Super Qualifying-Serie! Dennoch „nur“ Elfter

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 Philipp ab zweiter Halbzeit auf Achterbahnfahrt - 
- auch Minimalziel nicht mehr erreicht

(Gesamtbericht, veröffentlicht am So., 06.04.2023.)

(Palma de Mallorca, Spanien, 03./08.04.2023 -- Text: Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben))

Schon die Europameisterschaft in Andora (Italien) drei Wochen vor dem jetzigen Weltcup-Klassiker auf der Baleareninsel Mallorca war für Phillip mit einigen Stolpersteinen zu viel gespickt. Nun setzte sich bei der 52. „Trofeo Princesa Sofia“ auf Mallorca diese Erschwernis ähnlich fort. Während es in Andora noch auf den 8. Platz reichte, konnte der ehemalige Gewinner eines kompletten EM-Medaillensatzes und auch schon Gewinner bei der „... Princesa ...“ auch mit der Top Ten-Gruppe nicht ganz mithalten. Er verpasste um nur 3 Punkte die Qualifikation für das finale Race (Medalrace der besten Zehn). Da wäre bei bestem Verlauf dann durchaus noch ein 5. bis 7. Platz möglich gewesen. Jedenfalls ein Rang unter den besten Zehn, was dem Segler vom SCAI / NRV seiner drittpriorisierten Zielsetzung noch genügt. Dieses Zielergebnis macht ihn aufgrund seiner hohen Ansprüche zwar nicht glücklich, endet aber gewissermaßen noch mit Zufriedenheit. Mit dem 11. Platz und dem vorzeitigen Schluss vor dem Finale war es nun anders – Philipp dazu: „Bin natürlich schon ziemlich enttäuscht. Auch weil es trotz des guten 5. Platz in der letzten Wettfahrt nicht für’s Medalrace gereicht hat.“

Dabei wäre eine Event-umfassende Enttäuschung völlig fehl am Platz. Philipp ließ gleich mit einem Einstieg nach Maßgabe aufhorchen: 2. bis 3. Position in der abgebrochenen ersten Wettfahrt (null abgeschlossene Wettfahrten am ersten Tag).

Keine Ergebnisse / Races 1. Tag

Dann am zweiten Tag segelte Philipp bei leichtem Wind auf den 3. Platz. Nächstens leider ein schwerer Dämpfer: Das Ziel querte er zwar als Sechster. Jedoch hatte die Wettfahrtleitung einen Frühstart gesehen. Somit Disqualifikation sowie hoch belastende 63 Punkte auf’s Konto. Und folglich die sehr ungewöhnliche vorläufige 101. Position (nach zwei Wettfahrten) von insgesamt 184 Startern.
Doch der Disqualifikationsschmerz sollte sich alsbald relativieren. Philipp beweist Nervenstärke und Routine und lässt sich von dem massiven Strafpunkte-Paket und einem drohenden Niedergangs-Szenario nicht beeindrucken: Er gewinnt gleich das nächste Rennen.image 004 2
 
 

Auf den (trotz der UFD-Strafe) bisher guten Verlauf – Philipp dazu: „Bin heute sehr zufrieden und happy!“ -  legt der Weltmeister von 2020 am dritten Tag noch eine Schaufel drauf. Er gewinnt beide Wettfahrten! Im Zwischenklassement zum Qualifying-Ende kann er sich über die hervorragende 2. Position freuen. Mit nur 1 Punkt Rückstand zum führenden Daniel Whiteley (England). Aber ebenso auch über die bisherigen drei Wettfahrtsiege in Serie (was auch nur einer schaffte, nämlich Whiteley) und die riesige Verbesserung um 99 Positionen.

Drittplatzierter zum Start der Finalserie (weitere fünf geplante Wettfahrten) war Tonci Stipanovic (Kroatien, frisch gebackener Europameister) vor Jean-Baptiste Bernaz (4., Frankreich), Michael Beckett (5., England), Pavlos Kontides (6., Zypern), ... Matthew Wearn (11. Australien, amtierender Olympiasieger).

