Semaine Olympique Francaise, Hyeres

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Segelwettkampf und Revier der Extraklasse

Eine Klasse für sich ist für Philipp Buhl das weltberühmte Regattarevier vor Hyeres an der Cote d’ Azur. Nirgends sonst wo haben sich bei ihm so beeindruckende Sporterlebnisse in der Erinnerung verankert. Hier begann 2007 für den damaligen Junior Buhl mit dem zweifachen EM-Titelgewinn sein sensationeller internationaler Durchbruch zum Erfolg. Dieser sollte auch den Beginn einer nachhaltigen Sportkarriere markieren. Welche weiteren Highlights ergaben sich für den Oberallgäuer auf dem anspruchsvollen Revier in der südfranzösischen Meeresbucht: Erster Europacup-Sieg (2008) – im Weltcup erstes Medalrace-Ticket (2009) – und erstmals im roten Trikot (Zeichen des Drittplatzierten) in die Finalserie eingezogen (2010).


 


Was hält die „Semaine Olympique Francaise“ (SOF) für Weltcup-Segler Buhl in diesem Jahr parat? Wie sich im Vorfeld bereits abzeichnete, ist für alle ein Geschenk vom Windgott zu erwarten, was die zurzeit instabile Wetterlage allerdings über die Tage noch ändern könnte. Der schwierige Umgang mit der sehr unregelmäßigen und launischen Sea-Breeze des letzten Jahres ist jedenfalls bei vielen Laser-Athleten noch in unguter Erinnerung.

Ob es auch für den Sonthofener Sportsoldaten wieder eine Art persönliches schönes Geschenk geben wird, bleibt abzuwarten. Buhl ist allerdings Realist und erwartet nicht Geschenke. Er hofft natürlich auf das hilfreiche Quäntchen Glück an seiner Seite. Geschenke kann hier keiner erwarten. Wer die sehr hoch hängenden süßesten Kirschen ernten will, der muss schärfstes Wettkampfwerkzeug besitzen, und er muss dieses in den entscheidenden Momenten zur vollen Wirkung entfalten können. Denn hier in Hyeres, wo es um die begehrten Weltcup-Trophäen geht, sind die Weltbesten ausnahmslos am Start - über 150 Athleten aus nahezu 50 Nationen.

                                    

(Hyeres, 24./29.04.2011 (Text und Bilder: Friedl Buhl))

In den Tagen davor:

Sonne pur, traumhafte Windbedingungen um 4 bis 5 Beaufort haben vom ersten Tag an unser individuelles Vorbereitungstraining begleitet und positiv beeinflusst. Heute (Freitag) gibt es ein Intermezzo aus Wolken und in der Nacht Regen. Der Ostwind pustete „aus allen Rohren“ und türmte mächtige mit teils über 4 m hohe Wellen auf.

Es stellte sich die Frage, ob wir auf das für heute geplante Abschlusstraining aus Gründen der Ressourcenschonung eventuell verzichten sollten. Aber Philipp wollte die seltene Gelegenheit nicht ungenutzt und ungenossen verstreichen lassen. So gehörten wir zu den relativ wenigen Teams, welche auf dem schäumenden Meer ein Spezialtraining in Angriff nahmen.

Die Aktion verlief gut, war lehrreich und bereitete trotz der hohen Herausforderungen auch noch eine Menge Spaß. Für mich war es beispielsweise eine neue Erfahrung, dass das Motorboot von den langen hohen Wellenbergen auch ohne Gas fast so schnell ins Wellental surfen konnte wie der von Pressluft angetriebene Laser auf dem Vorwindkurs. Außerhalb den besonders wirksamen Surfwellen war allerdings die Power des Motors gefordert, um vom Laser-Piloten Buhl nicht abgehängt zu werden.


 

Impressionen vom Training:

 

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1. bis 3. Tag (Sonntag bis Dienstag): Qualifying Races 1 bis 6

Philipp Buhl auf dem Weg zu einem Spitzenplatz.    (Bild: F. Buhl)Das Qualifying konnte mit den geplanten sechs Wettfahrten beendet werden. An jedem Tag hatten sich die Segler auf sehr unterschiedliche Bedingungen einstellen. Während am ersten Tag über zwei Wettfahrten kräftiger Ostwind mit stattlicher Meerwelle vorherrschte, hatte der Folgetag einmal schwachen und nach einem Umbruch des Windsystems über zwei weitere Races mittleren Wind zu bieten. Schließlich wartete heute für die noch ausstehende sechste Qualifizierungs-Wettfahrt die typische Sea-Breeze mit zwei 2 bis 3 Beaufort auf.

