
Auf Motte 2. Platz - ILCA 7: YES-Sieg und bei KiWo haarscharf am Podest
(Flensburg, 30.05./01.06.2025 – Kiel (YES), 07./09.06.2025 – Kiel (KiWo), 20./26.06.2026 -- Text: Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben))
Im geliebten Nebenbei-Boot Motte lässt Philipp ausnahmsweise die Segelsaison auf dem Wasser beginnen. Und dies unüblich spät und ohne Trainingstage vorweg.
Der Sonthofer beendete nach neun Wettfahrten auf der Flensburger Förde (westl. Ostsee) die Regattaserie im Rahmen der „German Open“ (quasi IDM) als bester Deutscher auf dem Podest: 2. Platz.
In der Folgewoche startete der Gelegenheits-Mottensegler in seinem professionell orientierten Segelgerät, dem olympischen Men‘s Dinghy ILCA 7 (frühere Bezeichnung Laser). Und dies nun auf seinem Heim- und Trainingsrevier Kieler Förde bei der traditionellen YES-Regatta (Young European Sailing). Dieses Event ist vorwiegend von ambitionierten deutschen Nachwuchsseglern besetzt und Philipp aus seiner Jugend- und teils Juniorenzeit noch vertraut. Der Segler vom Segelclub Alpsee-Immenstadt (SCAI) und Norddeutschen Regattaverein (NRV) verbuchte unter den 48 Startern einen überlegenen Sieg. Somit demonstrierte er den jüngeren Aufwärtsstrebenden eindrucksvoll den Bezugpunkt der hohen internationalen Leistungs-Messlatte.
Dann die Kieler Woche, ebenso auf dem Revier vor der Haustüre seiner zweiten Heimat. Und auch hier bewies Philipp unter den sehr viel höheren Anforderungen, dass er trotz seines bewusst gewählten Saison-Späteinstiegs noch segeln und sich nach wie mit den Besten messen kann. Ein Podestplatz blieb ihm zwar knapp verwehrt. Jedoch „Mit dem 4. Platz bin ich voll zufrieden.“, bewertete der bereits sechsfache Kieler Woche-Sieger (zuletzt 2024) und damit auch Rekordhalter in seiner Klasse.
Auf der Moth vor Flensburg
(Flensburg, 30.05./01.06.2025 ) Absoluter Dominator war Robert Graczyk, ein viel trainierender Motte-Segler. Der Pole wurde von keinem geschlagen und konnte somit den Start bei der neunten und letzten Wettfahrt als Zuschauer genießen. Überzeugend aber auch die Ergebnisse von Philipp, der vergleichsweise zu seinen übrigen Konkurrenten nur selten auf der Motte übers Wasser flitzt. Mit den Platzierungen 2, 2, 2, 3, (4), 2, 2, 3, 1 erzielte er mit klarem Vorsprung den 2. Platz, vor den beiden deutschen Kollegen Mathis Menke (3.), David Schafft (4.) und Lukasz Machowski (5., Polen).
Comeback auf dem Heimrevier
(Kiel, 07./09.06.2025) Es war im Jahr 2003, als Philipp als 13-jähriger im Laser Radial erstmals auf der Kieler Förde die norddeutsche Meeres- und Regattaluft schnuppern durfte. Damals hieß die heutige „YES“-Regatta noch „Goldener Pfingstbusch“. Philipps heimatlicher Landes-Seglerverband (BSV) erklärte für seine aufstrebenden Kadersegler die Teilnahme als dringend empfohlen, faktisch eigentlich als Pflicht. Der hoch segelbegeistere Jungspund vom Alpsee fasste dies positiv und erfreulich auf und keineswegs als Pflichtübung.

Nach zunächst mehrfachen und zunehmend erfolgreichen Teilnahmen startete Philipp später, im Jahre 2015, rein zu Trainingszwecken im Rahmen seiner Olympiakampagne für 2016 (Rio de Janeiro), nochmals bei der YES. Er gewann unter 71 Booten alle acht Wettfahrten. Und dies gemäß unserer internen Trainingsidee, teils bewusst ohne scharf getriggerte Starts in Wettfahrten einzusteigen. Um über den Verlauf insbesondere der Startkreuz durch spezifisches intelligentes Segeln die diversen Nachteile bestmöglich zu überwinden lernen.
Beim nun nach vielen Jahren jüngsten Start bei der YES 2025 wollte und konnte sich Philipp solche Übungsspielchen wohl nicht leisten. Denn viele der Nachwuchssegler können ihr Handwerk schon sehr gut. Und zudem pausierte er in der Frühsaison über drei internationale Großevents und ebenso auf Wassertrainings.
Was Philipp unter 48 Konkurrenten ablieferte, darf durchaus als gelungenes Comeback bezeichnet werden. Dies belegen seine stabilen Top-Ergebnisse: 1, 2, 3, (4), 1, 1. Damit gewann er mit 8 Punkten souverän vor Ole Schweckendiek (2., 17 P., KYC) und Nico Naujock (3., 23 P., VSAW).
