Fester Griff an Medaille im Finale entglitten

(Gesamtbericht, Sa., 01.07.2017)

(Kiel, 21. / 25.06.2017 -- Text ©: Von Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben))

Viermal waren seine Topleistung mit Gold gewürdigt worden. Doch in diesem Jahr sollte sein Einsatz auf dem heimischen Wettkampfort im Pendant zu einem Happy End abschließen. Über einen sehr zufriedenstellenden Verlauf mit reichlichen Glücksmomenten konnte und kann er sich dennoch freuen. Nur das Ergebnis – nicht schlechthin die seglerische Leistung - im zehnten und  letzte Wettkampf, dem Medalrace, war zu schlecht und entwickelte sich zum bitteren Verhängnis. Philipp Buhl verlor schließlich seinen bis dahin hart und beeindruckend erkämpften zweiten Rang und stürzte im Endergebnis gnadenlos auf den sechsten Rang ab. Dennoch hat Deutschlands bester Laser-Segler die KiWo-Regatta insgesamt betrachtet  lobenswert gut gemeistert.

Vor allem in der Laser-Klasse, in der neben den Weltklasse-Seglern ein sehr vital quellender starker Nachwuchs aus  der gesamten Welt wie kaum in einer anderen olympischen und schon gar nicht internationalen Klasse nach guten Platzierungen eifert, ist auch ein sechster Platz unter 132 Startern aus 42 Nationen zweifelsohne sehr hochwertig. Das sollte man und auch Philipp selbst nicht übersehen.

Zum Auftakt liefert Philipp summa summarum einen nichtberauschenden Ergebnismix (3. und 19.) ab. Dieser 19. Rang blieb bis zum Schluss sein Streichergebnis, wodurch allerdings auch die Munition gegen einen weiteren Ausrutscher tendenziell bereits verschossen war

Von weiteren Ausrutschern war zunächst keine Spur. Philipp platzierte sich nächstens bei der windbedingt einzigen Wettfahrt des Tages auf den zweiten Rang. Am Folgetag verbucht er das bestmögliche Ergebnis eines Tages: Sieger in allen drei Rennen. Damit war der frischgebackene Silbermedaillen-Gewinner des Weltcup-Finals mitten in die Medaillenränge vorgeprescht. Vor  ihm nur noch Karl-Martin Rammo (Estland) mit hauchdünnem ein Punkt-Vorsprung. 

Auch am Folgetag im Goldfleet reißt des Allgäuers Siegserie zunächst nicht ab, und er liegt damit zwischen der siebten und achten Wettfahrt in der Zwischenbilanz vorne. Danach folgt für Philipp ein vierter, Rammo ein dritter Platz. Die beiden liegen nun punktgleich. Im letzten, dem neunten Fleetrace läuft für Philipp leider nicht alles rund. Es gelingt ihm zwar eine faszinierende Aufholjagd, was ihm aber doch nur auf den neunten Platz verhalf.

Damit waren für das Finale der Este als Erster, Philipp als Zweiter vor Hermann Tomasgaard (Norwegen), Francesco Marrai (Italien), Jack Wetherell (England) und Sergei Kommissarov (Russland) qualifiziert. Alle weiteren der zehn Besten hatten beim noch ausstehenden Finale keine Chancen mehr auf Medaillenränge. Für die vorderen Sechs jedoch war alles offen.

Mit Rang zwei und beherrschbaren vier Punkte Rückstand hatte Philipp eine sehr sympathische Ausgangsposition als Jäger. Dies ist ihm eh lieber, als der Obergejagte zu sein. Es sollte ihm aber nicht helfen, trotz sympathischer Windverhältnisse. Das kaum Denkbare geschah. Philipp verliert das Medalrace komplett, wird jäh aus den Medaillenrängen heraus und auf den sechsten Rang zurückgerissen

Die Ursachenanalyse weist auf einen primären und scheinbar nur kleinen Fehler am Start, der zum Startsignal, berechtigt oder evtl. auch nicht, von Philipp  etwa um 1 bis 3 m  zu zurückhaltend angelegt war. Im Normalfall hätte er als Ganz-links-Starter (bei Segelwettfahrten die Art Poleposition, zwar risikovoll, aber auch erfolgsträchtig),  höchstwahrscheinlich gegen den sich daneben positionierten Verteidiger Rammo die Nachstartphase speed- und höhenmäßig gewinnen können / müssen. Folglich entwickelte sich eine teils unglückliche Reihe an Folgeproblemen (wie etwa auf einen Windlinksdreher nicht punktgenau reagieren bzw. wenden können), die sich zudem ungewöhnlich nachteilig auf Philipps Situation auswirken sollten (näheres dazu in den Tagesberichten Ein Abschluss ...).
Die Kieler Woche gewannen Marrai (ITA) vor Rammo (EST) und Wetherell (GBR).
 
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