Sensationelle Leistung: Buhl holt EM-Gold


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Philipp Buhl vergoldet
nicht nur seinen EM-Auftritt,
sondern damit
auch seine Saison 2012
und setzt einen markanten
Karriere-Mosaikstein:
 
Ein Allgäuer wird
im olympischen Laser
Deutschlands
erster Europa-Champion. 
  
(Gesamtbericht)

Der Sonthofener Sportsoldat Philipp Buhl unterstrich erneut sein Ausnahmekönnen. Im französischen Hourtin setzte er sich bei leichten bis kräftigen und teils sehr schwer beherrschbaren Winden gegen 98 Konkurrenten aus 33 Nationen durch und gewann souverän den EM-Titel. Der 22-Jährige siegt damit erstmals bei einer EM der Erwachsenen. Gleichzeitig verbucht Deutschland seinen ersten Europameister in der olympischen Laser-Klasse. Bei seiner ersten Teilnahme in Tallinn 2010, als er noch Junior war, verpasste er nur knapp die Bronze- oder Silberdedaille. Und in seiner Jugend- und Juniorenzeit gewann er zweimal den JoEM-Titel und zusätzlich Silber und Bronze.
In Hourtin belegten die weiteren Podestplätze der Olympionike und WM-Vierte Juan Maegli (Guatemala) vor Jesper Stalheim (Schweden).

 
(Hourtin / Lac de Hourtin et de Carcans , 02./07.07.2012 (Text und Bilder: Friedl Buhl))
 

Wenn der Terminkalender sehr dicht, treffender gesagt, zu dicht ist, bleibt für einen Athleten mit unter keine Zeit mehr für segeltechnische Vorbereitungen, Reviererkundungen und Einstimmung auf den Wettkampf. So war es bei Buhl, und das nicht zum ersten Male. Anfang Juli Trainingstage mit anschließendem Weltcup in England, eine Woche später Weltcup in Kiel, im fast fliegenden Wechsel in den Flying Dutchman für die Kieler Woche-Regatta, ohne Pause mehrere Trainingstage als Sparringspartner für die Präparierung von Olympiastarter Simon Grotelüschen , dann unverzüglich Abflug Richtung Frankreich zur EM, am selben Tag die nötigen Prozeduren managen und schließlich an den Start zur ersten EM-Wettfahrt. Das allein schon ist Hochleistung pur. Und wenn dabei auch noch Spitzenergebnisse, und das auf Weltklasseniveau, erzielt werden (WC-Gold, WC-Bronze, WC-Gold, 2. Platz, EM-Titel), dann darf man gewiss sagen: Chapeau!! Und: Realisiere und genieße all das Erreichte erstmal in Ruhe – sofern nicht schon wieder die nächste Pflicht ruft.

Auf dem Lac de Hourtin et de Carcans, einem der größten französischen Süßwasserseen nahe der Atlantik-Biskaya-Küste, begann es mit extrem unregelmäßigen Winden. Buhl belegte die Plätze zwei und 18, gesamt sieben.

Im weiteren Verlauf des dreitägigen Qualifyings führte der Starkwindspezialist seine Leicht- und Mittelwindpower vor: Drei Wettfahrt-Bestzeiten und zweimal Tagessieger. Schließlich das gelbe Trikot des Spitzenreiters, mit dem der Allgäuer ins Goldfleet einzog.

Im ersten Goldfleet-Race leistete Buhl sich einen kleinen Patzer, kassierte zudem – vermutlich als Folge gewisser Überaktivität - eine Yellow Flag-Strafe der Jury. Trotz des dritten Platzes in der Folgewettfahrt konnte sein bis dato gefährlichster Konkurrent Ashley Brunning (Australien) die Chance nutzen und den Führenden auf Position zwei des Zwischenklassements verweisen.

Doch der Allgäuer ließ sich im Verlauf der weiteren Final-Final-Serie weder aus der Ruhe noch aus dem strategischen Konzept bringen. Mit einem dritten und fünften Rang trotze er dem Australier die Führung wieder ab und holte das gelbe Trikot zurück.

Nun musste der Segler vom Alpsee in besonderer Weise mentale Stärke und ruhige Nerven beweisen, denn am letzten Tag waren aufgrund des Thermikeinflusses sehr ungleichmäßige und somit schwierige Windverhältnisse gegeben. „Ich werde alles geben.“ meldete Buhl nach seinen letzten Vorbereitungen an Land nach Hause. Daran zweifelten wir keine Sekunde – weil wir ihn kennen. Prompt gelang es Buhl, den Titel bereits in der elften Wettfahrt vorzeitig zu sichern. Wegen seines souveränen Vorsprungs von 36 Punkten musste er im letzten Rennen, das windbedingt nicht mehr zu Ende gebracht werden konnte, nicht mehr an den Start.

Philipp Buhl ist ab jetzt nicht mehr „nur“ Vorstufen-Europameister (Juniorenklasse) sondern der vollwertige Champion des europäischen Kontinents. Platz zwei sicherte sich der Olympionike Juan Maegli (Guatemala) vor Jesper Stalheim (Schweden). Buhls zunächst härtester Gegner Brunning katapultierte sich wegen eines Frühstartes und einer Jury-Disqualifikation aus den potentiellen Podestplätzen. In der reinen Europawertung wurde Stalheim Zweiter vor Sergey Komissarov (Russland) und dem französischen Olympiastarter Jean Baptiste Bernaz.

Buhl wollte bekanntlich 2011 die Olympiaqualifikation nicht glücken. Eine sehr herbe Niederlage! Der Zielorientierte baute trotzdem seinen Kampfgeist und seine Motivation neu auf und realisierte in der Folgesaison mit zahlreichen Wettfahrtsiegen, mit zwei goldenen und einer bronzenen Weltcup-Medaille und mit dem EM-Titel als Krönung eine herausragende Erfolgsbilanz. Sie rückt bisher die der aktuellen deutschen Olympioniken aller olympischen Klassen in den Schatten.

Für den Allgäuer mag sein Fehlschlag um die Olympiateilnahme hie und da noch immer etwas bitter nachwirken. Aber mit den geernteten edlen Früchten, auf die er mehr als stolz sein kann, ist er offensichtlich auch sehr glücklich und zufrieden. Nach dem EM-Sieg sagte Buhl: „Ich hätte mir nie erträumt, ein so erfolgreiches Jahr zu haben. Dafür bin ich vor allem meinem Vater, meinem Trainer Thomas Piesker, meinem Trainingspartner Simon Grotelüschen und meinen Partnern sehr, sehr dankbar.“


 

Links:

Tagesberichte
Endergebnisse (nach 11 Races)

 

Medienecho:

(folgt)






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