Laser-WM 2012 Boltenhagen / Ostsee

    Philipp Buhl in Top-Position kurz vor der ersten Luvmarken-Rundung.         (Bild: F. Buhl)

 

Werden die hohen
Erwartungen und
eigenen Zielsetzungen
bei der Heim-WM

erfüllbar sein?


(Tagesberichte)

 

7. Tag (Do.): Tagesbester zum Abschluss! Souveräner Sieg und 9. Platz.
                       11. over all 
  

Während der Heim-WM in Boltenhagen (Ostsee) werden große Hoffnungen und Erwartungen an die deutschen Laser-Asse Philipp Buhl und Simon Grotelüschen gestellt. Beide haben in dieser Saison bereits eine Weltcup-Regatta gewonnen und damit gezeigt, dass sie in der Weltelite nicht nur gut mitmischen, sondern sie sogar dominieren können. Doch jede Regatta hat aufgrund der sehr unterschiedlichen Wetter-, Wind- und Revierbedingungen ihre eigenen Charakterzüge und Gesetzmäßigkeiten, welche auf die verschiedenen Vorlieben und Fähigkeiten der Segler mehr oder weniger gut zugeschnitten sind. Ein Top-Athlet muss jedoch die gegebenen Bedingungen in jedem Fall freiweg annehmen können und schlussendlich Gutes oder Perfektes daraus machen. Es wird sich zeigen, wie die beiden deutschen Topsegler diesen Anforderungen gerecht werden können.

 

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(Boltenhagen / Ostsee, 04. ... 11.05.2012 (Text und Bilder: Friedl Buhl))

1. bis 4. Tag (Freitag bis Montag): Qualifying Races 1 bis 8

Wenn dem Autofahrer sein Gefährt nicht mit der gewünschten Pfiffigkeit abgeht, frägt er sich: Ist denn die Handbremse ganz offen? Diese Frage hat sich Phillipp Buhl nach dem unbefriedigenden erstenWettkampftag (Plätze 22 und 30) sinngemäß vielleicht auch gestellt. Allerdings musste er die Sache weit komplexer und detaillierter hinterfragen. Eine Teilantwort konnte man aus den sehr problematischen und grenzwertigen Windverhältnisse (ein sehr starker Dreher und teils wenig bis zu wenig Wind) ableiten, speziell in der zweiten Wettfahrt. Einer wie Weltmeister Tom Slingsby (Australien) schloss an diesem Tag zwar trotzdem mit zwei Siegen ab, aber wahrscheinlich war für diesen perfekten Auftakt eine Portion Glück an seiner Seite. Denn zahlreiche andere Topsegler hatten zumindest einen gravierenden Ausrutscher einzustecken.

In den folgenden drei Tagen zeigte Buhl guten bis überzeugenden Kontakt zur Weltspitze - trotz des nur leichten bis mittleren Windes. Es gelangen ihm beeindruckend gute bis sehr ordentliche Ergebnisse: Ein Wettfahrtsieg und die Plätze 2, 5, 10 und 13. Damit arbeitete er sich in zügigen Schritten nach vorne und qualifizierte sich nach dem achten und letzten Qualifying-Race schließlich als 19. für das Goldflleet.

 
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 5. Tag (Dienstag): Finale-Races 1 und 2 (gesamt 9 und 10)

Philipp Buhl belegte in der ersten Tageswettfahrt den 21.Platz. Für ein Goldfleet-Race ist dies noch ein ordentlicher Platz. Aber um weiter effektiv nach vorne zu preschen, wäre natürlich ein einstelliges Ergebnis nötig gewesen.

Im zweiten Race musste Buhl nochmals schwere Last aufsatteln, eine Straflast, deren Berechtigung er anzweifelte. Die Jury, welche in Boltenhagen sehr eifrig maßregelt, so auffällig aktiv wie kaum sonst wo bei Weltrang-Regatten, zeigte ihm die zum zweiten Male die gelbe Flagge wegen angeblich unzulässiger Vortriebshandlungen auf dem Vorwindkurs. Damit war Buhl für dieses Rennen disqualifiziert. Auch Olympiasieger Paul Goodison (England), der für häufige Regelverstöße dieser Art nicht bekannt ist, kassierte bereits im Verlaufe des Qualifyings den Rekord von drei gelben Flaggen und damit zwei Disqualifikationen, darunter eine nicht eliminierbare. Somit musste der Britte die Hoffnungen auf ein sehr gutes WM-Ergebnis frühzeitig begraben.

Nachdem das zweite Streichergebnis nach dem achten Race wirksam wurde, lag der Sonthofener trotzdem noch auf dem 17. Rang.

  
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6. Tag (Mittwoch): Finale-Races 3 und 4 (gesamt 11 und 12)

Erneut waren nur leichte bis mittlere Winde vorhergesagt, und zwar aus südlichen Richtungen. Dies bedeutet für die Segler in der 5 km großen halbkreisförmigen Bucht südlich von Boltenhagen unregelmäßige und damit schwierig zu beherrschende Winde.

