Ein letztes Mal

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Sailing World Cup
Skandia: Sail for Gold,
Weymouth, Portland/
England, 2012  
 
(Tagesberichte)

 

Fünf Jahre sind vergangen. Damals, als Philipp Buhl zweimal Gold bei der JoEM 2007 absahnte, avancierte er zum Aushängeschild des Laser-Nachwuchses in Deutschland. Als Sonderlohn erhielt er - so war es für den besten Nachwuchssegler versprochen worden - vom Deutschen Seglerverband ein Ticket nach Weymouth. Dort stand Training und die Teilnahme bei der internationalen „Skandia Sail for Gold Regatta“ auf dem Programm. Das Besondere daran: Weymouth, die Hafenstadt am Englischen Kanal, ist Austragungsort der Olympischen Segelregatten 2012. In den letzten Jahren hat sich das Wort „Weymouth“ in der Seglerwelt zunehmend eingebrannt und in unzähligen Reden den Ton und die Musik gemacht. Zwischenzeitlich stufte der Seglerweltverband die „Sail for Gold“ zu einer „ISAF Sailing Worldcup“-Regatta hinauf. Und nun steht für dieses hochkarätige Event aber auch schon Abschied vom Weltcup-Zirkus a, denn sie ist speziell als Vorspann und Hinführung auf Olympia in London eingerichtet worden.


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Für Philipp Buhl wird es somit das letzte Mal sein, dass er in diesem sehr anspruchsvollen Segelrevier im Ärmelkanal angreift, wo aus der Vielgestaltigkeit und Power von Wind, Wellen und ungewöhnlichen Meeresströmungen die Wettkampf-Strategiepläne zu brauen sind. Nur die Olympia-Teilnehmer werden dort im August nochmals ihre Chancen wahrnehmen können, um vielleicht einen eigenen sportlichen Höhepunkt der besonderen Kategorie zu verwirklichen. Dem Segler vom Alpsee sollte dies verwehrt bleiben. Er wird daher vermutlich auch etwas Gefühle der Wehmut verspüren, wenn es ab 04.Juni darum geht, in der Weymouth Bay über 6 Tage wieder einmal und noch einmal alles zu geben.


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(Weymouth, Portland / British Channel , 04./09.06.2012 (Text und Bilder: Friedl Buhl))
 

In den Tagen vor Event-Beginn

img_6787-2In der letzten Trainings- und Vorbereitungsphase konnten wir noch zwei Trainingstage mit recht unterschiedlichen Bedingungen wahrnehmen. Zunächst herrschte schwacher Wind um West, eine wertvolle Gelegenheit, das Feingefühl für das Boothandling zu überprüfen, zu wecken und vielleicht etwas nachzujustieren.

Am nächsten Tag absolut gegensätzliche Bedingungen. Kräftiger Ostwind um 4 bis 5 Beaufort und eine unabgeschirmte und dementsprechend stattliche Welle. Beide Trainings verliefen sehr zufrieden stellend.

Heute bläst starker Wind aus West. Aber für Philipp Buhl ist mit Blick auf die seglerische Aktivitäten heute Ruhetag. Ein Tag zum physischen Regenerieren, aber auch zum Reflektieren und Sammeln der Konzentrationsfähigkeit. Das erste Startsignal wird morgen (Mo., 04.06.) um 11:00 Uhr in der Weymouth-Bay, zwischen Overcombe und Osminghton Mills, ertönen.

 

 
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 1. Tag (Montag): Qualifying Race 1
Die erste Wettfahrt wurde bei schwachem Wind um knapp 2 Beaufort gestartet. Aufgrund eines kräftigen Winddrehers entschloss sich der sehr gewissenhafte und professionelle Wettfahrtleiter Jeff Martin zum Abbruch. Danach flaute der Wind weiter ab. Die Segler kehrten in den über 8 km entfernten Hafen zurück, weil erst am Nachmittag eine eventuelle leichte Seabreeze zu erwarten war. Diese baute sich trotz erheblicher Bewölkung tatsächlich auf.
Für Philipp Buhl gab es einen gelungenen Einstieg. Mit über 100 m Vorsprung passierte er als Erster die Ziellinie und zeigte damit eindrucksvoll, dass er auch bei leichtem Wind sehr schnell unterwegs ist.
Auch Kaderkollege Simon Grotelüschen (Lübeck) konnte im anderen Fleet einen Sieg heimfahren. Damit war der Start in den Weymouth-Weltcup ein absoluter Erfolgstag für die beiden einzigen deutschen Laser-Segler.
 