Philipp Buhl kam mit den wechselnden Gegebenheiten bisher gut zurecht. Glanzleistung waren zwei vierte Plätze. Auch seine weiteren Platzierungen liegen in der Top Ten-Umgebung. Damit zieht Buhl an 20. Position ins Goldfleet ein. Der Rückstand zum zehnten Rang – diese magische Grenze hat jeder Topsegeler im Visier – beträgt nur 11 Punkte.

Buhls Kommentar: „ Die Zwischenbilanz ist durchaus in Ordnung. In einzelnen Situationen habe ich leider auch etwas verschenkt, und das zeigt mir, dass Steigerungen möglich sind.“


Wenn im Ziel klar wird: "Der 16. hätte ganz leicht auch ein Top-Knaller werden können." Dann ... und man ärgert sich natürlich etwas. Das Positive dabei: Hoffnung auf noch mehr Auflösung seines Bestätigung Potentials.        (Bild: F. Buhl)Im Goldfleet geht es nun über zwei Tage und vier Wettfahrten verstärkt zur Sache, denn hier kämpft das beste Drittel der über 155 Athleten unter sich. Die erreichten Punkte haben von jetzt an dreifache Wirkung. Es sind leichte bis höchstens mittelmäßige Thermikwinde vorhergesagt. Speziell auf dem Laser-Kurs bedeutet dies für die Segler aufgrund der im Windstrom vorgelagerten Inseln sehr schwer einzuschätzende Wind- und auch Meeresstrom-Verhältnisse.

Im Zwischenklassement führt unangefochten Weltmeister Tom Slingsby (Australien) vor Andy Malony (Neuseeland) und Simon Grotelüschen (Deutschland).

 
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4. bis 5. Tag (Mittwoch und Donnerstag): Finale Races 1 bis 4 (gesamt 7 bis 10)

Hyeres 2011 - einmal ganz anderes. Die Regatta hatte für den Segler vom Alpsee gut begonnen und ohne Wenn und Aber deutlich neben der Zielsetzung geendet. Ein 31. Platz liegt zwar in diesem bis an die zulässige ISAF-Grenze aufgefüllten Weltklassefeld im besten Fünftel. Aber das zählt für den ehrgeizigen Sonthofener nur untergeordnet. Natürlich, noch schlimmer wäre beispielsweise, das Goldfleet nicht zu erreichen. Auch dies kann guten und erfahrenen Weltcupsegler zwischendurch passieren. Buhl will natürlich viel mehr und resümiert: „Ich bin nicht zufrieden mit dem Verlauf der Finalserie und auch nicht mit dem Endergebnis.“
 

Der 41. Platz im ersten Finale Race beruhte zunächst auf einem organisatorischen Problem. Ein vorverlegter Start war uns nicht bekannt. Trotz eiligstem Bootaufbauen und Volldampf-Schleppen über 10 km blieben nur wenige Minuten zur Vorbereitung im Startraum - von der nötigen Revier-Vorerkundung keine Spur. Das hätte bei diesen schwierigen Verhältnissen nur im absoluten Glücksfall gut gehen können. Aber das war nur ein Aspekt und nur bei diesem Rennen ein Problem.

Die übergeordneten Ursachen für die weiteren wenig berauschenden Resultate an den beiden letzten Leichtwindtagen hängen mit spezifischen Gegebenheiten zusammen, für die jetzt schnell Lösungen gefunden und realisiert werden müssen. Das Team Buhl ist überzeugt: „In bestimmten Situationen müssen einige Dinge grundlegend anders gemacht werden. Wir müssen teils zurück zu den bewährten Mustern und diese mit neuen Ideen verbinden.“
 
Die Sieger endgültigen Gewinner der SOF werden erst nach dem Medalrace (es segeln nur die besten Zehn) am heutigen Freitag feststehen. Zurzeit führen der Spanier Javier Hernandez vor dem amtierenden Weltmeister Tom Slingsby (Australien) und Tonic Stipanovic (Croatien). Buhls Kaderkollegen Simon Grotelüschen und Malte Kamrath belegen die Plätze fünf bzw. 14.
 
Das war’s vom Sailing Worldcup in Hyeres.
 
Grüße von der Cote d Azur
Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl
            
  
 
Von der Cote d` Azur herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
Ich werdet mir sicher die Daumen fest gedrückt haben aber könnt natürlich auch keine Wunder wirken. Ich verspreche euch, es wird wieder besser werden. Vielen Dank an euch!
 
Euer Segler
Philipp Buhl

 

 

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