Segler Philipp Buhl zeigt sein universelles Geschick

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In der Entspannungsphase "back to the roots": Zurück in den FD - als kleinen Abstecher. 

 

 

Infos in Kürze:

  • Philipp Buhl bei der Int. Kuhschellenregatta mit Vorschoter Rüdi von Maxen auf Platz zwei

  • Buhl startet mit Vorschoter Adalbert Netzer bei der FD-Weltmeisterschaft auf dem Gardasee:

    • 1. Tag: Siegeslauf zum Auftakt und Rang 7 in der Zwischenbilanz

    • 2. Tag: Buhl / Netzer trumpfen auf (6. und 2.) und rücken auf Platz 5 vor.

    • 3. Tag: Qualifying auf Platz 8 beendet.

    • 4. Tag: Mit grandiosem Wettfahrtsieg und einem 7. Platz auf Plaz 6 over all.

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Ein wenig aus dem Nähkästchen

Warum zurück in den Flying Dutchman (FD)?

Philipp Buhls Entwicklungsgeschichte ist sicher keine gewöhnliche. Während die meisten im Seglerkinder im Opti das Segeln lernen, lief bei Philipp das meiste ganz anders. Hierzu gab er als frisch gebackener Laser Junioren-Europameister in einem Interview bei der Kieler Woche 2007 an: „ Schon mit sieben Jahren bin ich mit Vater FD gesegelt und etwas später auch Regatten. Dann bin ich in den Opti umgestiegen.“ Der Insider vermutet, dass der Journalist hier etwas falsch verstanden haben muss. Aber weit gefehlt. So war’s! Zu ergänzen wäre noch: Philipp bewegte sich als Kind und beginnender Teenager in einer seglerischen 4-Klassen-Gesellschaft, denn er war überall mit von der Partie, wo er begehrt war oder es ihm interessant erschien, ob bei Segel-Events am Alpsee oder auswärts: Im Flying Dutchman (FD) und auch Korsar (als Boss am Steuer oder als Taktiker an der Genua- bzw. Fockschot) , im Opti und Laser (im Radial und vorzeitig im olympischen Männermodell "Laser Standard").

Das Gros von Philipps wahren Bootsliebe galt jedoch immer dem Flying Dutchman, in dem für ihn die Faszination ihre prägenden Wurzen schlug. Buhl lobte und bedauerte es nicht nur einmal: „Der FD ist einfach ein geniales Schiff. Ewig schade, dass es nicht mehr olympisch ist.“ Seit Jahren gilt seine erste Zuneigung natürlich dem olympischen Laser, mit dem er seine Karriere gegründet hat und sie auch weiterführen wird.

Philipps freie und reichhaltige sportliche Entwicklung machten aus ihm, was er heute ist: Ein außergewöhnlicher junger Segler, ein Senkrechtstarter mit erstaunlichem Können, immer nahe am Puls des Erfolges und fest entschlossen auf der geheinmnisvollen Spur zu den ganz großen Zielen.

 

 

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(Immenstadt, 25./26.06.2011 und Malcesine (Gardasee / Italien, 03./09.07.2011),

(Text und Bilder: Coletta Buhl))

Int. Kuhschellenregatta, Großer Alpsee, 25./26.06

Segler Philipp Buhl gewann soeben beim Weltcupfinale im Rahmen der Kieler Woche die Weltcup-Silbermedaille in der olympischen Laser-Klasse und hat sich damit für die laufende Olympia-Qualifikation alle Optionen offen gehalten.