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2. Tag (Dienstag): Qualifying Race 2 bis 4
Ein Tag, der sicher den meisten Athleten die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit aufzeigte und so manchen auch bis zum nächsten Tag spüren ließ: Kräftiger bis starker Wind von 4 bis 6 Beaufort, hohe Wellen, starke unterschiedliche und veränderliche Meeresströmungen bis zu 50 m pro Minute, anhaltender Regen und nebelig, drei Wettfahrten (zwei plus eine nachzuholende) mit jeweils drei Kreuzen (üblich sind zwei), dabei meist dreimal Gesamtrückruf wegen zu vielen Frühstartern, schließlich Rückkehr vom Meer um etwa 19:30 Uhr.
Philipp Buhl kam mit den Bedingungen gut zurecht. Er belegte die Plätze 5, 7 und 9. In der ersten Wettfahrt führte Buhl längere Zeit das Feld an. Nachdem er aufgrund der schlechten Sicht eine im Luvbereich bereitgehaltene Ersatzboje mit der wahren Bahnmarke verwechselte, kostete ihm das die Führung. Buhl durfte sich nach diesem sehr Kräfte zehrenden Tag auf das rote Trikot für morgen freuen, denn seine Leistungskonstanz mit ausschließlich guten Top Ten-Platzierungen wurde mit dem dritten Platz im Zwischenklassement belohnt.
 
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3. Tag (Mittwoch): Qualifying Race 5 und 6

Erneut erwartete die Segler Wind von meist 5 Beaufort und Gott sei Dank – abgesehen von einem kräftigen Regenguss – annehmbares und später sogar sonniges Wetter. Die heftigen Gezeitenströmungen speziell auf dem Laser-Revier verlangten heute ganz besondere Aufmerksamkeit, weil sie während der Wettfahrten rasche und kräftige Veränderungen vollzogen haben.

Philipp Buhl rundete zunächst als Neunter. Dann setzte er über die 1 km lange Vorwindstrecke zu einem pfeilschnellen Wellenritt an. Am Lee-Gate hatte er die zweite Position inne. Im Verlauf der weiteren Kurse kam es zu verschiedenen Positionswechseln, aber auf dem Vorwind war der Segler vom Alpsee in dieser Wettfahrt nicht zu schlagen. Buhl gewann schließlich diese Wettfahrt. Simon Grotelüschen wurde Dritter.

In der Folgewettfahrt wurde Buhl Vierter und Grotelüschen siegte.

In der Zwischenbilanz rangiert der Sonthofener hinter Tom Burton (Australien) an zweiter Position. Buhl zieht für Donnerstag mit Beginn der Finale-Serie also erneut das blaue Shirt des Zweitplazierten über.

 Da am späteren Nachmittag stürmischer Wind mit Böen bis 80 km/h erwartet werden, verlegte die Wettfahrtleitung den Start auf 10 Uhr vor. Außerdem starten die Goldfleets der Männer und Damen zuerst und für die Silberfleets kann möglicherweise das Programm windbedingt nicht mehr vollendet werden.

