Spezialeinsatz für Philipp Buhl! - Sehr lange Saison weiter ausgedehnt

Buhl beendet Wettkampfjahr 2017 mit hochkarätiger Starboot-Regatta

(Vorspann- und Tagesberichte: Zuletzt aktualisiert am So.., 10.12.2017)

1.-2. Tag: Beachtlich gute Leistung – plus ein Sieg!   >>>
3. Tag: ... die Story des Tages ...   >>>
4. Tag: Buhl / Koy im Viertelfinale  >>>
5. (letzter) Tag: Großartige Segler- und Kampfleistung  >>>
 

[Nassau (Bahamas), 05./09.12.17; Gamagori (Japan); 17./21.10.17, Enoshima (Japan); 27./29.10.17, --
-- Text ©: Von Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben)]

Seine Saison begann im Januar mit dem Sailing World Cup (SWC) in Miami (USA). Keine 300 km entfernt wird sie für Laser-Segler Philipp Buhl nun Mitte Dezember in Nassau (Bahamas) enden. Zwischenzeitlich führte die  Reise zu den Regatten über Spanien (Palma de Mallorca), Frankreich (Hyeres), wieder Spanien (Santander), Deutschland (Kiel), Italien (Gardasee), Dänemark (Aahrhus), Deutschland (Wittensee), Kroatien (Split), zum dritten Male Spanien (Barcelona), Japan (Gamagori), Japan (Enoshima) und nun abschließend auf den karibischen Inselstaat Bahamas (Nassau). Allein die Planungen, Vor- / Nachbereitungen und teils sehr langen Reisen erfordern eine gehörige Menge an persönlicher Energie von den Wettkampf-Actions mit ihrem unmittelbaren Drumherum und dem ständigen Begleiter der hohen Erfolgserwartungen ganz zu schweigen. Dessen Druck lässt sich bestenfalls mehr oder weniger beherrschen, aber wohl nie bis zur Entspannung ablassen.

Kein Wunder, dass es bei Philipp im Oktober in Japan (Gamagori und Enoshima) nicht mehr voll zufriedenstellend lief. Hierzu gab es auf Philipps Webseite ausnahmsweise keine Berichte. Daher an dieser Stelle noch einige Zeilen nachträglich.
 
Weltcup-Regatta in Gamagori, Japan

Dieses Event zählte bereits als erster Sailing Worldcup der Saison 2017/18 und wurde erstmals sowie einmalig an diesem Ort an der Südküste Japans ausgetragen. Für Philipp sollte es auch eine Regatta werden, bei der verschiedene Komponenten ohne große Rücksicht auf die Platzierung probiert und getestet werden sollten. Im Endstand nach neun Wettfahrten kam er auf dem 14. Platz von 50 gestarteten Booten zu liegen. Dieses Endergebnis entsprach sicherlich nicht seinem Potential.

Die Podiumsplätze belegten Sam Meech (1., Neuseeland), Pavlos Kontides (2., Zypern) und Tom Burton (Australien).
 
Qlympic Sailing Week Enoshima, Japan

Für Philipp verband sich die Teilnahme bei der Olympic Sailing Week (OSW) lediglich mit einer Japan-internen Weiterreise zur etwa 300 km östlich liegenden Küstenstadt Enoshima. Wenngleich die Segelveranstaltung dort nicht hoch bedeutsam war,  so war es aber das Revier. Denn vor der Halbinsel Enoshima sollen voraussichtlich die Segelwettbewerbe im Rahmen der Olympischen Spiele in Tokio 2020 ausgetragen werden. Und zudem startet dort im September die erste SWC-Runde der kommenden Segelsaison 2018/19. Für Philipp Grund genug, um das Segelrevier genauer zu inspizieren, was für ihn im Vordergrund stand.