Das wäre ein dicker Grund, sich in der für die Deutsche Segler-Nationalmannschaft jetzt angesetzten und hoch verdienten Regenerierungsphase erst einmal zurückzulehnen, tief durchzuschnaufen und sich von Wettkampfstrapazen zu erholen. Aber für den Vollblutsportler aus dem Oberallgäu gib es offensichtlich noch Vorrangigeres. Er fuhr umgehend bei Nacht von Kiel an den Alpsee, um sich bei bester Gelegenheit, zur Int. FD-Kuhschellen-Regatta, in seinem Heimatclub SCAI sehen zu lassen. Diese sehr hochrangige FD-Ranglistenregatta hat einen ganz besonderen Reiz. Es ist die 46. und ist weltbekannt geworden. Auf der Wandertrophäe sind die Siegernamen früherer Weltmeister und Olympiasieger zu lesen, als der FD vor dem Laser noch olympisch war. Aus Zuneigung zum Fying Dutchman-Segeln, zu dieser Regatta und aus Verbundenheit mit dem Club und vielen FD-Seglern startete Buhl hier auch aus Herzenslust. Er heuerte als Steuermann bei Vorschoter Rüdi von Maxen an.

Als jüngstes Team erkämpften sich die beiden über vier Wettfahrten den sehr beachtlich zweiten Rang von insgesamt 34 Mannschaften aus Deutschland, Polen und der Schweiz. Dabei verwies Buhl / von Maxen auch ehemalige Deutsche Meister und zahlreiche sehr erfahrene FD-Mannschaften auf die Plätze. Nur dem Führenden in der Deutschen Rangliste und mehrfachen Medaillengewinner bei IDM, EM und WM, Hans-Peter Schwarz / Roland Kirst, mussten sie sich geschlagen geben.

 

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FD-Weltmeisterschaft, Malcesine / Gardasee, 03./09.07.

1. und 2. Tag (Montag und Dienstag): Qualifying Races 1 bis 4

Wer glaubt, die ehemalige olympische Erfolgs-Klasse „Flying Dutchman“ sei tot, irrt gewaltig. Nicht weniger als 130 Mannschaften aus 25 Nationen und fünf Kontinenten sind am Start. Damit stellt der FD heute zwar bei weitem nicht den Laser (i. d. R. 160 Boote aus ca. 60 Nationen), aber durchaus andere olympische Klassen in den Schatten. Die Riesenflotte wurde in vier Gruppen unterteilt, wobei in durchmischter Form jeweils zwei Gruppen in einem Fleet starten.

Mit einem Paukenschlag begannen Philipp Buhl / Adalbert Netzer das Event. Sie gewinnen zur großen Überraschung vieler FD-Experten die erste Wettfahrt. Mit einem anschließenden 14. Platz reihen sie sich im Zwischenklassement an siebter Stelle ein. Es herrschten mittlere Windstärken aus Süd.

Thumbnail imageAm zweiten Wettfahrttag setzen die beiden Alpsee-Segler vom SCAI in puncto Leistungskonstanz noch einen drauf. Bei Ora um 3 – 4 Beaufort belegen sie Platz sechs in der ersten Wettfahrt. Dabei lieferten sich Buhl / Netzer einen spannenden Schlagabtausch in erster Linie mit dem mehrfachen WM- Champignon Bojsen /Bojsen.

Zur feinen Abrundung einer faszinierenden Tagesleistung beenden Buhl / Netzer im zweiten Race mit der zweitbesten Zeit. Damit befinden sie sich jetzt Auf dem hervorragenden fünften Rang over all und führen nebenbei die starke deutsche Flotte an.

Der weitere SCAI-Segler Bene Wiedemann belegt mit Steuerman Stefan Beichl (Ammersee) im Zwischenklassement Rang 17.

In Front liegen ausschließlich ehemalige und teils mehrfache Weltmeister: Majthenyi Szabbolcs / Domokos Andreas (Ungarn) vor Bojsen-Moller Jorgen / Bojsen-Moller Jacob (Dänemark) und Kramer Enno / Geelkerken Ard (Niederlande). 
 

