Buhls Saisonstart beginnt mit Weltcup auf Mallorca

jho 1546-3  

 

 

Trotz Trainings-Rückstand

will Philipp Buhl

in der Spitzengruppe

mitmischen

 

(Tagesberichte)

 

* 1. Tag:  Sehr guter Auftakt   >>>
* 2. Tag:  Buhl bleibt unter den Top Ten   >>>
* 3. Tag:  Mangels Wind keine Wettfahrten   >>>
* 4. Tag: Buhl Zweitbester des Tages  >>>
* 5. Tag: Ein schwerer Tag für Buhl - vorzeitiges Aus >>>
 

veol-300

 

Nachdem Philipp Buhl den geplanten Saisonstart in Miami / USA wegen eines Handicaps nicht realisieren konnte, bedeutet für ihn nun die Weltcup-Regatta „Trofeo Princesa Sofia“ vor Palma de Mallorca den Wettkampfbeginn 2014.

Buhl konnte auch bei einem Training in Portugal nicht teilnehmen. So verblieben noch einige Trainingswochen auf dem Revier des bevorstehenden Events, in der Bucht von Palma. Nach seinem Plan sollte das nötige Pensum an Wassertrainings zum Start in die Saison auf einen größeren Zeitraum verteilt und somit hinsichtlich physischer Belastungen erträglicher und möglichst auch noch effektiver gestaltet werden. Daraus wurde nichts - im Gegenteil. Buhl muss nun hinsichtlich der Aktivitäten auf dem Wasser mit Trainingsrückstand klarkommen.

Trotzdem gibt er sich mit seiner Erwartungshaltung nicht bescheiden und meint: „Das konzentrierte Training hier in Palma ist bei abwechslungsreichen Bedingungen gut verlaufen. Ich fühle mit in ordentlicher Form und werde das Beste daraus machen.“ Auch was das konkret heißt, verriet Buhl unumwunden: „Ich will auf jeden Fall ins Medalrace.“ Das heißt, in die Spitzengruppe der Top Ten.
Am Start sind  144 Boote aus 40 Nationen. Die gesamte Weltelite ist lückenlos vertreten.

 

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(Can Pastilla / Palma de Mallorca, Spanien , 31.03./05.04.2014  (Text: Friedl Buhl; Bilder: J. Hoyer und F. Buhl))
 

1. Tag (Montag): Qualifying Races 1 bis 3

Bestens gelungener Auftakt

Ein Start, wie er schöner auch im Bilderbuch nicht sein könnte, gelingt Philipp Buhl zum Saisonsauftakt und in seiner ersten Wettfahrt zur „Trofeo Princesa Sofia“ gleichermaßen. Er erreicht als erster die Luvmarke. Auf dem Reacher muss Buhl jedoch eine Position abgeben, holt diese aber auf dem Vorwindkurs unverzüglich wieder zurück. Auf der zweiten Kreuz kann er seine Führung weiter ausbauen  und segelt schließlich mit Bestzeit durch’s Ziel.

Der smarte Seewind hält an. Buhl startet in der zweiten Wettfahrt auf der Gegenseite der Startlinie. Er berichtet: „Start gelang einwandfrei. War schnell und konnte den strategischen Plan bei guter Übersicht zum Feld der Konkurrenz umsetzen.“ Die Rechnung schien aufzugehen. Nach einzelnen Positionswechseln auf den weiteren Kursen wird  Buhl Vierter. In beiden Wettfahrten verwies er den Topfavoriten Robert Scheidt (Brasilien) auf die Plätze.

Scheidt schlägt allerdings in der dritten Wettfahrt mit einem Sieg zurück. Der Start lässt erneut keine Wünsche offen, aber, so räumte Buhl ein: „Ich habe auf dem Vorwindkurs einen Fehler gemacht und einige Plätze verloren.“  Ein Fehler, der vermeidbar gewesen sei. In dieser letzten Wettfahrt des Tages belegt er Rang neun.

