Letzter Feinschliff

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Philipp Buhl startbereit für Weltcup-Auftakt in Palma

1. Tag: Guter Einstieg bei starkem Wind.
2. Tag: 3. in 1. Wettfahrt! Jury hatte Buhl streng im Visier.
3. Tag: Super 1. Wettfahrt (Führung, am Ende 4.). Dämpfer in Wefahrt 2.
4. Tag: Kein Erfolgstag für Buhl. Schwierige Windverhältnisse.


Präzisionsschliff vor dem ersten Start: Das betrifft bei Topsegler Buhl natürlich nicht nur die Politur des Bootsrumpfes, sondern eine Breite Palette von Erfolgsfaktoren: Manöver- und Segeltechniken, Speedoptimierung, Startstrategien, Reviertaktik und Windverhalten, mentales Handling, die Schnittstelle zum Supporter-Team, Umsetzung von Innovationen usw.

131 Laser-Athleten aus 35 Nationen sind zur traditionelle 42. Weltcup-Regatta TROFEO PRINCESA SOFIA vor Palma / Spanien gemeldet. Eigentlich beginnt die neue Weltcup-Saison bereits mit den Events in Melbourne (Australien / Dez.) und Miami (USA / Jan.). Doch so richtig geht’s erst in Spanien los, wenn die Weltelite weitgehend komplett ist.

Philipp Buhl verbindet Saisonstart auch mit würdigenden Worten für seine Supportbasis : „Liebe Partner und Förderer! Ich heiße sie in 2011 alle herzlich willkommen an Bord. Eure Hilfe ist sehr wichtig! Ein besonderer Gruß gilt meinem neuen Partner, dem Premium Partner VEOLIA UMWELTSERVICE .  Ihr könnt stolz sein auf Eure wichtigen Beiträge. Lasst mich nun das Beste geben für unseren gemeinsamen Erfolg. “


                                    

(Palma,  03./08.04.2011  (Text und Bilder: Friedl Buhl))

Einen Tag davor (Sonntag)

Die „Trofeo Princesa Sofia“, der europäischer Weltcup-Auftakt,  steht einen Tag vor dem Start. Am Samstag hat Philipp Buhl seine abschließenden Segeltrainings absolviert, mit großer Zufriedenheit, wie er berichtete: „War in den letzten Tagen bei den Testwettfahrten in internationalen Trainingsgruppen  mehrmals als Erster im Ziel und sonst meist unter den Topplätzen.“ Einmal sogar, obwohl der Start sehr chaotisch verlaufen sein soll.
Für den Segler vom Alpsee steht in Palma nicht unbedingt ein ehrgeiziges Ziel auf dem Plan. Es kommt zunächst darauf an, dass er seine Wettkampf-Formkurve auf einem zufrieden stellenden Level ansetzen kann, und sie schrittweise weiter nach oben entwickelt. Auf welchen Plätzen Buhl allerdings eine Regatta gerne beenden will, steht auf einem anderen Blatt. Auch wenn er nichts Näheres zu seiner Zielsetzung äußert, hat er sie dennoch stets klar im Visier. Von ihm stammt der Satz: „Ich muss ein höheres Ziel setzen und Druck spüren, sonst kann ich nicht gut segeln.
 
Der erste Start von insgesamt 11 Wettfahrten ist am Montag für 11:00 Uhr vorgesehen. Der Wind scheint aus heutiger Sicht Erwartungen zu erfüllen.

 
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1. Tag (Montag):  Qualifying-Races 1 und 2

Mit satten 6 Beaufort  und in den Böen bis 30 Knoten verlangte der ablandige Nordostwind den Athleten segelttechnisch und athletisch ein sehr hohes Niveau ab. Hinzu kam die nicht einfache Reviertaktik, um das Optimale aus den drehenden Böen herauszusegeln.
 
Philipp Buhl kam mit den Bedingungen gut zurecht, war aber nicht mit allem zufrieden. Er berichtete:  „Die Starts waren einwandfrei. War immer in Kürze vor der Feldfront.“ An der ersten Luvmarke mischte er jedes Mal in der Spitzengruppe mit. Im weiteren Verlauf verlor Buhl in der ersten Wettfahrt etwa fünf Boote auf dem Vorwind. Zur Ursache meinet er: „Irgendwie hatte ich ein Problem, meinen taktischen Plan umzusetzen.“ Auf der anschließenden Kreuz war es ihm ein Ausgleich nicht möglich. Buhl passierte das Ziel als Zwölfter. Damit war er nur bedingt zufrieden, obwohl dieses Ergebnis im grünen Bereich liegt.
 
