Laser Europameisterschaft Junioren 2009, Schweden

Phipipp Buhl (SCAI) aus Sonthofen demnächst in Schweden
Phipipp Buhl (SCAI) aus Sonthofen demnächst in Schweden / Landskrona vor großer Herausforderung dieser Saison: Maßstab sind die Spitzenerfolge von 2007 und 2008.
(Foto: Friedl Buhl)
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Eventticker - Tagesberichte:
Philipp Buhl auch nach zweitem Finalrennen auf Platz 1.

(Landskrona / Schweden 02. / 09.08.2009 (Text und Fotos: fb))

Letzter Vorbereitungstag (Sonntag)
Die Junioren-Europameisterschaft der olympischen Laserklasse in Landskrona / Schweden ist in einer eindrucksvollen Feierstunde vom Veranstalter eröffnet worden. 128 Athleten aus 28 Ländern sind eingecheckt und werden im Verlauf der kommenden Woche um ihre erhofften Plätze kämpfen.
Einer der prominenten Teilnehmer, auf den sehr viele ihr Augenmerk richten und der für die nachkommenden Leistungssegler auch Vorbild sein dürfte, ist Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt. Schließlich gewann er 2007 in Hyeres den Titel gleich zweifach (U19 plus U21) und verpasste die Titelverteidigung 2008 in Douarnenez nur knapp. Nun will es der amtierende Vize sicherlich erneut wissen.

Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Das Verhalten des komplizierten Strömungsrevieres im schwedischen Sund haben wir in zwei knappen Trainingstagen versucht, in groben Zügen zu verstehen. Wer hohen Maßstäben gerecht werden will, muss die ziemlich unregelmäßigen und teils starken und eigenartigen Meeresströmungen erfassen und berücksichtigen. Sonst fehlen schon nach der Startkreuz im Handumdrehen 300 Höhenmeter und damit jegliche Chancen auf einen Platz im vorderen Bereiche.

Das Test-Race am Sonntag ist für das Team Philipp Buhl sehr zufrieden stellend verlaufen
Das Test-Race am Sonntag ist für das Team Philipp Buhl sehr zufrieden stellend verlaufen. „Es kann losgehen.“

Keine einladenden Wetterverhältnisse erwarten die Segler zum ersten Wettkampftag. Viel und teils starker Regen mit Gewittern und eher nur bescheidenem Wind sind vorhergesagt.


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1. Wettfahrttag (Montag): Qualifying Races 1 und 2
Über einen gut verlaufenen ersten Wettsegeltag kann sich Philipp Buhl freuen, auch wenn er sich vielleicht noch etwas mehr erhofft hat Er belegt heute die Plätze vier und sechs und somit in der Gesamtwertung den fünften Rang.

Zur erste Wettfahrt galt es insbesondere, die richtigen Schlüsse aus zwei erheblich voneinander abweichenden Strömungen zu ziehen und diese Erfahrungen weiter zu verwenden. Die Windstärke lag am unteren Limit.
Buhl gelingt zunächst ein perfekter Start, aber leider folgt wegen zu vielen Frühstartern ein Gesamtrückruf. Danach segelt er eine taktisch gute Startkreuz und verbessert sich über den gesamten Kurz um mehrere Positionen auf den vierten Rang.

Für die zweite Wettfahrt haben sich die Strömungen erneut verändert und der Wind auf immerhin 3 Beaufort aufgefrischt. Die Coaches haben trotz teils Teamarbeit alle Hände voll zu tun, die komplexen Strömungsdaten in relativ kurzer Zeit zu erheben, um schließlich den Seglern ein mehr oder weniger optimales taktischen Konzept präsentieren zu können.

Philipp Buhl kommt bei dieser Wettfahrt trotz eines recht ordentlichen Starts nur als 27. an der ersten Luvmarke an. Sein technisch und taktisch genial gesegelter Vorwindkurses verschafft ihm aber bereits am Leegate den sechsten Rang. Nach einzelnen Positionswechseln verbucht Buhl diesen Platz schließlich auch im Ziel.

Nach strömendem Regen am Abend und in die Nacht hinein, soll morgen schönes Wetter herrschen und leider wenig Wind. Zu den Strömungsvorhersagen sind auf jeden Fall erhebliche Zweifel berechtigt. Man darf auf die Bedingungen gespannt sein.