Philipp Buhl konnte sich freuen. Er trumpfte mit einem souveränen Sieg in der ersten Wettfahrt auf. Nach einem gelungenen Start hatte er noch einzelne Konkurrenten auf der Startkreuz hinter sich und rundete die erste Luvmarke als Führender. Aus dieser Position ließ sich Buhl nicht mehr verdrängen, obwohl die Angreifer auf der zweiten Kreuz nochmals sehr nahe kamen. Mit diesem Top-Resultat stach Buhl in der Zwischenwertung auf den 15. Platz vor, und dies mit einem hoffnungsvollen Punkterückstand auf die Top-Ten-Grenze.

Die zweite Wettfahrt bescherte Buhl leider gegenteilige Gefühle. Er musste einen 32. in seine Wertung aufnehmen. Damit fiel er in der Gesamtwertung auf den 19. Platz zurück.

Morgen, am 7. Tag, finden die letzten zwei Finale-Races statt. Das übliche Medal-Race ist zugunsten von zwei zusätzlichen Fleet-Races nicht vorgesehen.

  
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7. Tag (Donnerstag): Finale-Races 5 und 6 (gesamt 13 und 14) 

Sicherlich gab es noch große Vorsätze für den letzen Tag. Auch der Wind wollte sich nicht lumpen lassen und bließ mit 4 bis 5 Beaufort so kräftig wie an keinem anderen Tag.

Prompt gelingt Philipp Buhl ein starker Abschluss. Er siegt im ersten Tages-Race souverän mit einem faszinierenden Vorsprung von 40 Sekunden (über 100 m) vor dem werdenden neuen Weltmeister Slingsby.

Auch in der zweiten und letzten Wettfahrt gab Buhl mit einem 9. Platz eine gute Figur ab und verbuchte schließlich zum Abschluss den Tages-Gesamtsieg für sich.

Der Rückblick über eine mit 14 langen Wettfahrten in 7 Tagen (ohne Pause)  sehr umfangreiche und zudem ausgesprochen schwierig zu segelnde WM konnte bei Buhl Zufriedenheit auslösen, wenngleich er für das Gesamtergebnis etwas mehr im Visier hatte. Der 11. Platz bei dieser absolut voll besetzten WM kann sich sehen lassen. Er topt damit sein bestes WM-Ergebnis von 2010 (12. in Hayling Island) und gibt sich einen Wehmutstropfen auf die etwas verkorkste Qualifizierungs-WM in Perth vor knapp einem halben Jahr.

Der besondere Wert seiner abgelieferten Leistungen ist in seinen Topplatzierungen zu sehen (dreimal  1., einmal 2. und drei weitere Male in den Top Ten). Zudem ersegelte er diese Ergbnisse großteils in der Finale-Serie (im Goldfleet) und vorwiegend bei nur leichtem bis mittleren Wind. Der Starkwindspezialist jagt damit den Leichtwindseglern  gehörigen Respekt ein. Man kann ihm dazu nur gratulieren und auf diser Schien weiterhin viel Glück und Erfolg wünschen. Dies benötigt er vor allem hinsichtlich seine Leistungskonstanz, die teils noch zu wünschen übrig lässt. Hätte Buhl seinen schwachen Einstieg mit dem nach der dritten Wettfahrt einkehrenden Schwung duchziehen können, wäre er samt seiner Disqualifikation ein Medaillen-Kandidat geworden.

Der neue Weltmeister ist der Titelverteidiger, Tom Slingsby aus Australien. Er siegte überlegen vor Tonci Stipanovic (Croatien) und Andrew Maloney (Neuseeland). Buhls Kaderkollege und Olympiasegler für London, Simon Grotelüschen, konnte sich drei Plätze vor seinem Sparringspartner auf dem 8. Platz einreihen. Er segelte eine recht stabile Serie und hatte ebenso wie sein Partner Pech wegen einer schmerzlichen Disqualifikation (Protest-Angelegenheit).

Slingsby ist ein hoch verdienter und würdiger neuer Weltmeister. Er hat besonders eindrucksvoll bewiesen, dass er als einer der gefürchteten Startwindstrategen die Leichtwindspezialisten nicht fürchten muss, und zwar besonders dann, wenn die Wind- und Revier-Bedingungen schwierig werden. Slingsby ist ein strategischer Könner und scheint einige Dinge zu beherrschen, von denen andere Topsegler noch ein Stück entfernt sind.

 

 

Das war’s von der Heim-WM in Boltenhagen / Ostsee (Gesamtbericht folgt).
 
Grüße aus Kiel
Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl
 
 
Vom WM-Austragungsort Boltenhagen herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
 
Euer Segler
Philipp Buhl

 

 

Links:

Ergebnisse:

- Nach Race 14 - Endergebnis
 

Veranstalter Homepage

 

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 Philipp Buhl eröffnet anschließend Einblicke in seine Empfindungen während wichtiger Stationen der Weltcup-Saison und danach.

Darunter ein Kommentar

(F. Buhl)

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