Sieg bei Int. Moth-Meisterschaft verschenkt

Buhl mit Vollgas übers Wasser: Wind stark, Wettfahrtsieg-Serie traumhaft!

(Bericht, Sa., 26.08.2017)

(Wittensee, 18./20.08.,  Malcesine, 27.07./02.08.2017 – Text: Friedl Buhl, Bilder: Veranstalter  Wittensee)

 Wenn Leistungssportler nötige Trainings nicht als Arbeitsbelastung empfinden, sondern mit Freude und und Spaß an der Aktion verbinden, dann ist dies ideal und sicher sehr wirkungsvoll. „Moth“, so heißt das Einmann-Segelboot, mit dem sich Weltklasse-Segler Philipp Buhl  parallel zum Laser-Boot nebenbei auseinandersetzt. „Die Motte ist ein faszinierender Flitzer. Das Ding fordert schnellste Reaktionen und viel Bewegungs-Feingefühl vom Steuermann.“, schwärmt Philipp vom segelfertig nur etwa 35 kg schweren filigranen Boot aus Epoxi-Carbonfaser-Verbundwerkstoff mit 8 m² Segelfläche. Bis an die 30 Knoten (ca. 55 km/h) schnell kann eine foilende Motte segeln und ist somit teils deutlich schneller als der Wind und  etwa viermal so schnell als Philipps Hauptwettkampfboot, der Laser. Der nicht ungefährliche hohe Speed wird über Unterwasser-Tragflügel, sogenannte Hydrofoils, erreicht. Sie heben das zunächst schwimmende sehr schmalrümpfige Boot mit seinem über 2 m breiten Auslegerrahmen (Sitz- und Ausreitvorrichtung für den Steuermann)  bereits bei leichtem bis mittlerem Wind bis etwa einen dreiviertel Meter über die Wasseroberfläche in die Flugposition.
 
WM Gardasee
Neben nur sporadischen früheren Vorsuchen trainierte der Sonthofer ergänzend zu seinen Hauptaktivitäten im Laser erst seit dieser Saison in Kiel auch mit seiner Motte als Nebentrainingsgerät. Und mehr noch: Er nahm auch an zwei Wettkämpfen teil, um auch die andersartige Taktik und die komplexen mentalen Wettkampfanforderungen zu üben und erweitern. Als Regatta-Premiere passte ihm zeitlich die Moth-WM vor drei Wochen  am Gardasee vor Malcesine ins Konzept (Bericht vom 07.08.) . Unter 218 Teilnehmern aus aller Welt erkämpfte sich der Laser-Vizeweltmeister den insgesamt 76. bzw. 3. Platz im Silverfleet. Vor allem technische Probleme aufgrund sehr kurzfristig aus Australien angelieferter neuartiger Bootsteile verhinderten die Qualifikation für die erste Gruppe (Goldfleet). Dafür bewies Buhl seine steile Lernkurve in der zweiten Flotte mit durchwegs beachtlichen Platzierungen: 3., 7., 4., 8., 15., und abschließend 1. Dies reichte für den dritten Platz in der silbernen Flotte.
Die Top-Platzierten im Goldfleet sind Segler mit berühmt gewordenen Namen und allesamt aktuell America’s Cup-Aktivisten und zudem bereits jahrelang auch eifrige Moth-Segler: Paul Goodison (1., England, Titelverteidiger, ehemaliger Weltmeister und Qlympiasieger im Laser),  Peter Burling (2., Neuseeland, amtierender Weltmeister und Olympiasieger im 49er sowie aktueller America’s Cup-Gewinner), Iain Jensen ( 3. Australien, Weltmeister im 49er ) und Tom Slingsby (4., Weltmeister und Olympiasieger im Laser).
 
Int. Moth Klassenmeisterschaft Wittensee
picture 0041 2Bei der „German Moth Class Championship“ auf dem Schleswig-Holsteiner Wittensee gelang Philipp am  letzten Wochenende mit der erstaunlichen Serie von der zunächst verpassten ersten Wettfahrt, dann 12., 1., 1., 1., 1., 2., 1., 1. der insgesamt 2. Platz unter den 26 Teilnehmern aus 6 Nationen. Der noch Moth-Neuling musste sich nur Rasmus Rosengren knapp geschlagen geben. Der Schwede steuerte beim diesjährigen Youth America’s Cup den ebenfalls foilenden Artemis-Katamaran. Philipp hatte die erste Wettfahrt aus zeitlichen Gründen leider verpasst und damit von Anfang das Streichergebnis verbraten. Die zweite Wettfahrt (12. Platz) litt bei ihm noch unter hektischen Abstimmungsproblemen. Erst danach stabilisierte er sich und das mit einer traumhaften Siegserie recht eindrucksvoll. Hätte Wettfahrtleiter Ralf Meier wenigstens die zehnte der zwölf geplanten Wettfahrten noch über die Bühne bringen können, hätte Philipp noch eine weitere Chance gehabt, über den erst dann wirksamen zweiten Streicher seinen etwas makelbehafteten 12. Rang evtl. gegen eine gute Platzierung noch los zu werden. Eine  6. Position hätte für jede Konstellation ausgereciht. So war der gut greifbare Gesamtsieg letztlich etwas verschenkt oder, wie Philipp es sah: „Es sollte halt nicht sein – egal. Ich freu mich trotzdem und auch für Rasmus.“
 
Ausblick
Auf die Frage nach den weiteren seglerischen Aktivitäten erklärte der Weltranglistenerste seiner Disziplin: „Der Laser war, ist und bleibt für mich natürlich das dominante Boot. Olympische Bootsklasse eben. Die Moth muss ich terminbedingt nun für heuer einmotten.“ Das Regattieren hin und wieder in einer anderen Klasse wie etwa Moth, FD bereichere und helfe auf dem Weg zu einem vollkommeneren Segler. Buhl fügte hinzu: „ Das sagte schon früher mein Vater, und ich glaube, das stimmt. So, wie auch der wirkliche Top-Skirennfahrer nicht nur Slalom oder Anfahrt beherrscht.“

Buhl trainierte gleich anschließend wieder mit dem Laser in Warnemünde. Und dies für noch große bevorstehende Events. Im September und Oktober stehen nämlich die WM in Kroatien und EM in Spanien an.

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