Deutlich positiver dagegen das zweite Race.  Auch hier gab es für ihn gewisse Positionswechsel – ein Zeichen auch für die hohen reviertaktischen Anforderungen. Aber es gelang im immer wieder der Ausgleich. Nach hartem Kampf konnte er sich im Ziel über einen hervorragenden dritten Platz freuen und das weit auseinander gezogene ankommen sehen. Damit hatte er in seinem Fleet beispielsweise auch  einen wie Paul Goodison auf die Plätze verwiesen.
Buhl liegt nun im Zwischenklassement aller drei Fleets an 18. Position. Es führt Weltmeister Tom Slingsby (Australien) vor Simon Grotelüschen (Lübeck) und Van Lear Wannes (Belgien). Simon zeigte damit zweifellos eine gelungene und starke Tagesleistung.

 
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2. Tag (Dienstag):  Qualifying-Races 3 und 4
Mit einem siebten  Platz in der ersten Wettfahrt segelte Philipp Buhl bei ablandigem und ungleichmäßigem Wind um 3 Beaufort ein gutes Ergebnis unter Dach und Fach. „Auch wenn noch Potential zu mehr drin gewesen wäre, bin ich damit recht zufrieden.“ beurteilte Buhl seine Leistung. Mit Potential meinte er vor allem auch eine 720°-Kringel-Strafe auf dem Vorwind-Kurs.
 
Im Verlaufe der zweiten Wettfahrt befand sich der Wind in einem verspäteten Umbruch in eine Seabreeze, verbunden mit stärkeren launischen Drehungen und allmählichem Abflauen. Nur das erste Laserfleet war davon betroffen, denn die anderen wurden vorläufig nicht mehr gestartet. Buhl hatte all diese Schwierigkeiten taktisch recht gut gemeistert und war trotz eines nur mäßig gelungenen Starts bis 100 m vor dem Ziel ca. Achter. Dann kassierte Buhl die zweite gelbe Flagge und damit eine Disqualifikation. In der Fastflaute  und im Eifer des Gefechtes hatte er wohl etwas zu schnell aufeinanderfolgend gewendet.  Damit ist ein Streichergebnis verbraucht, aber keineswegs die positive Stimmung.
 
Buhls Fazit: „Ich stelle fest, dass ich in allen seglerischen Bereichen bei den Spitzenseglern bin. Und ich weiß und glaube, dass hier noch allerhand drin sein kann.“

 
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3. Tag (Mittwoch):  Qualifying-Races 5 und 6
Trotz des 19. Platzes in der zweiten Wettfahrt war Philipp Buhl am Ende keineswegs betrübt und sogar guter Dinge. Warum? Er weiß, woran es lag. Und manchmal fehlt auch das berühmte Quäntchen Glück oder hat stattdessen gar ein Häppchen Pech zu ertragen. Aber das wird logischerweise kein Dauerzustand sein.
 
Philipp Buhl, konzentriert auf dem Halbwindkurs.     (Bild: STG)Zunächst einen Blick auf die erste Wettfahrt. Buhl startet links und ziemlich riskant - und alles gelingt. Der gute Speed ermöglicht ihm eine baldige Wende und in Kürze dominiert er das Feld mit schönem Abstand. So bleibt es eine Runde lang. Seine Position und auch sein Vertrauen in die Windeinschätzung lässt ihn vermutlich etwas übermütig werden und dachte auf der zweiten Kreuz nur mehr am Rande  ans Verteidigen. Ein Wind-Rückdreher, mit dem  während des sich zurückziehenden Gradientwindes kaum mehr zu rechnen war und auf den er eben nicht mehr voll reagieren konnte, kostete ihn die komfortable Führung. Nach einem kleinen Aufholer auf dem letzten Vorwind reichte es im Ziel trotzdem zum sehr gute vierten Platz.
 
Die zweite Wettfahrt stand ebenso wie gestern unter dem Vorzeichen der Sea Breeze. Sie hatte sich nach über einer Stunde des Abwartens formiert und eine Stärke von 2 bis 3 Beaufort erreicht. Buhl hatte einen taktischen Plan, angepasst an die Charakteristik des lokalthermischen Seewindes in der Meeresbucht vor Palma. Aber es genügt bereits, einmal nicht richtig  in den Rhythmus der schwierig einzuschätzenden Windpendler hineinzufinden, und der Dämpfer kann perfekt sein. Dies geschah bereits während der Startkreuz. Buhl konnte sich im Kampf um die Schadensbegrenzung zwar ein gutes Stück wieder vorsegeln, aber mehr als ein 19. war nicht mehr machbar.
 