 

    

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3. und 4. Tag (Mittwoch und Donnerstag): Qualifying Races 5 und 6

Der Wind um 2 bis 3 Beaufort aus Süd war heute etwas launischer und taktisch recht anspruchsvoll. Philipp Buhl / Adalbert Netzer kamen damit gut zurecht und querten in der ersten Wettfahrt die Ziellinie in knappem Abstand mit zwei weiteren Booten als Achter.

In der zweiten Wettfahrt unterläuft dem Alpsee-Team nach einwandfreiem Start ein kleiner Manöverfehler an der Front des Feldes. Dies kostet im Handumdrehen mehrere Positionen, beeinträchtigt in der Folge taktische Optionen und beschert fortlaufend geschädigten Wind. Buhl / Netzer müssen jetzt ihre Taktik auf Schadenbegrenzung und Aufholjagt umstellen. Schließlich können sie eine 30. Position an der ersten Luvmarke noch in einen 22. Platz verwandeln. Mehr ist in diesem Weltklassefeld nicht zu erwarten. Buhl / Netzer können zwar den 22. Rang als ihr bisher ungünstigstes Ergebnis streichen, fallen aber dennoch um drei Plätze auf acht zurück.
Damit zieht die einzige Allgäuer Mannschaft als achtplatzierte und zweitbeste deutsche Mannschaft ins Goldfleet ein, denn an ab morgen segelt die beste und zweitbeste Hälfte (Silberfleet) jeweils unter sich.
Die Punktedifferenzen im Top Ten- Bereich sind auffällig gering, wenn man von den klar voraus liegenden führenden Mannschaften aus Ungarn, Niederlande und Dänemark absieht.
Bene Wiedemann vom SCAI mit Steuermann Beichl nähern sich mit Rang 11 im Zwischenklassement der Top Ten-Grenze.

 

Am vierten Tag (Donnerstag) überraschte der Gardasee schon am Morgen mit heftigen Regengüssen und Sturmböen und ließ für den Tag nichts Gutes erwarten. Zwar liefen die Segler im Tagesverlauf aus, aber der uncharakteristische und teils zu schwache Wind ermöglichten keine ordentliche Wettfahrt. Es blieb bei Versuchen.
Mit Starkregen und Hagelschauer am Abend befreite sich die Luft in einem zweiten Durchgang ihres übermäßigen Feuchtigkeitsgehaltes. Damit gab es berechtigte Hoffungen für typische Gardasee-Verhältnisse am nächsten Tag.

 

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5. Tag (Freitag), Finale Races 1 bis 3 (gesamt 7 bis 9)

Die Wettfahrtleitung plante für den Beginn der Finalserie eine Wettfahrt mit Nordwind. Diese geht leider wegen zu spätem Start um 9:00 nicht durch, weil der ohnehin dezente Bergwind vorzeitig zusammenbricht. Die Wettfahrtleitung musste das Rennen canceln.

Nun erwartete die Segler ein sehr anstrenger Nachmittag, denn es bestand kein Zweifel an einem guten und anhaltenden Südwind und somit drei Wettfahrten.

Nach dem dritten langwierigen Startversuchen bei untypischem Südwestwind war schließlich das erste Finalrace bei 3 bis 4 Beaufort gestartet. Philipp Buhl / Adalbert Netzer vollziehen einen perfekt gelungenen Start. Damit war dieses Rennen allerdings noch längst nicht gewonnen. Denn die Kurse verlangten aufgrund des schwankenden westlichen Richtungseinschlages viel taktisches Können.

Und diese Wettfahrt sollte für das Team vom Alpsee das FD-Rennen ihres Lebens werden. Es rundet an zweiter Stelle die erste Luvmarke. Deutlich voraus eine italienische Mannschaft, die nun im Fadenkreuz von Buhl / Netzer liegen. Nach der zweiten Kreuz sind sie nicht mehr weit von ITA 100 entfernt und dahinter jagen bereits die gefährlichsten Gegner, die mehrfachen Weltmeister aus Dänemark, Bojsen-Moller / Bojsen-Moller aus Dänemark. Fast haben sie Erfolg beim Angriff auf das Schiff vom Alpsee. Aber die Alpseeer wehrten durch Halse und etwas günstigeren Kurs erfolgreich ab.

