Philipp Buhl wagt verwegenen Seitensprung

Dritter im Silverfleet. Es lohnte sich: Erfahrungszugewinn und viel Spaß!

(Bericht, Mo., 07.08.2017)

(Malcesine, 25. / 30.07.2017 – Text und Bilder ©: Friedl Buhl)

Ein Seitensprung: Um Erfahrungen bereichert er allemal. Am Ende lohnen tut er sich im allgemeinen Leben oft nicht. Es kommt wohl sehr auf die Disziplin an. Philipps temporärer seglerischer Umstieg vom Laser-Boot in die Akrobatik fordernde fliegende Moth-Maschine versprach ihm wohl nur Nützliches. Und so darf man es sicherlich allgemein und auch im Nachhinein sehen. Segeln zwischendurch in anderen Booten poliert den stets wichtigen Spaßfaktor,  bereichert und verbessert schließlich eine Reihe wichtiger Fähigkeiten eines leistungsorientierten Seglers. Wettkampfvisiten in anderen Bootsklassen stellen beste Trainingsergänzungen für die vorrangige Disziplin dar.

Dass sich Deutschlands Laser-Nummer-eins nach vergleichsweise sehr wenig Vorübung gleich für die WM-Teilnahme als ersten Wettkampf in der Motte entschied, verdient wirklich Beachtung und Respekt. Der Allgäuer belegt einmal mehr, dass ihn die deftigen Herausforderungen besonders reizen und motivieren.

Philipp belegte im Silverfleet unter 75 Booten den dritten Platz. Insgesamt belieft sich die Teilnehmerschaft in der besonders auch unter ehemaligen und aktuellen Topseglern der Olympiaklassen sowie des America‘s Cups sehr attraktiven Moth-Klasse auf die enorme Zahl von 218, aufgeteilt auf drei ähnlich große Flotten.

IMG 1170 2„Ich hätte das Goldfleet erreichen können. Es ärgert mich schon. Mir fehlten einfach einige Tage mehr Vorbereitung für technische Abstimmungen.“, kommentierte Philipp zunächst etwas enttäuscht sein Vorbeirauschen am Goldfleet-Ticket. Dass seine Einschätzung durchaus nicht falsch lag,  zeigen seine zahlreichen  guten Platzierungen ([49.]; 3., [17.], 7., 4., 8., 15. und 1.) in den Silverfleet-Wettfahrten. Dies und vielleicht auch noch sein klarer Sieg in der letzten Wettfahrt, der seinem beachtlich schnellen Lernfortschritt ebenso wie seiner universellen segelstrategischen Klasse geschuldet war, haben Philipps technische Begeisterung für das faszinierend auf einem Foil dahin flitzende Segelgerät wohl zusätzlich befördert. Die anfänglich zermürbenden Situationen auf dem Wasser und folgliche Enttäuschung über den 93. Rang, somit erstmals in seinem gesamten Seglerleben „nur“ fürs Silverfleet qualifiziert zu sein, wurde im weiteren Regattaverlauf von den zahlreichen neuen Positivmomenten verdrängt.

Teilweiser Stress und gewisser Misserfolg im Qualifying mussten für Philipp unvermeidlich eintreten: Zuvor nur sporadische Segel- und Manöverübungen auf der Kieler Förde, kurzfristig neue und andersartige Teile im Bereich der hochempfindlich reagierenden Ruder- und Foil-Anlage (Foil := Tragflügel) und dies bei völlig unzureichender Angewöhnung. Und zu allem Schwierigkeiten-Überfluss teils grenzwertige Wind- und Wellenbedingungen aufgrund von starkem Gardasee-Nordwind. Dieser verhinderte in den Qualifying-Tagen das Segeln bei der viel sympathischeren Ora (Gardasee-Südwind), wodurch nächstens nur vier von insgesamt sechs geplanten Wettfahrten der Qualifizierungsserie zustande kamen. Philipp startete sogar nur bei drei Wettfahrten, weil er wegen nötiger Reparatur bzw. Justierungen am Boot auf dem Wasser einen Start verpasste. Dann riss auch noch die Niederholerleine während einer Wettfahrt. Auch eine noch so schnelle Notreparatur (bei Wind und Wellen schwierig genug)  lässt die Konkurrenz mit Vorwindgeschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h ganz schnell außer Sichtweite uneinholbar davonpreschen. Philipps Einordnung in die zweite Flotte ist also auch für ihn gewiss nicht als Negativum zu bewerten. Im Gegenteil.

Für Philipp wird es nicht die letzte Spippvisite in der fliegenden Motten-Kiste gewesen sein. Er träumt von mehr. Zu faszinierend wirkt dieses Wassersportgerät. Der Laser kann sich indes der Treue des Vize-Weltmeisters, Europameisters und mehrfachen Weltcup-Gewinners für die nächsten Jahre sicher sein. Er ist eben olympisch. Und dies stellt denn doch einen deutlich ranghöheren Reiz dar.

Der neue Moth-Weltmeister heißt zum zweiten Mal in Folge Paul Goodison (England, ehemaliger Weltmeister und Olympiasieger im Laser). Auf Platz zwei Peter Burling (Neuseeland, amtierender Weltmeister und Olympiasieger im 49er und amtierenden Gewinner des America’s Cup). Den dritten Podestplatz sicherte sich Iain Jensen (Australien, Olympiasieger im 49er) vor Tom Slingsby (Australien, mehrfacher ehemaliger Weltmeister und Olympiasieger im Laser, zweiter der America’s Cup-Teilnehmer 2017).

Die bei dieser WM Topplatzierten und zahlreiche weitere namhaften Größen des Segelsport, die allesamt die Motte schon mehrere Jahre segeln, belegen äußert eindrucksvoll die internationale Attraktivität dieser Klasse.

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