WM als Saisons-Highlight 2010 hervorragend gesegelt

Laser-Segler Philipp Buhl (SCAI) aus Sonthofen auf Erfolgskurs.
(Gesamtbericht WM)


 

Philipp Buhl beendet int. Saison mit traumhafter Bilanz.
Bei der Weltmeisterschaft im englischen Ärmelkanal hat Laser-Segler Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt seine Zielsetzung erreicht. „Top Fünfzehn!“, setzte der Sonthofener für seine bisher zweite Senior-WM fest. Nach 14 Wettfahrten bei mittleren bis kräftigen Winden über sieben Tage konnte Buhl zufrieden resümieren: „Der zwölfte Platz in diesem Weltklassefeld ist doch wirklich ein super Ergebnis.“ Am Start waren 159 Athleten aus 54 Ländern, aufgeteilt in drei Gruppen (Fleets). Austragungsort war Hayling Island, das berühmteste und wegen der starken und wechselhaften Gezeitenströmungen  anspruchsvollste Segelrevier Englands.
Den Titel sicherte sich souverän der Australier Tom Slingsby vor Nick Thompson (England) und Andrew Murdoch (Neuseeland). Der amtierende Olympiasieger und WM-Titelverteidiger Paul Goodison (England) musste mit Platz neun zufrieden sein.
 


(Hayling Island / England, 30.08./05.09.2010  (Text und Bilder: Friedl Buhl)

Der Sportsoldat aus Sonthofen fand zu Beginn nicht sofort die Erfolgslinie und lag nach den zwei Wettfahrten des ersten Tages an über 80. Position. Dies stellte eine bleibende Belastung von Anfang an dar. Doch ohne größere Enttäuschung stelle Buhl fest: „Bin nicht entmutigt, nur etwas enttäuscht. … Der Umgang mit den Strömungen muss noch verfeinert werden.“

Bereits am zweiten Wettfahrttag stellte sich für Buhl eine Wende ein. Er segelte über den ca. 7 km langen Riesenkurs die zweitbeste Zeit. Über die fünf weiteren Qualifizierungs-Wettfahrten gelang dem Segler der Deutschen Laser-National-Mannschaft abwechselnd jeweils ein sehr gutes einstelliges Ergebnis bzw. eines im Zwanzigerbereich. Damit rückte er in den Zwischenklassements schrittweise nach vorne und hat sich schließlich als 30. sicher für das Goldfleet (bestes Drittel) qualifiziert. Von da an war die Leistungsdichte naturgemäß maximal – bei drei Fleets ca. dreimal so hoch.

Buhl zeigte nun auch im neunten und zehnten Race des Godlfleets gute Leistungen. Sie reichten in dieser Form aber nicht, um näher an sein Top Fünfzehn-Ziel zu rücken. Gemäß seiner Gefühlsäußerung, „Ich spüre es, dass ich jetzt bald fehlerfreie Rennen durchbringen könnte.“, folgte am sechsten Tag (Final-Race zwei und drei) tatsächlich der Durchbruch zu Spitzenergebnissen.

Buhl und der zweifache ehemalige und neue Weltmeister Slingsby fighteten in beiden Races spektakulär um die Tagesführung. Sie demonstrierten zudem durch ihren souveränen Abstand zu den Verfolgern, dass sie heute kaum reale Angriffschancen haben. Der Oberallgäuer näherte sich mehrfach ganz nah dem Australier und „entriss“ ihm sogar auf einem der Vorwindkurse die Führung. Das zweimalige Resultat im Ziel: Slingsby vor Buhl. Sehr zufrieden sagte er: „Einen Weltklasse-Segler und schier unangefochtenen Windspezialisten wie Slingby an der Spitze eines WM-Goldfleetes zweimal über den ganzen Kurs zu jagen, ist etwas ganz Besonderes und ein unvergesslich schöner Erfolg.“ Aufgrund dieser Topleistung schrammte Buhl im Zwischenklassement auf Rang 15 vor.

Der Finaltag bescherte den Athleten den stärksten Wind, die höchsten Wellen und sehr schwierig einzuschätzende Wirkungsweise und Veränderungen der Meeresströme. Buhl konnte sich mit erneut guten Leistungen (17. und 16.) im Gesamtergebnis noch um drei Positionen auf den zwölften Rang vorkämpfen. Eine Glanzleistung des 17. Ranges besteht in der Tatsache, dass er von der ca. 45. Position nach der Startkreuz etwa 30 Plätze aufholen, und dies bei absolut realen Bedingungen. Am Ende kommentierte Buhl sein WM- und Saionsergebnis: „Ich habe mein Ziel gut erreicht und das Gefühl, dass in naher Zukunft noch mehr möglich sein dürfte.“

Eine erstaunlich gute Leistung erzielte mit dem elften Rang der ehemalige Segelprofi im Laser und zwischenzeitlich im 49er, Tobi Schadewaldt (Hamburg). Die Platzierungen von von Buhls DSV-Kaderkollegen: Malte Kamrath (Berlin, 32.) und Simon Grotelüschen (Lübeck, 64.) und Fitjow Schwerdt (Berlin, 86.)

Auf der internationalen Ebene ist die Segelsaison 2010 nun zu Ende. Im Rückblick kann Buhl mit durchwegs sehr guten Weltcup-Ergebnissen, einer Reihe von Top Fünf-Wettfahrten, der Bronzemedaille beim Kieler Weltcup, dem EM-Vierten und nun dem Zwölften bei der WM eine exzellent gelungene Saison 2010 vorweisen. In der Deutschen Rangliste hat er die Führung übernommen, im Welt-Ranking der ISAF wird er seinen bisherigen 18. Rang verbessern, und im Gesamt-Weltcup sicherte er sich den achtbesten Platz.

Wäre bereits heuer die deutsche Olympia-Norm zu erfüllen gewesen, Buhl hätte die sehr hochgesteckten Kriterien mit Bravour gemeistert.


 

        

 

 


Links zu diesem Event:
Ergebnisse Laser Männer


Weitere Links:
Frühere Sportbericht zu Philipp Buhl (im SCAI-Web)
Bayern Sailing Team 2012
Sailing-Team Germany

 


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