Im Zwischenergebnis steht für den Segler vom Alpsee der siebte Platz, wobei neuerdings das schlechteste Ergebnis bereits nach der zweiten Wettfahrt (früher nach der vierten) gestrichen wird. Ohne Streichergebnis liegt Buhl drei Positionen weiter vorne, einen Punkt hinter Scheidt und sechs hinter dem Punktbesten Tonci Stipanovic (Kroatien). Inklusive Streicher führt Ashley Brunning (Australien) die Rangliste an.

 
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Der erneut schwache bis zwischendurch höchstens mittelstarke Wind zeigte sich bis in den Nachmittag hinein recht lahm und verbannte die Segler an Land zum Abwarten. So durften die drei Laser-Fleets erst nach 15 Uhr auf ihre ca. 6 km vom Ufer entfernte Bahn auslaufen. Die zweite Wettfahrt war erst nach 19 Uhr beendet. Für die Athleten sind solche Bedingungen des ungewissen langen Abwartens meist nicht einfach zu verkraften.

In der ersten Wettfahrt segelt Philipp Buhl einen neunten Plalz. „Damit bin ich recht zufrieden. Es klappte vom Start bis hin zu den Kreuzkursen alles recht gut. Nur bei den Vorwindfahrten erreichte ich irgendwie nicht den optimalen Speed.“, kommentierte Buhl. Die Welle sei sehr uncharakteristisch und schwierig zu segeln gewesen.

Nach dem zweiten Race verbuchte Buhl erstmals einen Platz außerhalb der besten Zehn. Über den Großteil des Rennens rangierte er um den zehnten Platz. Doch ein paar kleinere Unzulänglichkeiten, auch hinsichtlich der Rhythmusfindung gegenüber dem drehenden Wind, bescherten  am Ende Rang 15.

Buhl rutscht damit in der Gesamtwertung drei Positionen zurück und bleibt gerade noch in der Topgruppe der zehn Besten. Aufgrund eines Sieges in der zweiten Wettfahrt konnte Robert  Scheidt (Brasilien) den Australier Ashley Brunning  aus der Führungsposition verdrängen.

 
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3. Tag (Mittwoch): Finale-Serie, keine Races

Viele der Segler waren nicht etwa vom erzielten Ergebnis enttäuscht, sondern vom Wind, der sie arg im Stich gelassen hat. Enttäuscht vor allem auch deshalb, weil die zu erwartenden Bedingungen zuvor recht gut ausgesehen hatten. Einzelne Wettfahrten in den anderen olympischen Klassen  sind zustande gekommen. Ihre Bahnen lagen an günstigen Stellen der Meeresbucht, wo im Machtkampf zwischen Gradient- und Thermikwind lokal begrenzte Windentwicklungen mehr in Ufernähe abgefallen sind.

Bei den Lasern, weit draußen in der Bucht von Palma, gab es die auffälligsten Windkapriolen. Nach fast einem halben Tag es lähmenden Abwartens auf dem Wasser kam nach vermeintlich sich stabilisierendem Wind endlich ein Wettfahrtversuch zustande. Jedoch musste die Wettfahrtleitung das Rennen bald wegen eines starken Winddrehers abbrechen.

Philipp Buhl sagte: „Da draußen kam während des Nachmittags der Wind irgendwann aus jeder Richtung. Lieber aber nicht segeln aus bei unfairen Bedingungen.“ Schließlich war bereits die Finale-Serie im Gange, in der das beste Drittel der 144 Boote unter sich im Goldfleet segelt und jedes Ergebnis ein sehr viel größeres Gewicht hat.

Buhls deutsche Trainingspartner, Tobi Schadewaldt, Fabian Gielen und Hannes Hollaender, mussten leider mit dem Silber- bzw. Bronzefleet vorlieb nehmen.

