Familientreffen in Rio de Janeiro

Olympia jetzt ganz nah  -  Sehr beeindruckende Eröffnungszeremonie  -  Philipp mit geballtem Rückhalt der Familie

Das Gewöhnliche in Rio de Janeiro und der weiten Umgebung ist zunehmend verändert. Etwas kaum Beschreibliches schwebt in der Luft. Es vermittelt Spannung, Energie, ein Feeling der ganz besondere Art. Man spürt, etwas ganz Großes steht bevor. Es begleitet einen wie ein Blick auf einen großen und bedeutsamen Bühnenvorhang, der in Kürze aufgezogen wird. Dann lassen sich die Sportbegeisterten aus aller Welt von den Actions der Topathleten olympischer Disziplinen hinreißen und faszinieren.

Während der Eröffnungsfeier der XXXI. Olympischen Spiele im Maracana-Stadion, etwa 20 km westlich von Rio Zentrum, wird Philipp Buhl eine großartige Premiere für sich erfahren. Sie ist mit einem nie erloschenen Kindheitstraum eng verknüpft geblieben. Seine Familie mit beiden Schwestern und Vater sind vor Ort. Mutter und Freundin werden ebenso wie seine zahlreichen Fans Deutschlands Laser-Segler vom fernen Zuhause aus begleiten.
Allein schon die sehr beeindruckende Feierlichkeit vergisst für’s Leben wohl niemand, der dabei war. Für die Olympia-Sportler ist dies natürlich nicht alles, aber allemal ein bleibend schöner Trost, wenn ihre übergeordneten sportlichen Wünsche sich vielleicht nicht erfüllen sollten. Sie wollen natürlich alle gut abschneiden. So beginnt insbesondere auch für Philipp, der sich bekanntermaßen ehrgeizige Ziele setzt, nach der Eröffnung doch in gewisser Weise der Ernst der Sache: die Wettkämpfe. Für Philipp die Segelregatten ab dem 08.August auf den verschiedenen Arealen der außergewöhnlich schwierig zu segelnden Guanabara Bay vor Rio de Janeiro und Niteroi.

(Rio de Janeiro, 05.08.2016, (Text, © : Friedl Buhl ; Bilder, ©: s. Angaben Bilder))

Zu einem erneuten und gleichzeitig jetzt allerletzten Training vor den Spielen weilt Philipp bereits wieder am Olympiaort. Währenddessen kommt es für den sehr häufig und oftmals schier pausenlos durch die Welt reisenden Sportler zu einer schönen und seltenen Einlage. Philipp darf seine Familie, Vater Friedl plus Schwester Angela und Coletta am Ort seines bedeutendsten Einsatzes begrüßen. Sie besuchten ihn, wollen ihm mit ihrer Präsenz eine hilfreiche Stütze bieten und auf jeden Fall vor Ort ganz fest an ihn glauben und ihm die Daumen drücken. Mutter Sofie und Freundin Jana praktizieren dies nach besten Kräften vom Allgäu und Berlin aus.
Angelas Besuch in Rio ist indes von einer echten Einmaligkeit gekennzeichnet. Sie reiste seit Herbst 2014 über 600 Tage mit Fahrrad, Zelt usw. durch all die Länder nach Südamerika, um planmäßig am 03. August zum Familientreffen und anschließenden Miterleben von Olympia in Rio anzukommen (siehe Reise-Blog mit 399 Geschichten holario.de und Bericht Zwei Countdowns ... auf dieser Webseite).

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Philipps nun schon wiederholte und gewohnte Anreise nach Brasilien verwandelte sich dieses Mal doch zu einer nicht üblichen. Schon während der Akkreditierungs-Prozedur und vor allem nach der ersten Fahrt des speziell eingerichteten Shuttle-Transportsystems ins olympische Dorf seien Gefühle von etwas Besonderem in ihm wach geworden. Über 25 achtzehnstöckige neu errichtete Gebäude warteten auf den Bezug der nach und nach ankommenden Athleten und Funktionäre. Nichts ist dort pompös, sondern einfach und solide gebaut und eingerichtet. So wohnt Philipp beispielsweise in einem Sechser-Appartement für deutsche Sportler und teilt sich ein Doppelzimmer mit dem sympathischen und in Olympiaangelegenheiten erfahrenen Surfer Toni Wilhelm.