Fortsetzung auf dem Heimrevier: Olympiapart Kieler Woche
(Kiel, 20./26.06.2025) Unter 148 Booten aus 35 Länder war die mit Abstand größte internationale deutsche ILCA 7-Regatta voll und durchaus auch hochrangig besetzt. Hier ging es also deutlich härter zur Sache als zwei Wochen zuvor bei der YES. An guten und vielfach physisch herausfordernden Winden fehlte es nicht. Teils waren die Böen wohl auch für die ILCA 7-Segler grenzwertig und mitunter auch zu stark. Dass bei 5 bis 6 Beauforts jedoch drei der zehn geplanten und segelbaren Fleet-Wettfahrten nicht gestartet wurden, lag wesentlich an derHandhabung des Wettfahrt-Teams. Eine gute Werbung für Weltklasse-Niveau war dies leider nicht.
Zum Auftakt lief es Philipp nicht berauschend gut. Doch für den Einstieg in einen Wettkampf auf jetzt Weltniveau war der 15. und 12. Platz nach seiner Wettkampfpause und seinem Wassertrainings-Rückstand dennoch in Ordnung.

Doch
am Folgetag ließ er mit einer deutlichen Steigerung nicht länger auf sich warten. Er belegte die Plätze 2 und 3, und damit nach Abschluss der Qualifikationsserie in der Zwischenwertung Rang 8.
Der Zypriote Pavlos Kontides, der für einen Vergleich immer gut ist, tat sich aufgrund seiner 17. Qualifying-Position offensichtlich auch nicht leicht. Philipps Clubkamerad Julian Hoffmann, bei der WM vor einigen Wochen noch auf dem guten 17. Platz, kam gar auf der 45. Position zu liegen und qualifizierte sich damit für’s Goldfleet der bevorstehenden Finalserie relativ knapp (Grenzposition war 50.). Dagegen legte der deutsche Nachwuchssegler Schweckendiek mit seinem bis dahin 4. Platz und damit als einziger deutscher einige Punkte vor Philipp eine starke Qualifizierungsbilanz vor.
Am dritten Tag erwartete die Segler kräftiger Wind um gut 4 Beaufort und in den Böen auch darüber. Philipp erzielte im Goldfleet zweimal den ordentlichen die guten 7. Platz. Im Zwischenergebnis rutschte er damit auf die 3. Position vor und übernahm unter seinen deutschen Kollegen die Führung.
Zum vierten Tag legte der Wind noch eine volle Schippe zu. Es herrschte durchgehend starker Wind von 5 – 6 Beaufort. Für ILCA auf diesem Niveau zweifellos segelbar, wenngleich für manche Segler eher grenzwertig. Dies allerdings, wie bereits angedeutet, insbesondere für’s Wettfahrtteam und nicht für das Gros der Segler. Für das Startboot war es nämlich nur teils und bedingt möglich, wegen Ankerproblemen eine stabile stimmige Startlinie auszulegen. Daher kam es nach längerem und sehr ungemütlichem Warten der Segler auf dem windigen und kräftig welligen Meer doch nur zu einer einzigen von drei geplanten und fälligen Wettfahrten. Nicht zur Freude vieler Segler – sie wollen segeln, anstatt warten und warten!
Für Philipp endete diese einzige Wettfahrt mit einem unbefriedigenden neuen Streichergebnis, nur 18. „Leider verlief die heiße Startphase etwas unglücklich.“, analysierte Philipp die hauptsächliche Ursache für die ungute Platzierung. So musste er gleich in der Nachstartphase eine Wende zur weiteren Schadenbegrenzung einleiten. In aller Regel ist dann eine nur mittelmäßige Platzierung die schmerzliche Folge. Er verliert in der Zwischenbilanz zwar nur eine Position, erhält allerdings eine nicht unerhebliches Punktelast hinzu.
Für‘s Medalrace am 5. Abschlusstag präsentierte sich der Wind mit satten 4 Beaufort wieder von seiner kräftigen Seite.
Mit einem 4. Platz segelte Philipp ein gutes Finale. Zwischendurch pendelte er sogar um die zweite MR-Position und damit gesamt auf dem dritten Podiumsplatz. Was nun natürlich sein Ziel war. Doch auf dem letzten Vorwindkurs hätte er seinen Hauptkonkurrenten Finn Lynch (Finnland) bis zum letzten Gate um ca. noch vier Bootslängen einholen müssen, um dem Finnen das Podium schlussendlich abzuknüpfen. MR-Sieger wurde der Italiener Dimitri Peroni.
Abschließend auf dem Podium standen Lorenzo Brando Chiavarini (1., ITA) vor Dimitri Peroni (2., ITA) und Finn Lynch (3., FIN). Des weiteren Philipp Buhl (4., GER), Nicholas Bezy Halliday (5., HKG) und Pavlos Kontides (6., CYP).
Weitere Platzierungen deutscher Segler im Goldfleet: 8. Justin Barth, ... 13. Philip Walkenbach, 14. Ole Schwekendiek, ... 40. Max Stiff , ... 43. Julian Hoffmann ... und 50. Till Heimann.
G r a t u l a t i o n den Medaillisten,
und den weiteren Top Ten-Platzierten
Ergebnisse Kieler Woche ...
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