und segelt eine perfekte Folgewettfahrt. Im Luv rundet er als Erster. Auf dem ersten Vorwindkurs muss er die Führung an seinen nächsten Verfolger, den Zyprioten Pavlos Kontides abgeben. Buhl erklärt dies so: „Ich musste einfach etwas ruhiger fahren. Unter Vorwind ist die Gefahr einfach am größen, dass Du eine Gelbe Flagge kassierst.“

Im Ziel konnte sich der Sonthofner über sein Come Back-Ergebnis glücklich fühlen. Er springt in der Gesamtrangliste mit einem Riesenschritt auf Rang sieben vor.
Es führen Thompson (England) vor Bernaz (Frankreich), Scheidt (Brasilien), Wearn (Australien), Kontides und Burton (Australien). Der Brasilianer, momentan auf Bronzeposition, liegt nicht mehr als zehn Punkte vor dem Deutschen.
 

Täglich sehr lesenswerte Berichte zur Laser-WM von Tatjana Pokorny in YACHT.DE

Videoclip zur Laser_WM


WM, 6. Tag (Di., 17.05.) Finalserie-Races 5 und 6 (gesamt 12)

Dramatik nicht zu überbieten! Buhl mit Nerven aus Stahl im endlosen Up and Down

Gestern: Nach dem Niederschlagresultat (38.) flammte in der Folgewettfahrt mit einem zweiten Platz die Hoffnung wieder voll auf. Nun sollte hoffentlich nichts mehr schief laufen.

Doch es kam heute anderes. In der ersten Wettfahrt zaubert der Vize-Weltmeister einen dritten Platz. Man darf wohl von zaubern reden, denn nach der Startkreuz rundet er „nur" an 15. Stelle. Da gibt es ganz vorne meist nichts mehr zu holen. Aber es gelingt ihm das schier Unmögliche dennoch. Auf den weiteren Kursabschnitten überholt Angreifer Buhl nicht weniger als zwölf seiner Konkurrenten. Ein vermeintlich richtiger, aber doch sehr gewagter strategischer Plan ging insbesondere auf der zweiten Kreuz auf, indem sich Buhl für die linke Seite entscheidet. Die meisten segelten nach rechts. Rechts war bisher fast immer die bessere Seite – fast immer. Buhl frischte seinen früheren Spitznamen, „Mr. Other-Side“, wieder einmal eindrucksvoll auf.

Buhl ist nun in Reichnähe zu den Medaillen. Aber – als ob für ihn ein eigenes Gesetz gelten sollte – so sollte es nicht bleiben. In der zweiten Wettfahrt kollidiert er im Gefechtseifer mit der Luvmarke. Der Pechvogel muss erstmal zurückdriften, dann kringeln, und schließlich zum erneuten und korrekten Bojenrunden in die lückenarme anpreschende Booteschlange gekonnt wieder einfädeln. Er erzählte: „Es ging wirklich chaotisch zu. Ein schneller Blick sagte mir, ich bin jetzt im letzten Fünftel.“ Jetzt nur nicht die Motivation und den Kampfgeist verlieren, mögen seine ersten Gedanken wohl gewesen sein. Sein zweiter vermutlich, Vorsicht wegen der Geschichte der zwei gelben Flaggen und der Jury. Beides zusammen ergab offensichtlich einen wirksamen Mix im Kampf nach vorne. Buhl kreuzte Ziel als 25. – ein super Aufholergebnis, aber dennoch ein Ergebnis, das den Vormarsch stagnieren lässt.

In der Zwischenwertung trippelt der Sonthofner zwar um eine Position auf Rang sechs vor, aber bis zu den Medaillenrängen ist der Abstand um einen Zähler größer geworden (11 Punkte). Es führt weiterhin der Engländer Thompson vor BernCypern verdrängte die Laser-Legende Robert Scheidt (Brasilien) vom Bronzemedaillenrang.

Webseite Veranstalter


WM, 7. Tag (Mi., 18.05.) Finalserie-Races 7 und 8 (gesamt 14)

Es ist vorbei. Philipp Buhl jetzt ehemaliger Vize-Weltmeister. Trotzdem das allermeiste meisterhaft gemacht  :-)

Danke für die vielen und enorm spannenden Momente

Ohne Happy End gingen für Philipp Buhl die WM-Wettkämpfe zu Ende. Es hieß nun, Abschied nehmen vom Status des amtierenden Vize-Weltmeisters und seiner Zielsetzung, eine dritte WM-Medaille in seine Sammlung einzustellen.