 

 

 

 

 

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               bsv-100-74

 

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           dsv-100-70

 

 

          bw-120-52

 

 

 

          dsh-150-68

 

 

 

          max-150

      

 
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4. Tag (Donnerstag): Finale Race 1 und 2 (gesamt 7 und 8)

img_7075-2Philipp Buhl ist weiterhin auf Erfolgskurs. Im Goldfleet ersegelt er einen zweiten und neunten Rang. Damit verteidigt der Sonthofener seinen zweiten Platz im Zwischenklassement und behält für den letzten Fleetrace-Tag (Freitag) auch das blaue Trikot. Außer dem Segler vom Segelclub Alpsee Immenstadt schaffte keiner den ununterbrochenen Verbleib unter den ersten drei Spitzenreitern. Dies ist ein klarer und schöner Beleg für eine überragende Spitzenleistungskonstanz.

Der zuletzt führende Australier Tom Burton fällt um einige Plätze zurück, und das Führungsruder übernimmt erstmals sein Landsmann, Weltmeister Tom Slingsby. Er liegt nur wenige Punkte vor Buhl.

Erneut herrschten grenznahe Bedingungen und großteils strömender Regen. Um die Gefahren wegen zu starker Windschübe und hohen Wellen zu reduzieren, segelten die Laser ausnahmsweise nicht auf ihrer Bahn, der meerexponiertesten aller Klassen, sondern auf einer näher am Ufer liegenden. Nach den Goldfleet-Races frischte der Grundwind auf 7 bis 8 Beaufort auf, so dass die Wettfahrtleitung alle noch ausstehenden Rennen abgesagen musste.

Ein konzentriertes Tief über ganz England sorgt auch weiterhin für anhaltend starken bis teils stürmischen Wind. Ob daher am Freitag der Wettfahrtenplan umgesetzt werden kann ist noch offen.

 
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5. Tag (Freitag): Keine weiteren Wettfahrten

Wie befürchtet mussten alle die für heute geplanten Wettfahrten aller Klassen storniert werden. Der Wind wehte anhaltend mit ca. 8 Beaufort mit Spitzen bis über 50 Knoten (9 bis 10 Bft). Die Wettfahrtleitung zog nur Wettfahrten im etwas abgeschirmten Hafenbereich in Betracht, denn das Besegeln der Bahnen auf dem offenen Meer wäre wegen des noch stärkeren Windes und der hohen Wellen schlicht zu gefährlich gewesen. Am späten Nachmittag wäre mit nachlassendem Wind eine Wettfahrt für die Laser sicherlich möglich gewesen. Aber dem Wettfahrtkomitee erschein offensichtlich doch der Gesamtabbruch geboten.

Philipp Buhl konnte es im Prinzip so auch recht sein, denn sein zweiter Platz bot für das noch anstehende Medalrace eine einwandfreie Ausgangsposition. Trotzdem wäre er gerne nochmals Fleetraces gesegelt und äußerte bedauernd: „Jetzt habe ich mich extra noch eine Runde warm gelaufen, anstatt nur abzuwarten. Jetzt brechen die ganz ab.“

 
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6. Tag (Samstag): Finale (Medalrace)

(Da die Abreise möglichst rasch vollzogen werden muss, kann ich voraussichtlich nicht mehr über den Verlauf berichten. Ich verweise hierzu auf die Ergebnisliste oder den späteren Nachtrag und den noch folgenden Gesamtbericht.)

 

 

 

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Das war’s vom Sailing Worldcup in Weymouth (Gesamtbericht folgt).  

Grüße aus Weymouth Portland    

 
Euer Berichtverfasser  
Friedl Buhl        
 
 
Vom Sailing Worldcup in Weymouth herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).  
Ihr habt mir ganz offensichtlich wieder in bewährter Manier fest die Daumen zum guten Gelingen gedrückt.
Vielen Dank!    
 
Euer Segler  
Philipp Buhl

   

 


Links zu diesem Event:

Ergebnisse Laser Männer (nach dem Qualifying)

Ergebnisse Laser Männer (inklusive Finale-Serie und Medalrace)

Hompage Veranstalter

Gesamtbericht zu diesem Event

 

 

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 Philipp Buhl eröffnet anschließend Einblicke in seine Empfindungen während wichtiger Stationen der Weltcup-Saison und danach.

Darunter ein Kommentar

(F. Buhl)

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