Nun gab es dramatische Veränderungen auf der Zielkreuz. Buhl / Netzer fallen kurzzeitig auf die fünfte Position zurück. Sie entscheiden sich für eine etwas andere Route gegen den . Bald übernehmen sie die Führung, bauen sie aus und besiegen souverän sämtliche berühmten FD-Größen dieser Welt.
 
Auch in der zweiten Wettfahrt läuft für Buhl / Netzer alles recht gut und zufriedenstellend. Sie segeln durchwegs in der Spitzengruppe mit und belegen unmittelbar hinter Bojsen-Mollers den siebten Platz. Es gewinnen Kramer / Geelkerken (Niederlande).
 
Mit diesen schier unglaublich guten Platzierungen sollte für Buhl / Netzer nun Schluss sein. Ein Riss im Ruderbeschlag hatte sich so weit vergrößert, dass sie einen weiterer Start in der dritten und letzten Wettfahrt nicht mehr riskieren wollten. Ein Reparaturversuch in der kurzen Wettfahrtpause blieb aus zeitlichen Gründen bei der Demontage stehen. Sie konnten somit dieses von Bojsen-Mollers gewonnene Rennen von außen ansehen und nahmen ihr Schicksal trotzdem gelassen, obwohl noch Verbesserungspotential greibar war. Ihre Kommentare: Buhl: „Tja, so ist es halt mit etwas älteren Schiffen.“ Netzer: „ Es ist trotzdem alles in allem sehr okay.“ Obwohl den beiden eine technischer Panne die WM abrundete, stand ihnen Zufriedenheit mit dem gesamten Verlauf ins Gesicht geschrieben.
 
Buhl / Netzer belegten am Ende mit zwei Wettfahrtsiegen (einen im Goldfleet), hervorragenden weiteren Leistungen und trotz eines Ausfalls wegen technischem Defekt die sagenhaft gute sechste Position. Damit übernahmen sie gleichzeitig die Führung innerhalb der hochkarätig besetzten deutsche FD-Flotte und konnten bei der Abschlussveranstaltung noch weitere Ehrungen (siehe Gesamtbericht) entgegen nehmen.

Clubkamerad Bene Wiedemann konnte sich mit seinem Steuermann Stefan Beichl (Segelclub Herrsching) über den sehr beachtlichen zwölften Platz freuen.

Die alten und neuen Weltmeister in der Flying Dutchman-Klasse heißen einmal mehr Szabbolcs Majthenyi / Andreas Domokos. Die Topsegler aus Ungarn haben die vielleicht erfolgreichsten FD-Segler aller Zeiten, Jorgen Bojsen-Moller / Jacob Bojsen-Moller (Dänemark), um winzige zwei Punkte geschlagen. Bojsen-Mollers haben bei Olympia Gold (1988) und Bronze (1992) gewonnen und konnten bis so zahlreiche WM- und EM-Titel verbuchen wie keine andere Mannschaft jemals zuvor. Die Bronzemedaille dieser WM holte der ehemalige Worldchampignon von 1999, Enno Kramer mit Vorschoter Ard Geelkerken (Niederlande), der ebenso um nur zwei weitere Punkte zurück lag.


 
 Links:

Homepage Veranstalter

 

 
Liebe Leser, hier auf dieser Seite erhaltet ihr Infos zum Verlauf dieses Events.
 
Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl

     

 

Vom Gardasee herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
Ich werdet mir sicher wieder fest die Daumen zum guten Gelingen drücken.
Vielen Dank an euch!
 
Euer Segler
Philipp Buhl
Grüße auch von meinem Vorschoter Adalbert Netzer
  

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