Platz neu im Endresultat von 54 Booten war für den Allgäuer zwar eher am Rande des grünen Akzeptanzbereiches, aber vor dem Hintergrund des Kennenlernens und Testens durchaus okay. Ein starker Auftritt gelang ihm am vorletzten Tag. Mit den Platzierungen 7, 3, 3 lieferte Philipp mit Abstand das beste Tages-Gesamtergebnis ab. Damit preschte er in einem weiten Sprung nach vorne. Doch der Folgetag (letzter Tag) mit noch drei geplanten Wettfahrten verlief unbefriedigend. Nicht nur, was das Ergebnis betraf, sondern auch die Bedingungen. Aufgrund von zunehmendem Sturm und Regen konnte die Wettfahrtleitung nur noch eine Wettfahrt über die Bühne bringen, und dies aufgrund der Wettersituation unter naturgemäß sehr instabilen Verhältnissen. Ein nur 28. Platz versaute Philipp ein möglicherweise erfreulicheres Endresultat.

Vorne platzierten sich Thomas Sounders (Neuseeland) vor Matthew Wearn (Australien und Lorenzo Brando Chiavarini (England).

Was für Philipp nun anstand, war zwischenzeitlich überfällig, hart verdient und vermutlich auch sehr angenehmer Trost zu den teils unbefriedigenden Resultaten in Japan: einige Wochen Urlaub nach einer sicherlich schier ewig lang empfundenen sowie Kräfte und Energie zehrenden turbulenten Segelsaison. Diese sollte nun doch noch nicht zu Ende sein, wie kurzfristige Planänderungen ergaben. Mehr dazu im nachfolgenden Bericht.
 
Wenn man einer Einladung nicht widerstehen kann, ...

... dann wird dafür auch der verdiente Urlaub verkürzt. Ein Starboot steuern und dies auch noch im Wettkampf. Welcher Segler würde dies nicht gerne tun oder wenigstens davon träumen. Für Philipp ist solch eine  Chance  überraschend Wirklichkeit geworden. Und das dicke i-Tüpfelchen: bei einer Regatta schier höchsten Ranges.

Zu den traditionellen SSL-Finalwettfahrten der Starboote auf den Bahamas, vor der Hauptstadt Nassau, erhielt Philipp eine Einladung des Teams Johannes Polgar / Marcus Koy vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV). Starboot-Steuermann Polgar ist an der Teilnahme zu diesem krönenden Abschlussevent der Regattaserie „Star Sailors League“ verhindert. Polgar / Koy heuerten Philipp als Skipper im Team mit Koy an.

Für Philipp ist der hochkarätige Skipper-Auftrag eine mächtige Anforderung, eine hohe Ehre und Star-Premiere gleichsam. 25 Teams werden in den nächsten Tagen die begehrte SSL-Trophäe aussegeln. An bekannten und berühmten seglerischen Größen fehlt es bei dieser Regatta wahrlich nicht, was die Teilnehmerliste der Skipper und Crew eindrucksvoll belegt.
 

 Zwischenberichte und Infos zur Regatta

1. und 2. Tag (Di./Mi., 05./06.12.17), Qualifying Races 1 und 2  / 3 bis 6

Beachtlich gute Leistung – plus ein Sieg!

Das deutsche Team, das einzige deutsche übrigens, muss sich keineswegs verstecken. Es mischt bisher überzeugend in der Top Ten-Gruppe mit.

Schon zum Auftakt erkämpften sich Skipper Philipp Buhl und sein Vorschotmann Markus Koy einen sechsten und elften Platz. Damit belegte die erstmals zusammen segelnde Mannschaft am ersten Wettfahrttag bei kräftigen Winden um 4 Beaufort  die siebte Position der Zwischenwertung.

Am zweiten Tag bestätigte das Team vom Segelclub Alpsee Immenstadt  und Norddeutschen Regatta Verein ihre sehr gute Einstandsleistung. Neben einen elften, neunten und achten Rang gelang ihnen auch noch eine Zwischendurch-Krönung: Sieg in der fünften Wettfahrt. Das muss man bei dieser Superbesetzung erst einmal schaffen. Hervorragend – und Gratulation!