 
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4. Tag (Donnerstag): Finale Races 1 bis 3 (gesamt 6 bis 8)

img 8453-2Philipp Buhl zeigt überzeugend Stärke und trotz eines Trainingsdefizits eine Form, die offensichtlich kaum Wünsche offen lässt. In den ersten drei Wettfahrten der Finalserie belegt er die Plätze 5, 7 und 5. im Goldfleet und erzielt die zweitbeste Tagesleistung. Damit rückt er mit mächtigem Schritt vom 10. auf  den 3. Platz im Zwischenklassement vor. Auffällig gut ist bei Buhl die Leistungskonstanz, denn nach acht Wettfahrten ist ein 15. sein Streichergebnis, sonst nur einstellige Werte. In der Brutto-Punktzahl ist er sogar gleich gut wie der Führende.

Die Wettfahrten stellten an die Athletik und die Segeltechnik wegen kräftigem bis starkem Wind (bis 6 Beaufort)  und einem außergewöhnlich hohen Wellengang von teils über 3 m extreme Anforderungen. Laut Buhl wären in zwei Wettfahrten durchaus noch bessere Ergebnisse möglich gewesen. Er berichtet: „Einmal musste ich am Gate vor dem Zielreacher noch zwei bis drei Plätze opfern. Es ging im Gedränge einfach unglücklich her.“ Und in der zweiten Wettfahrt habe er nur einen schlechten Start hinbekommen. Er habe sich  dann mit mehreren Wenden  erst wieder in ungeschädigtere Windzonen schaukeln müssen, um dann loszulegen. „Ich war strategisch richtig unterwegs und an der Luvtonne tatsächlich schon wieder Dritter. Und der Speed an der Kreuz war auch gut.“  Im Feinbereich analysiert er aber auch Dinge heraus, die durchaus nicht ganz optimal verlaufen seien.

Es führt weiterhin Robert Scheidt (Brasilien). Er erlitt aber einen Ausrutscher in der dritten Wettfahrt (25.), den er streichen konnte. Zwischen Scheidt und Buhl hat sich mit einem Punkt Vorsprung Tom Burton nach vorne gekämpft und war damit knapp vor Buhl auch der Sieger des Tages.

Der zweite und letzte Tag der Finalserie verspricht große Spannung im Kampf um das Medalrace-Ticket und natürlich die besten Ausgangspositionen für das Finale.

 
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5. Tag (Freitag): Finale Races 4 bis 6 (gesamt 9 bis 11)

Wie schnell sich ein Blatt wenden kann, musste Philipp Buhl heute schmerzlich erfahren. Und mit ihm der amtierende Weltmeister Robert Scheidt. Bei ihm, der am Donnerstag noch führte, ging das Tagesdesaster (insgesamt zwei Frühstarts) nach erfolgreichem Protest gegen die Wettfahrtleitung in einer der beiden Angelegenheiten noch etwas glimpflicher aus. Er konnte sich dadurch noch knapp ins Medalrace  retten. Buhl dagegen verpasste es, obwohl er sich am Vortag mit Topleistung an eine Medaillenposition vorgearbeitet hatte und dem roten Shirt in die neuen Rennen ging.

Der Quell des Negativkreislaufes war wohl ein BFD (Frühstart-Disqualifikation), den Buhl, Scheidt und eine Reihe weitere Segler bereits in der ersten Wettfahrt einstecken müssten. Intensive spätere Protestbemühungen mit Zeugenaussagen und Betrachtung von Videobeweisen seitens der betroffenen Segler gegen die Wettfahrtentscheidungen erwiesen sich nach langen Verhandlungen bis in die späten Abendstunden leider als erfolglos. Die Wettfahrtleitung beharrte simpel und einfach und ohne den geringsten Zweifel zuzulassen darauf, dass ihrerseits alles einwandfrei verlaufen sei. Und das scheint definitiv nicht zuzutreffen.