Große Anziehung dürfte der foot cort auf die Bewohner des Olympia-Village ausüben. In dieser großen Halle gibt es rund um die Uhr in internationalem Angebot alles, was dem leiblichen Wohle dient und für einer gute Sporternährung unerlässlich ist. Dass dies auch den Treffpunkt schlechthin darstellt, versteht sich. Mit Begeisterung erzählte Philipp: „Hier bin ich schon in kurzer Zeit interessanten Persönlichkeiten und Superstars aus der Sportwelt begegnet. Beispielsweise den berühmten Tennisspielern Novak Djokovic (Serbien) und Rafael Nadal (Spanien). Auch den schnellsten Menschen der Welt, den Supersprinter Usain Bolt (Jamaika), konnte ich erstmals live sehen.“ Dies seien schon ganz besondere und bisher in dieser Ausprägung noch nie erlebte Moment. Und Philipp weiter: „Das ist für mich olympisches Feeling. Und ich spüre, wie mir das sehr viel positive Energie gibt.“

Zu den Sportstätten, den sogenannten Venus, werden die Sportler von den stündlich verkehrenden  Shuttle-Bussen gefahren. Und dies auf abgeschotteten Verbindungsstraße. Für Philipp dauert die Fahrt zum Olympiahafen Marina da Gloria knapp eine Stunde. Durch den üblichen, meist ziemlich chaotischen brasilianischen Straßenverkehr würde die Fahrzeit wohl verdoppelt oder gar verdreifacht. Das würde zu sehr an wichtigen Ressourcen der Athleten zehren.

Die Sportstätten sind im engeren Umfeld der Organisation und Vorbereitungen zu den Sportausübungen von der allgemeinen Umgebung streng und sicher abgegrenzt. Zugang gibt es dorthin nur mit ausweisbarer Akkreditierung für die Sportler und Funktionäre. So ist beispielsweise der gesamte Olympiahafen mit einem hohen doppelten Maschenzaun umgeben und dieser mit Sicherheitszugängen ähnlich wie auf Flughäfen versehen. Die Sicherheitsmaßnahmen sind natürlich noch viel weitreichender: Polizei und Militär im näheren Umfeld der Venus, im Bereich von Knotenpunkten in der Stadt, Militärschiffe auf der Bucht um die Regatta-Areale. Immer wieder knattern zur Sicherheitsbeobachtung schwebende und kreisende Hubschrauber über den potentiell gefährdeten Orten.

Die Eröffnungsfeier im 1950 gebauten und in den letzten Jahren komplett renovierten Maracana-Stadion ist zwischenzeitlich schon Vergangenheit und hinterließ bei uns und wohl all seinen Besuchern sehr positive Eindrücke. Etwas langatmig wirkte der Einzug der mehr als 200 Nationen. Aber dieser eigentliche Hauptteil kann eben zeitlich nicht komprimiert werden.
Ein großes Lob verdienen die Ideengeber, Künstler und Gestalter, die technischen Umsetzer, Organisatoren und nicht zuletzt der hoch präsente Sicherheitsapparat. Eine ungeheuer große und schon fast bedrohlich anmutende Menschenmenge strömte durch die Stadt und mittels die Verkehrszüge in Richtung Stadion. Und nach der Veranstaltung wieder heraus zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, welche die Heerscharen nach Mitternacht kostenlos und wirklich effektiv in die Rio City und andere Orte nach Hause transportierte. Selbst noch nachts um 2 Uhr war das Stadtzentrum mehr belegt als zu üblichen Feierabendstunden.

Auch für die Sportler war die Eröffnungsnacht sicherlich sehr anstrengend. Und es ist nur gut, wenn die Wettkämpfe für die Segler zwei Tage später beginnen. Philipp hat sein Boot mit Mast und Segel als Neuware (nicht das feinere Equipment wie Schoten, Kompass usw.), wie dies speziell für die One Design-Bootsklasse Laser auch für EM und WM üblich ist, bereits zugeteilt bekommen. Er sagte: „Bin in den letzten Tagen zu den Trainings schon damit gesegelt. Etwas Eingewöhnung ist nötig. Heute muss noch das Segel mit der Deutschlandflagge und meinem Namen gebrandet werden. Eigene Sponsoren dürfen weder auf Boot noch Segeln und Bekleidung erscheinen.“ Außerdem müssen bekanntlich gemäß speziellem Reglement für die Olympiazeit (Frozen Periode) sämtliche Logos von Sponsoren und Förderern des Athleten auf öffentlichen Darstellungen und insbesondere auf seiner persönlichen Webseite und Facebook unbedingt verbannt bleiben.

Impressionen von der Eröffnungszeremonie

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  • Logo Audi 300x201k
  • Logo Bundeswehr 300x201k
  • Logo CUBE 300x
  • Logo CarbonParts 300x201k
  • Logo Deutsche-Sporthilfe 300x201k
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  • Logo LaserDeutschland 300x201k
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