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2. Wettfahrttag (Dienstag): Qualifying Races 3 und 4
Einen sehr erfolgreichen Wettkampftag kann Philipp Buhl verbuchen. Mit zwei zweiten Plätzen stabilisiert er seine Position in der Spitzengruppe.

Nachdem der kräftige nächtliche Regen nachgelassen hatte, herrschte eine nur schwache Windströmung über dem ansonsten windreichen schwedischen Sund. Aber das Lüftchen von 1 bis 2 Beaufort reichte zur Durchführung einer ersten Tageswettfahrt gemäß Programm.
Natürlich entsprechen solche Windverhältnisse nicht den Wunschvorstellungen von Philipp Buhl. Aber er bewies erneut recht eindrucksvoll, dass er das gesamte segelbare Windspektrum beherrscht und auch bei grenzwertigem Schwachwind mit der internationalen Elite uneingschränkt mithalten kann.

Ein weiteres RaceDer Segler vom Alpsee rundete als Sechster die erste Luvmarke und war im Ziel Zweitschnellster. Damit übernahm er zunächst die Gesamtführung über drei Rennen.






Ein weiteres Race konnte die Wettfahrtleitung nach häufigem Umsetzen von Bahnmarken und Startlinie schließlich bei leicht auffrischendem Wind durchführen. Buhl verstand es, in einem Feld mit teils unkontrollierten Frühstartern, die zahlreiche Gesamtrückrufe provozierten, das Startrisiko klug zu dimensionieren. Nach sicherem und gelungenem Start sowie einer taktisch gut gesegelten Kreuz rundet er erneut an sechster Stelle, schnapp sich einen auf dem Raumkurs und segelt sich auf dem anschließenden Vorwind eindrucksvoll in Führung. Diese muss er auf der letzten Kreuz an einen Polen abgeben. Im Ziel ist Buhl somit erneut Zweiter.
Philipp Buhl in Führungsposition
In der aktuellen Zwischenwertung hat er sich unter Berücksichtigung des ersten Streichergebnisses auf Position vier verbessert. Allerdings kann der Sonthofener ohne Abzug des schlechtesten Ergebnisses das klar beste Punktekonto vorweisen und somit eine gute Basis für die noch acht bevorstehenden Races.

Für morgen ist Sonnenschein und leider erneut nur sehr schwacher Wind angesagt. Bleibt zu hoffen, dass die realen Verhältnisse erneut günstiger ausfallen.


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3. Wettfahrttag (Mittwoch): Qualifying Races 5 und 6
Mehrfach knapp dran, aber heute erst sollte es klappen mit dem ersten Wettfahrtsieg. Zuvor allerdings sollte es einen kleineren Dämpfer geben, für den der bereits aktivierte Streicher zum Einsatz kommen konnte. Buhl rückte heute in der Wertung ein wertvolles Stück weiter nach vorne.

In der ersten Wettfahrt war bei Sonnenschein der Wind gemäß Vorhersage erneut grenzwertig schwach - zwar nicht zum Schreck, aber sicher auch nicht zur Freude von Buhl. Die Startkreuz machte ihm zu schaffen. Oben ist er 22. und muss wegen einer vermeintlichen Bahnmarkenberührung auch noch kringeln, um einen Protest sicher auszuschließen. Somit segelt er erst nach elf verlorenen Plätzen auf den Raumkurs. Trotz des Leichtwindes schafft Buhl noch die 17. Position, sein bisher erstes Ergebnis oberhalb der Top Ten. Sein Gesamtresultat blieb unverändert.

In der zweiten Tageswettfahrt (Race 6) demonstriert Seglertalent Buhl wieder einmal, welche Kampfwerkzeuge er parat hat. Bei etwas auflebendem Wind auf gut 2 Beaufort kann er beim Start unter Black Flag zunächst erneut nur defensiv loslegen, um das Frühstartrisiko möglichst auf null zu drücken – er hat schließlich das Gesamte im Fokus. Das richtige taktische Konzept und eine feine Segeltechnik verhelfen ihm trotz Startverlust und Leichtwind auf die achte Position an der ersten Bahnmarke.
In Bilderbuchmanier kassiert Buhl jetzt der Reihe nach die Konkurrenten aus der Spitzengruppe ab: Einen auf dem Reacher und Vorwind, zwei auf der Outerloop-Kreuz und die verbliebenen drei auf der letzten Down-Strecke mit 30 m Vorsprung.