Dieses wenig berauschende Ergebnis drückt natürlich etwas auf das Punktekonto. Buhl zieht ab morgen als 23. ins Goldfleet ein, 17 Punkte Rückstand zur oberen Medalrace-Grenze, zum zehnten Platz. Mit Zuversicht äußerte er: „Das ist nicht so viel. Da ist noch alles offen. Irgendwann sollte es doch durchfunken und irgendwie fühle ich es auch.“

Vorne positionieren sich  Goodison (England) vor Slingsby (Australien), Thompson (England) und dem Vorjahressieger Hernandez (Spanien). Buhls Kaderkollegen Grotelüschen und Kamrath belegen zurzeit die Plätze acht und 22.

Für morgen (Donnerstag) sind ähnliche Windverhältnisse und viel Sonnenschein – hoffentlich auch für die Ergebnisse – vorhergesagt.


 
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4. Tag (Donnerstag):  Final Races 1 und 2 (gesamt 7 und 8)

Kein Erfolgstag für Philipp Buhl. Bei sehr diffizilen  und schwierigen Sea Breeze-Verhältnissen kassierte er einen 29. und 23. Platz. Buhl hat sich damit von den Top Ten entfernt. Eine Teilnahme im Medalrace ist praktisch nicht mehr erreichbar. Das Resultat und die Auswirkung  sind für ihn zweifellos enttäuschend, auch wenn er sich mit dem Zwischenergebnis noch  im ersten Fünftel befindet. Diese heutige Leistung mit „nur“ zwei mittleren Plätzen in einem Weltcup-Goldfleet kann man für Buhl als Ausrutscher ansehen, die man einem Sportler auf dieser Hochleistungsebene fairer Weise zugestehen sollte. Keinem Athleten bleiben solche  Phasen erspart. Da muss er auch souverän durch.
 
Buhl kann aus seiner Sicht in Palma nicht mehr viel verlieren. Er wird den verbleibenden Rest der Regatta als Trainingswettkampf nutzen und zur Übung wahrscheinlich das eine oder andere  Risiko- und Testspiel angehen.

 

 
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5. Tag (Freitag):  Final Races 3 und 4 (gesamt 9 und 10)
Ende einer Regatta nach zwei weiteren Finalwettfahrten bei schierig einzuschätzendem Seewind der Stärke 2-4 Beaufort. Für die Medalrace-Teilnehmer findet morgen (Samstag) noch das Finale statt. Damit hat Philipp Buhl leider nichts zu tun. Er hatte es natürlich auf dem Plan. Aber im Hochleistungssport werden grundsätzlich viel mehr Pläne gefasst als verwirklicht. Das ist soweit natürgemäß und hängt mit dem enormen Schwierigkeitsgrad der Realisierbarkeit zusammen. 
 
Diese erste europäische Weltcup-Regatta war für Buhl der Einstieg in die Saison. Sie war für ihn auch ein erstes Testevent. Es sollte den Beginnpunkt in der persönlichen Formkurve markieren. Das Fazit könnte man groß so ausdrücken: Es gab zahlreiche gute und auch sehr positive Phasen, aber eben auch Fehler und Unzulänglichkeiten – zu viele. Diese gilt es nun genau zu analysieren und dann nach besten Möglichkeiten zügig auszuschalten. Dabei dürfte sich manches von selbst erledigen. Denn Buhl kann viel mehr, als er in Palma zeigen konnte. Er hat sich bei dieser Wettfahrtserie eindeutig unter Wert verkauft. Das Gelingen hängt eben von zu vielen und auch sehr feinen Komponenten ab, als dass man sie alle und zu jeder Zeit einfach nur im Grift haben könnte.

 

 

Das war’s vom Sailing Worldcup in Palma de Mallorca. Danke für Euer Interesse.

Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl
            

  

Aus Spanien herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
Ich hoffe und glaube, es kommen bald wieder Zeiten mit mehr Erfolg. Auf jeden Fall vielen Dank an Euch.

Bis bald!

Euer Segler
Philipp Buhl

 

 

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