Ergebnisse nach 5 Races bzw. 3. Tag

Dramatische Goldfleet-Wettfahrten

Am vierten Tag sollte in Philipps bis dahin ausgezeichnete Bilanz eine dramatische Zeitenwende fegen. Zu segeln waren drei Wettfahrten bei leichten Winden mit durchwegs erheblichen bis starker Drehtendenzen. Das waren weniger sympathische Bedingungen. Nicht unbedingt für die Leichtwindsegler. Philipp holte sich verhängnisvolle 28 und 21 Punkte auf’s Konto. Dazwischen zwar noch ein recht ordentlicher 9. Platz. Doch das Podium wurde unerreichbar.

Der Sonthofer hatte zusätzlich zu ungünstigen Bedingungen einfach nicht seinen besten Tag, um mental locker zu entscheiden und alles nötige Können abzurufen. Sein Auf und Ab beließ ihm nur noch die Chance auf den Zugang ins Finale (Platzierung unter den besten Zehn).  Damit wiederholte sich Ähnliches wie bei der kürzlichen EM, als er am letzten Tag die gute Ausgangschancen für einen Medaillenplatz verspielte. An den Ursachen gilt es, zu analysieren und an den richtigen Schräubchen geeignet nachzujustieren. Wenn das so leicht wäre.

Ergebnisse nach 8 Races bzw. 4. Tag

Der letzte Tag der Fleetrace-Wettbewerbe begann nicht besser als der Vortag endete. Platz 31. Jetzt war für Philipp auch die Top Ten-Platzierung vorerst futsch. Das noch ausstehende zehnte und letzte Flotten-Race hätte dieses Blatt noch wenden können. Mit dem Lichtblitz des sehr guten 5. Platzes hätte es auch fast noch auf den 10. Rang gereicht. Doch 3 Punkte fehlten am Schluss auf seinem 11. Gesamtplatz.
Es sollte nicht sein, könnte man meinen. Vielleicht hat dies auch etwas Nützliches auf sich: einen eindrucksvolleren Schuss vor den Bug (?). Dies klingt allerdings, als müsste der Betroffene einfach  noch mehr geben. Was sicherlich so nie zuträfe. Philipp blieb folglich beim Medalrace zum Zuschauen verdammt, worin die Enttäuschung über die zweite Halbzeit wohl gipfelte.

Gewonnen haben Beckett vor George Gautrey (2., Neuseeland) und Stipanovic (3.).

Wie schwer bis nahezu unmöglich es doch ist, unabhängig vom Revier sowie den herrschenden Bedingungen (geschweige denn von der Tagesform) beständig unter den Besten zu landen, zeigt nicht nur Philipps 11. Platz. So erzielte etwa der amtierende Olympiasieger und aktuell EM-Drittplatzierte auch „nur“ den 7. Platz und Filip Jurisic (Kroatien, 2. bei der EM) „nur“ den 15. Platz. Die Spitzenkonkurrenz ist eben ganz besonders in der ILCA 7-Klasse extrem massiv vertreten und die Leistungsdichte unter ihnen außergewöhnlich hoch. Dies belegt auch, dass die 15 Besten aus 12 verschiedenen Nationen und 5 Kontinenten kommen.

Was die deutschen Segler betrifft, erreichten von insgesamt acht nur drei Athleten das Goldfleet (Platzierungen unter den besten 63): Philipp Buhl (11., SCAI / NRV), ... Julian Hoffmann (31., SCAI / VsaW), ... und Nik Aaron Willim (39. NRV).
Julian ist mit seinem Ergebnis – er ist Nachwuchssegler – sicherlich sehr zufrieden und wohl auch glücklich.
Für Philipps Trainingspartner Nik indes dürfte seine Enttäuschung ziemlich deftig ausgefallen sein – gut nachfühlbar. Dies auch vor dem Hintergrund seines Höhenflug bei der EM, als er sich auf dem sehr guten 5. Platz und um drei Positionen vor seinem Partner und Mentor behaupten konnte.  

Endergebnisse nach 10 Races + Medalrace bzw. 6. Tag


 Ergebnisse ...
- nach 1. Tag (keine abgeschlossenen Wettfahrten)
 
Links:
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Info nächstes Event: French Olympic Week, Hyeres, 24. / 29. April 2023

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