In der Zwischenbilanz behaupten sich die beiden nun an sechster Stelle. In Führung liegt Laser-Legende Robert Scheidt / Henry Raul Boening (Brasilien) vor Titelverteidiger Mark Mendelblatt / Brian Fatih (USA) und Paul Cayard / Phil Trinter (USA).


3. Tag (Do., 07.12.17), Qualifying Races 7 und 8

... die Story des Tages ...

„And here is the story oft he day and the story perhaps of yesterday: Philipp Buhl and Markus Koy ...“. So begann der Regatta-Reporter am Ende des dritten Wettfahrttages die  Kommentierung des fünftplatzierten Deutschen Teams, Buhl / Koy.

Auch heute bei sehr leichtem Wind um 2 Beaufort läßt das neue Star-Team keinen Zweifel an ihrem offensichtlichen Rundum-Können im ehemals olympischen Starboot. Zwar nicht so wie gestern, ein sensationeller Sieg gegen die auserlese Riege weltbester Segler. Aber sie demonstrieren  – und darauf kommt es letztlich sehr an – wieder eine solide gute Leistung auf stabilem Niveau. Diese liefern die beiden vom SCAI und NRV mit einem neunten und fünften Rang ab. Damit hangeln sie sich in der Zwischenbilanz um eine weitere Position nach vorne auf den nunmehr fünften Platz.

Apropos Leistungsstabilität, dazu fällt auf: Philipp und Markus haben bisher nur zwei zweistellige Ergebnisse (2 x 11.). Nur der bisher überlegen Führende hat nur einen Zweisteller (16.). Und lediglich zwei weitere Teams haben ebenso nur zwei zweistellige Positionen von den bisher acht Wettfahrten auf ihrem Konto, aber mit höherer Summe (26 und 30).

Olympia-Bronze-Medaillist Robert Scheidt / Henry Raul Boening (Brasilien) verlor die Führung an die Amerikaner Mark Mendelblatt / Brian Fatih. Eine Veränderung ergab sich auch auf der dritten Position. Diego Negri / Sergio Lambertenghi aus Italien verdrängten Paul Cayard / Phil Trinter (USA) auf die Vier.

Ergebnisse nach 3. Tag bzw. 8 Wettfahrten


4. Tag (Fr., 08.12.17, Qualifying Races 9 bis 11

Buhl / Koy im Viertelfinale

Die Vorläuferhürde haben Philipp Buhl und Markus Koy klar bewältigt. Sie gehören mit ihrem siebten Platz in der Qualifying-Gesamtwertung nun zur glücklichen Top Ten-Gruppe und haben somit die Eintrittskarte für die weiteren Final-Wettkämpfe am morgigen Abschlusstag.  Dazu erstmal dem Team herzlichen Glückwunsch!

So überzeugend wie über die ersten drei Tage lief es heute nicht mehr. Die Ergebnisse der heutigen drei letzten Qualifying-Wettfahrten im gesamten Fleet fielen alle zweistellig aus (17., 18. und 15.).  Natürlich gab es auch bei diesen Wettfahrten durchwegs viele positive Phasen. Aber bei dieser hochkarätigen Besetzung darf man sich eben höchstens geringe Schwächen und Fehler erlauben, um noch unter den ersten Zehn das Ziel zu passieren.

Auf den ersten drei Plätzen behaupteten sich unverändert  Mark Mendelblatt / Brian Fatih (1., USA), Robert Scheidt / Henry Raul Boening (2., Brasilien) und Diego Negri / Sergio Lambertenghi (3. Italien). Die Platzierungen der weiteren deutschen Segler: Frithjof Kleen als Vorschoter bei Paul Goodison (England) auf Platz fünf. Hubert Merkelbach als Steuermann mit Arthur Lopes (Brasilien) wurden 19., was für sie Abschlussergebnis darstellt.

