Weltcup Kieler Woche 2010

Letzter bootstechnischer Check und Feinpolitur vor dem bevorstehenden Weltcup-Auftritt in Kiel. Ob dies eine sehr gewichtige Komponente von Philipp Buhls Erfolgskonzept ist?     (Bild: Friedl Buhl)
Kieler Förde - Heimrevier für Philipp Buhl

1. Tag: Einwandfreier Einstieg, Rang 4.
2. Tag: Wegen Schwachwind keine Wettfahrten.
3. Tag: Schwachwind erzwingt erneut Verzicht auf Wettfahrten.
4. Tag: Ziel Medal-Race erreicht.
5. Tag: Erste Weltcup-Medaille erkämpft!!


 

Ob und inwieweit Heimrevier mit Heimvorteil gleich zu setzen ist, darf in Frage gestellt werden. Zu fassettenreich sind die komplexen Bedingungen und Anforderungen, die den Regatta-Segler draußen auf dem Meer erwarten. Wenn der Oberallgäuer auf der Kieler Förde trainiert, spielt sich dies zudem nicht auf dem Kursareal der Weltcup-Regatta ab. Dieses ist nämlich vom Olympiahafen aus erst über ca. 10 km anzusegeln.

Nach Buhls großem Erfolg bei der kürzlich zu Ende gegangenen EM in Tallinn / Estland (4.) lagern auf ihm natürlich große Hoffnungen für einen Erfolg Deutschlands, so auch die Kieler Presse.
Für den Sportsoldaten aus Sonthofen wird es aber ein Weltcup sein, wie jeder andere, und er wird sicher sein Bestes geben wie bei jedem Wettkampf. Buhls Auftritt in Kiel steht auch unter dem Stern seiner Berufung in die neu formierte Deutsche Nationalmannschaft der olympischen Segler.

Die ersten drei Qualifizierungswettfahrten sind auf Samstag, 19.06.10 vorgesehen. Am Start sind 118 Boote aus 34 Nationen.

 
 (Kiel Schilksee, 19./23.06.2010 (Text und Bilder: Friedl Buhl)

 1. Tag (Samstag), Qualifying-Races 1 bis 3
Voll Stoff auf dem Ziel-Reacher, Philipp Buhl. Fast wäre sein Angriff auf den führenden Chilenen Del Solar noch geglückt.     (Bild: Friedl Buhl) scai-60Kräftger Wind um 4 bis 5 Bft erwartet die Segler auf der Kieler Förde. Drei Wettfahrten tragen das Weitere dazu bei, dass der erste Tag zu einem richtigen Kampftag wird, der von den Laser-Seglern an sehr hohes Maß an Kraft und Ausdauer abverlangt.

Philipp Buhl mag diese Bedingungen und kommt dementsprechend mit Wind und Welle und ebenso auch mit der Reviertaktik sehr gut zu recht. Mit den Rängen fünf, vier und zwei demonstriert er eine sehr stabile Leistung und mischt voll unter den Topseglern mit. In der Zwischenbilanz rangiert der Nationalteam-Segler vom Immenstädter Segelclub nun auf dem vierten Platz.


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2. Tag (Sonntag), 0 Races
Thumbnail imagebsv-60-44Die Leichtwindvorhersage stimmte leider. Alle Laser und die anderen Klassen ebenso waren ausgelaufen und warteten vor Ort geduldig darauf, dass der dezente Seewind doch noch die 4 bis 5 Knoten übersteigt. Nach einem vergeblichen Startversuch gab die Wettfahrtleitung um 14:00 die Hoffnungen auf und setzte Startverschiebung auf den nächsten Tag. Leistung zu vollbringen hatten indes verstärkt die Supportboote im Zusammenhang mit Schleppen zur Regattabahn und zurück in den Hafen. Denn bei wenig Wind würde das Erreichen dieser in Kiel ungewöhnlich weit entfernter Stationen mehrere Stunden beanspruchen.
Am Montag wird nun außerplanmäßig die Qualifying-Serie fortgesetzt.

Für diesen Tag gibt es etwas Besonderes. Die Laserflotte soll angeblich mit GPS-Geräten ausgestattet werden. Damit können diese Wettfahrten live verfolgt werden, und zwar unter
www.kielerwoche.de
im Menüpunkt „Segeln“.

Die Wetterstationen sehen leider erneut tendenziell schwachen Wind vorher und es bleibt zu hoffen, dass es wenigstens für Wettfahrten ausreicht.

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3. Tag (Montag), 0 Races
dsv-60-56Heute kamen auf einigen Bahnen erneut keine Wettfahrten zu Stande. Betroffen war auch die Laser-Bahn "Charly" im Bereich der Einmündung zur Eckernförder Bucht. Dieser Uferabschnitt ist für Seebrise-Entwicklungen einer der ungünstigen. Auf anderen Bahnen, insbesondere den ufernahen Innenbahnen in der Kieler Förde konnten teils Wettfahrten bei einer dezenenten Seebrise um 4-6 Knoten ausgetragen werden.

Nachdem sich im letzten Jahr eine ähnliche Schönwetterlage mit schwachen thermischen Winden und einem erheblichen Teil ausgefallenen Wettfahrten ergeben hatte, sollte sich der Veranstalter hilfreiche Maßnahmen überlegen, um die Attraktivität als Weltcup-Austragungsort nicht zu gefährden. Dies könnte z. B. so aussehen, dass zumindest bei den olympischen Klassen, bei denen das Segeln klare Priorität hat, nicht zu früh Feierabend signalisiert wird. Gestern gingen dadurch leider Wettfahrten verloren. Man könnte evtl. auch auf dem etwas windbegünstigten Teil der Förde gemäß eines Notfallplanes etwas verkleinerte Kurse mehr konzentrieren, damit an solchen Tagen alle Klassen zum Zuge kommen.