In der ersten Wettfahrt des Finaltages kämpfte sich Buhl mit einem soliden neunten Rang nochmals nach vorne auf Schlagdistanz um die Medaillenränge. Von Position sechs der Gesamtwertung verbesserte er sich auf den vierten Rang mit 14 Punkten Rückstand zu Kontides (Cypern), der vorläufig den Bronzeplatz besetzte. Die drittrangige Medaille war für Buhl noch realistisch, wenn er in der noch ausstehenden letzten Wettfahrt das Ziel unter den ersten Drei erreicht: eine extreme Anforderung.

Buhl wollte offensichtlich alles auf seine letzte Karte setzen, nachdem für ihn in der finalen Wettfahrt das nötige Ergebnis nicht mehr erreichbar schien. Er entschied sich auf der Kreuz, konträr zu seinen Kontrahenten, für die linke Seite. Diese Strategie führte aufgrund der täglichen Zeitverschiebung der Tidenströmungen im Verlaufe der zweiten Regattahälfte immer öfter zum Erfolg. Das Zeitfenster war nach allen Erfahrungen jetzt durchaus günstig. Aber es blieb eine Portion Ungewissheit bei der Einschätzung, weil die Meeresströmungen während der einlaufenden Flutwelle ungewöhnlich stark turbulent waren und wenig Regelverhalten zeigten.

Buhls mutiger Risikoschritt und Rettungsversuch ging dieses Mal daneben. Wie sich im weiteren Verlauf zeigte, war doch die Gegenseite unter dem Einfluss der Windstromcharakteristik, Winddreher, Windstärkeverteilung und der Meeresströmungen für zumindest ein fünf- bis 15minütiges Zeitfenster die deutlich bessere. Niemand kann dies verlässlich vorhersehen. Es hätte durchaus anders kommen können.

Für seine letzte Aktion auf der Jagd nach einer Medaille erhielt Buhl die Quittung über einen 55. Rang. Für die Endwertung resultierte ein Rückfall von Rang vier auf acht. Buhl dazu: „Ob am Ende ein vierter, oder sonstiger Top Ten-Platz herauskommt, war mir nicht sehr wichtig. Mein erklärtes Ziel war eine Medaille. Deshalb durfte ich in letzter Konsequenz auch ein hohes Risiko nicht scheuen. Es sollte halt nicht sein.“

Dieser Eindruck ist nicht aus der Luft gegriffen, wenn man das spannende und nervenzehrende Auf und Ab des ehemaligen Vize-Weltmeister im Verlaufe der 14 Wettfahrten in 7 Tagen nonstop mit verfolgt hat. Unter seine deftigen Rückschläge fielen zumindest zwei mit den Merkmalen ungerecht, sinnlos und fremdverschuldet in die Kategorie „Sonderbelastung“ für Buhl. Dies schnell und ebenso nachwirkungsfrei wegzustecken, und bis zuletzt immer wieder an den Ball zu kommen, hat beeindruckend seine mentale wie seglerische Stärke bewiesen. Der „Verlierer“ hatte alles, um auch gewinnen zu können. Er mag und soll ruhig etwas traurig sein über sein verfehltes Ziel. Aber bitte Philipp: „Sei nicht enttäuscht, nicht über Dich. Dies wäre objektiv fehlplatziert.“

Der neue Weltmeister ist der Titelverteidiger, der Brite Nick Thompson. Gratulation!. Der Silbermedaillengewinner, der Franzose Jean-Baptiste Bernaz, der seit vielen Jahren einem großen internationalen Erfolg hinterher segelt, wird sich unendlich und verdient freuen. Die Bronzene ging nach Australien, an Matthew Wearn. Er ist aber nicht der australische Olympiateilnehmer. Dem mehrfachen früheren Weltmeister Robert Scheidt (Brasilien) wurde auch die schwer zu beherrschenden Bedingungen des letzten Wettkamptages zum Verhängnis. Vor dem Finaltag noch vor Buhl (5.), in der Endwertung Zehnter. Sehr bitter erging es dem Olympia-Silbermedaillist Pavlos Kontides (Cypern). Am Vortag Tag noch auf der aussichtsreichen dritten Position, flog er im schier freien Fall auf den 16. Platz der Schlusswertung zurück.

 

 

Liebe Leser, das war's von der WM in Nuevo Vallarta in Mexiko. Danke für euer Interesse.
Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl
 
Von der WM vor Nuevo Vallarta in Mexiko herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
Euer Segler
Philipp Buhl

 

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