Gruppen nach Qualifikation 2Für die besten Zehn spielt die bisher erzielte Platzierung keine wesentliche Rolle. Entscheidend sind die Resultate der bevorstehenden Finals. Buhl / Koy sind dem Viertelfinale zugeordnet und werden die erste Wettfahrt in der Gruppe vom 3. bis 10. bestreiten. Die fünf besten kommen dann weiter ins Halbfinale. Das beste und zweitbeste Team der Qualifikation sind bereits dem Finale bzw. Halbfinale zugeordnet.

Ergebnisse nach 4. Tag bzw. 11 Wettfahrten


5. Tag (Sa., 09.12.17, Finale Races 1 bis 3 (gesamt 12 bis 14)

Großartige Segler- und Kampfleistung

Nach 11 Wettfahrten haben sie als Siebter die Top Ten erreicht und somit die Tür zur finalen Abschlussserie aufgestoßen. Dies unter 25 Teams aus weltbesten Seglern und durchwegs Starboot-Kennern und teils höchstkarätigen Star-Spezialisten. Das war die Ernte des deutschen Teams Philipp Buhl / Markus Koy gestern. Das für sich gesehen war bereits sehr beachtlich.

Und nun am Finaltag kämpfen sich die beiden souverän an zweiter Position vom Viertel- ins Halbfinale. Spätestens jetzt war klar, welches Potential dieses Team für einen noch weiteren Aufstieg birgt.

Der folgende Kampf um den Einlass ins Finale der besten Vier hätte für Buhl / Koy und die späteren SSL-Gewinner Goodison / Kleen (GBR / GER)  dramatischer nicht verlaufen können. Die Deutschen fighten hinter Scheidt / Boening (BRA) und Rohart / Ponsot (FRA) über den Großteils des Kurses an dritter Position und sogar mit deutlichem Abstand vor dem aktuellen Hauptkonkurrenten. Denn nur die ersten Drei der acht Boote in diesem Rennen dürfen gemäß des Formates nach Round Robin weiter ins Finale.

Auf dem etwa letzten Fünftel des Vorwinkurses gelang es Goodison / Kleen, sich an die dritte Position der deutlich weiter rechts segelnden Deutschen ran zu pirschen. Vor der Ziellinie fehlten Buhl / Koy nur ein paar Meter zur erfolgreichen Verteidigung des dritten Platzes. Das Finale blieb ihnen somit verwehrt. Schmerzlich und vielleicht auch etwas ärgerlich, allein schon wegen der knappen Verfehlung! Aber bitte nicht enttäuschend. Warum auch! Buhl / Koy kämpften hart und gaben durchwegs ihr Bestes.

Ihr nun erzielter fünfter Platz in der Endwertung ist großartig – Gratulation! Diese Bewertung verdient das Team! Auch wenn ein noch höherer Erfolg greifbar nahe war. Das dicke Lob verdienen sie vor allem vor dem Hintergrund der durchwegs starken Besetzung und dass das feine Zusammenspiel in einem Premiere-Team unmöglich komplett und bis ins letzte perfekt  ausgefeilt sein konnte. Gewichtig kommt hinzu, dass Philipp (jüngster Teilnehmer) mit diesem Event erstmals überhaupt ein Starboot steuerte. Segelten Philipp und Markus öfter in der historisch-aktuellen, über 72 Jahre olympischen und auch heute noch attraktiven Kampfmaschine Starboot, müssten sich – wie sagt man metaphorisch so schön – die Topsegler dieser Zweimann-Kielboot-Klasse wohl noch wärmer anziehen.

Glückwunsch an die Sieger: 1. Paul Goodison / Frithjof Kleen (England / Deutschland); 2. Robert Scheidt / Henry Raul Boening (Brasilien)  und Titelverteidiger Mark Mendelblatt / Brian Fatih (USA).

Endergebnisse nach dem Finale bzw. 14 Wettfahrten


Links:

Liebe Leser,
das war’s von der Star Sailors League (SSL) in Nassau (Bahamas).
Danke für euer Interesse an den Berichten
 
     Euer Berichtverfasser
     Friedl Buhl
 
Aus Nassau (Bahamas) von den Finals der Star Sailors League herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
 
     Euer Segler
     Philipp Buhl
 
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