Die Betroffenen oder zutreffender gesagt, die Opfer waren dagegen der Überzeugung, dass in der Vorstartphase die linke Startlinienbegrenzung abgetrieben sei. Infolge sei mindestens die Hälfte des Feldes zum Startzeitpunkt bereits über der Startlinie gelegen, faktisch also zu früh gestartet. Bestraft wurden aber nur neun von insgesamt 60 Startern. Letztlich und wie so oft und ungerechterweise nur jene, welche die Wettfahrtleitung in einem sehr kurzen Zeitfenster klar ausfindig machen kann. Videoaufnahmen belegten, dass die Boote beim Start fast rechtwinklig über die Linie gesegelt seinen. Selbst wenn man vom Abtreiben des Pinends absehen wollte, könnten die belegten Abläufe nur noch durch einen krassen Windrechtsdreher teils erklärt werden, wodurch die Linie relativ zum Wind in unakzeptabler Weise verändert worden wäre. Auch diese Situation müsste eine Wettfahrtleitung aber zuverlässig erkennen und unbedingt mit Startverschiebung statt Startfreigabe behandeln.

JHO 1560-2Nach diesem problematischen Einstieg in den letzten Finaltag lief für Buhl alles Weitere mehr schlecht als recht (45. und 26.).Von einstelligen Ergebnissen keine Spur mehr. Mit anderen Worten, er ist von der Linie der guten Leistungen abgekommen und hat die Erfolgsspur nicht umgehend wieder gefunden. Gerade die nachfolgend schwierigen Bedingungen mit Windschwankungen zwischen grenzwertigen 3 bis 4 Knoten und über 15 Mnoten sowie Winddreher um bis zu ca. 50° im Verlaufe des Wettfahrten-Zeitraumes erforderten die höchste Konzentration gegenüber den Bedingungen. Von der segeltechnischen Perfektion, welche gute Platzierungen in einem so hochkarätigen Weltklassefeld unabdingbar machen, ganz zu schweigen. Ein Negativereignis wie eine höchstfragwürdiger BFD-Disqualifikation kann jeden vorübergehend aus der Bahn werfen. Schade nur dass es trotzdem ziemlich knapp nicht für die Top Ten reichte. Hätte z. B. der 45. nicht wenigstens ein 40. Platz sein können! Für einen wie Buhl normal null Problem. Dann hätte es eben gerade noch gereicht.

So verbleibt das Nachdenken darüber, wofür das an anderer Stelle vielleicht gut sein mag. Aber es verbleibt auch eine dicke Portion Genugtuung: Denn kaum einer ist über 8 Wettfahrten davor, und das bei den unterschiedlichsten Windverhältnissen und Wellenbedingungn, so konstant gut gesegelt wie Buhl. Er war in diesem Zeitraum kontinuierlich in der Top Ten-Gruppe platziert und schlussendlich sogar Dritter. Das wiegt weit mehr und sollte das Selbstvertrauen stärken.

Resümee: Das Meiste sehr gut gemacht, Philipp. Und auch seine Zielsetzung, „Ich möchte mindestens ins Medalrace.“, scheint unter Berücksichtigung der Umständen trotz verpasstem Madelrace trotzdem erreicht worden zu sein. Mit Blick auf die Leistungsfähigkeit darf man das so sehen.

 

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Das war’s vom Sailing Worldcup auf Palma de Mallorca (Gesamtbericht folgt).
Viele Grüße

 

Euer Berichtverfasser

Friedl Buhl

 

 

Vom zu Ende gegangenen Sailing Worldcup auf Palma herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
Ihr habt mir ganz offensichtlich wieder in bewährter Manier fest die Daumen zum guten Gelingen gedrückt. Am letzten Tag es leider nicht geholfen. Aber das lag an mir und verschiedenen Umstände. Vielen Dank!

 

Euer Segler

Philipp Buhl

 

 

 

 

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Links zu diesem Event:

 

 

 

 

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 Philipp Buhl eröffnet anschließend Einblicke in seine Empfindungen während wichtiger Stationen der Weltcup-Saison und danach.

Darunter ein Kommentar

(F. Buhl)

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