Für Dienstag ist erneut eine ähnliche Situation angesagt. Allerdings strömt der Gradientwind aus etwas günstigerer Richtung für eine effizientere Initialisierung des lokalen Thermikwindes ein. So bleibt zu hoffen, dass eine spürbare Verbesserung der Segelbedingungen geboten ist.
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4. Tag (Dienstag), Qualifying-Race 4
Heißer Start! Philipp Buhl rettet sich in letzter Sekunde kunstvoll und hoch riskant aus dem Gedränge am Pin-Ende in den freien Wind und dominiert das Feld.         (Bild: Friedl Buhl) bst-70-36Philipp Buhl nutzt seine Chance bei der einzigen Tageswettfahrt und erkämpft souverän die Medal-Race-Qualifikation. Mit einem riskanten und perfekt gelungenen Start segelt er in Front des Feldes. An der ersten Luvmarke rundet nur der Kanadier Michael Leigh knapp vor ihm. Auf dem Vorwindkurs kann Leight seine Führungsposition gegen Buhl nicht halten. Auf dem zweiten Downwind kommt es zu einem erneuten Positionswechsel an der Spitze. Die Jury bremst nämlich den führenden Buhl mit der gelben Flagge. Er muss eine 720°-Strafrunde drehen und büßt dadurch seine Frontstellung ein. Auf der ungewöhnlich langen Zielkreuz kommt es dann zu einem hochspannenden Matchrace-Duell zwischen Leigh und Buhl. Schließlich kommt er ganz dich an ihn ran, muss sich aber im Ziel mit Rang zwei begnügen.

Mit diesem hervorragenden Wettfahrtergebnis liegt der Sonthofener im Zwischenklassement nun auf Rang drei und darf am Mittwoch mit dem roten Trikot im Top Ten-Finale an den Start. Damit hat Buhl seine Zielsetzung, Medal-Race-Ticket bei Weltcup-Regatta, erfüllt.

Das Medal-Race der Laser beginnt um 11:40 Uhr auf der Nordbahn unmittelbar vor dem Olympiahafen und wird mit GPS- Geräten aufgezeichnet.

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5. Tag (Mittwoch), Medal-Race
Pru-pro-80-26hilipp Buhl hat sein erklärtes Ziel nun erreicht: Ticket zum Medal-Race.
Mit den ausschließlich einstelligen Resultaten der zurückliegenden Wettfahrttage, und dies bei kräftigen, mittleren und schwachen Winden, liegt er auf Rang drei und startet daher mit dem roten Trikot beim Topfinale. Auch wenn der Führende und zweifache Weltmeister Slingsby (Australien) keinen geringen Punktevorsprung hat, ist das Gesamtergebnis um die Medaillenränge völlig offen, denn das Medal-Race wiegt doppelt.

Die Windeinschätzungen sind sehr risikobehaftet, da die ufernahe Nordbahn im ablandigen Gradientwind liegt und sich zudem um die Mittagszeit erste Tendenzen einer sich anbahnenden Seebrise mit entsprechenden Richtungsveränderungen bereits andeuten.

Mit viel Gefühl sehr schnell auf dem Vorwindkurs. Philipp Buhl im Medal-Race auf Medaillenkurs.      (Bild: Friedl Buhl) Buhl entscheidet sich für halbrechts. Sein Start ist punktgenau.. Als Fünfter rundet er im dichten Pulk Luv 1.
Auf dem Vorwind kann Buhl Polen und Neuseeland überholen, verliert aber einen Platz an Australien und rundet im Lee als gesamt Vierter.
Für Buhl steht nun eine turbulente und schwierige Kreuz bevor. Fast ist er auf halber Höhe mit dem Dritten gleichauf, beginnen Windschwanker ihn aus dem Lot zu wuchten. Auch seine zahlreichen Konterwenden helfen nicht mehr wirklich. Er muss zwangsweise ein Stück gegen einen kräftigen Winddreher kreuzen. Ein Verlust von fast 3 Plätzen ist an Luv 2 besiegelt.
Sein sehr guter Vorwindspeed hilft Buhl erneut um eine Position nach vorne. Er quert schließlich als Fünfter hinter USA, AUS, AUS und CYP das Ziel.

Der Fovorit des Deutsche Nationalteam wird den externen Erwartungshaltungen gerecht und kann nun entspannt jubeln. Er hat seinen Podestplatz aus den Fleet-Races beeindruckend verteidigt und gewinnt die Bronzemedaille – seine erste bei einer Weltcup-Regatta und daher eine ganz besonderes. Und das Schönste daran, es gelingt ihm auf dem Weltcup-Heimrevier in Kiel.



Das war's von der Kieler Woche (Gesamtbericht folgt).
Ihr Berichtverfasser
Friedl Buhl


Vom Weltcup-Einsatz in Kiel herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
 

Danke, dass ihr mir in bewährter Manier wieder die Daumen zum guten Gelingen gedrückt habt. Vielen Danke!

Ihr Segler
Philipp Buhl


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Links zu diesem Event:
Ergebnisse Laser Männer
Hompage ISAF Sailing Worldcup „Kieler Woche“, Kiel Schilksee 2010, Deutschalnd

Weitere Links:
Frühere Sportberichte
Bayern Sailing Team 2012
Sailingtaem Germany


 

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