Präzise Segeltechnik
Der Segler vom „Bayern 2012 Sailing Team“ rückt in der Zwischenwertung eine weitere Stufe nach vorne auf die zweite Position.


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4. Wettfahrttag (Donnerstag): Qualifying Races 7 und 8
Philipp Buhl weiter auf dem Weg nach vorne. Bei den vielleicht schwierigsten Verhältnissen seit Beginn der EM, sicherte er sich heute die beste Punktebilanz unter den Seglern der Führungsgruppe. Trotz erneut schwachem Wind, der auf Buhl weit weniger zugeschnitten ist als auf seine härtesten Konkurrenten, beendete der Sonthofener den vierten Wettkampftag mit den Rängen acht und vier.

In der ersten Wettfahrt beendet Buhl die Startkreuz an 22 Stelle. Durch gekonnte Nutzung von Windschwankern einer sich aufbauenden Seabreeze verbessert er sich um acht Plätze allein auf der zweiten Kreuz. Weitere Plätze macht er auf den Vorwindkursen gut. Im Ziel lag Buhl an achter Position – für Einzelfälle noch im grünen Bereich.

Für das anschließende zweite Race waren für die Seitenwahl eine Reihe von großraumtaktischen Einflussgrößen schwierig zu bewerten und gegeneinander abzuwägen: Stärke und Richtung der Meeresströmungen, Verteilung der Windstärke und die Vermutung einer zunehmenden Winddrehung aufgrund der Thermikentwicklungen im Hinterland. Das fixierte Konzept war ungewöhnlich und anders als bei der ersten Wettfahrt. Es erwies sich als das richtige. Buhl kommt im Luv mit kappem Rückstand als Vierter an. Im Verlauf des Rennens verliert er wieder zwei Positionen, die er aber auf dem letzten Vorwindkurs wieder zurückerobert. Buhl quert die Ziellinie schließlich als Dritter und hätte über ein lebhaftes Wendeduell auf der Zielkreuz um ein Haar noch einen weiteren Segler eingeholt.

Buhl liegt nach acht Wettfahrten bzw. zum Ausklang der Qualifikationsserie in Führung. Für die vier noch ausstehenden Wettkämpfe geht es ab jetzt im Goldfleet verstärkt zur Sache.

Heimsegeln in den Hafen nach guter Arbeit
Für morgen sagen die Wetterprognosen etwas mehr Gradientwind voraus. Man kann nur hoffen, dass es so kommt, denn es wäre nach so viel Leichtwind sehr zu begrüßen und ein gerechter Ausgleich.


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5. Wettfahrttag (Freitag): Finalserie: Race 9 und 10
Der vorletzte Wettfahrttag bringt für Philipp Buhl eine gewisse Stabilisierung an der Spitze. Bei schwierigen Windbedingungen um 3 bis 4 Beauffort gelingt ihm im Goldfleet eine gute Wettfahrt mit Rang sechs.
Die zweite Wettfahrt setzt er mit Platz 50 buchstäblich in den Sand. Dieses belastende Ergebnis konnte durch den Streicher für die Finalserie getilgt werden. Da auch seine gefährlichsten Verfolger fast durchwegs Probleme mit den heutigen Verhältnissen hatten, konnte Buhl sein Konto trotzdem um sieben Punkte ausbauen und die Führungsposition weiterhin besetzen.

Ursache für Buhls Ausrutscher war ein misslungener Start, der das geplante und richtige taktische Konzept und die Optionen nachhaltig beinträchtigte. Die Startsituationen sind zwischenzeitlich sehr angeheizt, da viele Segler einen Einzelerfolg für sich höher bewerten als ihr Gesamtergebnis – nach dem Prinzip „hopp oder top“ Wer sich in der Nähe solcher übereifriger Starter befindet, geht entweder volles Risiko mit oder versackt im Feld. Der Umgang damit ist sehr schwierig, wenn man sich keinen Ausrutscher mehr leisten kann.

Für die Final-Races 3 und 4 (Race 11 und 12) sind ähnliche Windverhältnisse angesagt.


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6. Wettfahrttag (Samstag): Finalserie: Race 11 und 12

Philipp lässt vom EM-Wettkampfort Landskrona an der schwedischen Südküste alle seine Partner und Förderer, Fans und Gönner herzlich grüßen. „Drückt mir bitte die Daumen für einen erfolgreichen Abschluss!“


Das war's aus Landskrona.
Ihr Berichtverfasser
Friedl Buhl


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